Waldbesitzer in Bayern haben es sicher schon auf dem Schirm: Mit dem warmen Wetter hat auch die Borkenkäfer-Saison begonnen. Die gefürchteten Schädlinge schwärmen nun aus, um ihre Eier in die Rinde gesunder Bäume abzulegen. Ist ein Baum betroffen, heißt es für die Waldbesitzer: Alarm!
Borkenkäfer-Befall: Schnelles Handeln ist gefragt
Denn jetzt zählt jeder Tag, um die Ausbreitung des Borkenkäfers zu stoppen. Der befallene Baum ist nicht mehr zu retten. Die Schädlinge stören seine Wasserversorgung und der Baum stirbt ab. Er muss nun gefällt und schleunigst aus dem Wald gebracht werden, bevor die Käfer den Nachbarbaum angreifen. Als Faustregel gilt ein Abstand von mindestens 500 Metern zu anderen Bäumen. Diese Distanz überwinden Borkenkäfer in den meisten Fällen nicht.
Allerdings müssen Förster und Waldbauern auch erstmal erkennen, dass ein Baum befallen ist. Von außen sieht man nämlich lange Zeit nur wenig. Oft deutet lediglich das bei der Besiedelung der Stämme angefallene Bohrmehl darauf hin. Regen kann allerdings dazu führen, dass das Bohrmehl "abgewaschen und verweht wird – und Befallsbäume damit deutlich schwerer zu finden sind", warnt die bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Schwerpunkte in Oberbayern, Schwaben und am Juraanstieg
Siegfried Jäger vom bayerischen Bauernverband ruft Forstbesitzer trotzdem dazu auf, jetzt penibel auf die Ausbreitung des Borkenkäfers zu achten. "Wer jetzt konsequent die Borkenkäfer bekämpft, kann entscheidend dazu beitragen, die weitere Ausbreitung im Jahresverlauf wirksam einzudämmen." Ohne rechtzeitige Entnahme einer Borkenkäferfichte würden im Umfeld bis zu zwanzig weitere Fichten befallen. "Jede aufgearbeitete und aus dem Wald verbrachte Borkenkäferfichte zählt!"
Nach Angaben der Landesanstalt zeigen Fangzahlen bereits, dass am verlängerten ersten Mai-Wochenende bei sommerlichen Temperaturen bayernweit und in fast allen Höhenlagen der Hauptschwärmflug der Fichtenborkenkäfer begonnen hat. "Die räumlichen Schwerpunkte des Schwärmgeschehens von Buchdrucker und Kupferstecher liegen derzeit in Oberbayern, Schwaben und am Juraanstieg", bilanzierte die Behörde. Dort sei bereits mit dem Befall frischer, stehender Bäume zu rechnen.
Anhaltende Trockenheit als massives Problem
Große Niederschlagsdefizite im Winter und Frühjahr und vielerorts leere Bodenwasserspeicher setzen den Fichten laut Bauernverband bereits jetzt stark zu – die Bäume könnten einen Befall dadurch nur bedingt abwehren. "Damit unterscheidet sich die Lage grundlegend vom Vorjahr." Auch die jüngsten Schauer würden nur geringfügig helfen, den bevorstehenden Trockenstress der Bäume zu lindern.
Erst vor rund zwei Wochen hatten die Bayerischen Staatsforsten mitgeteilt, dass Bayerns Wälder heuer besser gegen die Borkenkäferplage gewappnet seien als im gesamten zurückliegenden Jahrzehnt. Allerdings bezogen sich die Experten dabei auf die Schadholzmengen in den staatlichen Wäldern. Dort hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen Jahren systematisch versucht, möglichst sämtliche Käferbäume aus dem Wald zu bringen.
Große Schäden in den Wäldern befürchtet
Nicht nur in Bayern, auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas haben die nur wenige Millimeter großen Borkenkäfer in den vergangenen Jahren zum Teil verheerende Schäden in den Wäldern angerichtet. In Bayern sind am häufigsten die Borkenkäfer-Arten Buchdrucker und Kupferstecher verbreitet. Wärme und Trockenheit kommen den Schädlingen entgegen.
BR24 auf YouTube: Auf der Suche nach dem Borkenkäfer
Mit Informationen von dpa
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