Burgruine Arnsberg und Arnsberg bei Kipfenberg im Altmühltal
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Burgruine Arnsberg und Arnsberg bei Kipfenberg im Altmühltal
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Bundesweit einmalige Felssicherung im Altmühltal

Bundesweit einmalige Felssicherung im Altmühltal

Im Altmühltal – weit weg von den Alpen – läuft derzeit eine bundesweit einmalige Felssicherung an. Im Kipfenberger Ortsteil Arnsberg bedroht der Burgfels die Häuser.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Oberbayern am .

Unten im Tal schlängelt sich Bayerns langsamster Fluss, die Altmühl. Oben hoch über Arnsberg thront auf dem zerklüfteten Felsmassiv die Ruine einer Ritterburg. Eigentlich ein Tourismusparadies für Wanderer, Radler und Kanufahrer, aber die Idylle hat Risse – im Wortsinn. Denn jederzeit können sich aus dem Burgfelsen gewaltige Gesteinsbrocken lösen und aus bis zu 80 Metern Höhe in die Tiefe stürzen – auf die Menschen und ihre Häuser, die direkt unter der Burg am Fuß des Felsens leben.

Risse im Tourismusparadies

Der Markt Kipfenberg selbst hatte ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die Gefahr offenbarte. Nach Jahren der Voruntersuchungen und Expertisen laufen nun die Bauarbeiten an. Mitten im steilen Gelände fixieren Bauarbeiter derzeit mit massiven Stahl-Klammern fingerdicke Stahlseile, die wiederum einen drei Meter hohen Zaun halten. Und das ist nur der Anfang: Dieser Zaun macht die eigentliche Felssicherung erst möglich. Denn schon die Arbeiten in dem gefährlichen Gelände können Steinschlag auslösen.

Sicherungszaun XXL

Um den endgültigen Sicherungszaun aufstellen und verankern zu können, muss schweres Gerät anrollen. Die dafür nötige Baustraße entsteht gerade. Ab Herbst folgt dann der eigentliche Sicherungszaun: Er wird XXL ausfallen – gut 10 Meter hoch und 400 Meter lang.

Risiko durch riesige Felsbrocken

Der Arnsberger Ortssprecher Anton Haunsberger besucht regelmäßig die Baustelle. Er wohnt unterhalb des zerklüfteten Felsmassivs und weiß, dass hier Felsbrocken in die Tiefe stürzen können – auf ihn und seine Nachbarn. "Wenn die Teile kommen, die sie uns gezeigt haben, die potenziell gefährdet sind, ist das ein Steinsturz, den wir so noch nicht erlebt haben." Der Ortssprecher bezieht sich auf das Gefahr-Gutachten.

Felsmassen erfordern stabilsten Zaun Deutschlands

Das dort genannte permanente Risiko macht extreme Sicherungsmaßnahmen nötig. Die sind laut Bürgermeister Christian Wagner bundesweit einzigartig. Denn der künftige Zaun in Arnsberg muss ein "Auffangvolumen von 10.000 Kilojoule haben". So ein Zaun ist nach Angaben des Bürgermeisters so "in Deutschland noch nie gebaut worden, weil die Felsmassive mit einem Volumen von bis zu 90 Kubikmetern einfach so stark im Fall wären, dass das kein herkömmlicher oder kein bisher gebauter Zaun in Deutschland aushalten könnte".

Vier Millionen Schulden für die Felssicherung

Der Bauweg, der aktuell entsteht, kostet bereits rund eine Million Euro, die nachfolgende Felssicherung weitere vier Millionen Euro. Die Felssicherung muss die klamme Marktgemeinde wohl komplett über Schulden finanzieren. Es sei denn, der Freistaat hilft doch noch mit. Einen ersten Antrag hat das Land abgelehnt, weil die Gemeinde damals noch ausreichend Rücklagen hatte. Doch die kommunale Haushaltslage hat sich deutlich verschlechtert. Deshalb hat Kipfenberg einen zweiten Antrag gestellt. Der Bürgermeister setzt weiter auf ein Miteinander von Land und Kommune. "Grundsätzlich hilft uns erst mal keiner. Und jetzt gibt es nur die Möglichkeit oder auch die Notwendigkeit, mit dem Freistaat Bayern darüber zu sprechen, dass man doch unterstützt wird."

Sicherheit für die Arnsberger Ende 2027

Im betroffenen Ortsteil Arnsberg hat Sprecher Haunsberger täglich die Sorgen der Bewohner im Ohr. Dort sind viele Bürger "logischerweise sehr nervös" und warteten auf den Zaun. Der Zeitplan steht zumindest in groben Zügen: Ende 2027 soll die Felssicherung fertig sein – und die Arnsberger Anwohner wären endlich in Sicherheit.

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