Im niederbayerischen Landkreis Regen im Bayerischen Wald hat sich eine 79 Jahre alte Person mit dem Bornavirus angesteckt. Das teilt das zuständige Landratsamt am Montagnachmittag mit.
- Zum Artikel: Bornavirus – die wichtigsten Fragen und Antworten
Bornavirus: Patient liegt auf der Intensivstation
Die betroffene Person wird derzeit auf einer Intensivstation behandelt. Wie es in der Mitteilung heißt, verweist ein Amtsarzt darauf, dass das Virus nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird und deswegen keine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung besteht. Wo sich die betroffene Person mit dem Virus angesteckt hat, ist unklar.
Übertragung meist durch Feldspitzmäuse
Es sei denkbar, dass ein Mensch über die Ausscheidungen von Feldspitzmäusen in Kontakt mit dem Bornavirus kommt oder direkt zum Beispiel über Bisse der Nagetiere infiziert wird, heißt es weiter. Eine Infektion mit dem Borna-Virus ist selten, die Krankheit endet aber meist tödlich. Es gibt bisher keine Impfung oder erprobte Behandlungsmöglichkeiten.
Um einer Infektion vorzubeugen, raten die Gesundheitsbehörden, lebende oder tote Spitzmäuse nicht mit bloßen Händen zu berühren. Bei Arbeiten mit möglichem Kontakt zu den Ausscheidungen sollte man vorsorglich FFP2- oder FFP3-Masken tragen, etwa beim Kehren von Schuppen. Wer eine tote Feldspitzmaus findet, sollte sie erst einmal mit Reinigungs- oder Desinfektionsmittel benetzen. Dann könne man sie in einer verschlossenen Plastiktüte beseitigen, so ein weiterer Tipp.
Symptome: Kopfschmerzen, Fieber, Sprachprobleme
Eine Infektion mit dem Bornavirus führt beim Menschen in der Regel zu einer schweren Gehirnentzündung. In den meisten Fällen zeigen sich ein allgemeines Krankheitsgefühl, Kopfschmerzen und Fieber. Später kommt es häufig zu neurologischen Einschränkungen wie Sprachproblemen oder motorischen Störungen beim Gehen, bis der Erkrankte nach wenigen Tagen oder Wochen in ein Koma fällt.
Karte: Mutmaßliches Verbreitungsgebiet des Bornavirus BoDV-1
Welche Gebiete in Deutschland betroffen sind
Bayern gilt bei insgesamt niedrigen Zahlen bundesweit als besonders betroffen: Laut Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland jährlich fünf bis zehn Menschen am Bornavirus. "Aber tatsächlich, die meisten menschlichen Fälle kommen aus einem Gebiet, das Südbayern einschließt."
Zuletzt sind zwei Menschen in Schwaben am Bornavirus gestorben. Im Jahr 2025 gab es zwei tödliche Fälle in Pfaffenhofen an der Ilm, einen bei Tirschenreuth. Ein weiteres großes Endemiegebiet in Deutschland sei die Region Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.
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