Die Sonne blitzt durch die Bäume, das Moos leuchtet saftig - die frischen hellgrünen Blätter der Buchen rascheln sanft im Wind: Warum gerade jetzt im Frühling der richtige Zeitpunkt ist den Wald auf Borkenkäferbefall zu checken, erklärt Martin Hertel von den Bayerischen Staatsforsten.
Die Fallen sind momentan noch fast leer. Fazit: Der Käfer ist noch nicht sehr aktiv. Durch den vielen Niederschlag im letzten Jahr ist der Wald fitter als in den vergangenen 10 Jahren.
Zuversicht bei den Staatsforsten
Es war lange kalt. In diesem Jahr sind die Borkenkäfer in der nördlichen Oberpfalz und im Fichtelgebirge deshalb fast zwei Wochen später dran. Und das könnte im Jahresverlauf entscheidend sein, weil dann nur drei Generationen Borkenkäfer entstehen können. "Mindestens wöchentlich schauen wir jetzt wieder nach, was in den Fallen gefangen wurde, das brauchen wir zur Prognose, um zu sehen, ob und wie viele Käfer schon am Fliegen sind, so Martin Hertel von den Staatsforsten.
Bis zu 150.000 Nachkommen pro Baum
Die winzigen Tiere bohren sich unter der Rinde in den Stamm und legen dort ihre Eier ab. Die neue Generation schlüpft und schwärmt nach circa 6-7 Wochen aus, um sich eine neue Fichte zum Vermehren zu suchen. Sie vermehren sich um ein Vielfaches. "Wir versuchen den Leuten immer klar zu machen: Jeder Borkenkäferbaum zählt, aus einem Borkenkäferbaum können 50.000 bis 150.000 Borkenkäfer rauskommen - als Nachkommen- und die haben dann natürlich ein großes Potenzial auf der Fläche", so Robert Geiser vom Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten.
Frühling ist die beste Zeit für Prävention
Deshalb ist wichtig, dass auch private Waldbesitzer ihren Baumbestand prüfen. "Jetzt ist die beste Chance, etwas zu bewirken - jetzt im Frühjahr, wenn die erste Borkenkäfergeneration ausgeschwärmt ist, wenn noch nicht zu viele Borkenkäfer unterwegs sind", so Robert Geiser weiter.
Wie man befallene Bäume erkennt
Befallene Fichten erkennt man laut Experten am Bild der Rinde: an herausrieselndem Bohrmehl oder an Bohrlöchern in der Rinde, an starkem Harzfluss - gerade auch im oberen Bereich der Krone- oder auch an vielen Nadeln, um den Baum herum. Dann gilt es schnell zu sein, damit sich der Käfer nicht weiter vermehren kann, und den Baum innerhalb von sechs Wochen fällen und schnellstmöglich aus dem Wald bringen. Beratungen zu klimafreundlicher Aufforstung und zum Borkenkäferproblematik für Privatwaldbesitzer gibt es beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.
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