Der Bundesadler ist auf einer Säule beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg (Bayern) zu sehen.
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Der Bundesadler ist auf einer Säule beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Nürnberg (Bayern) zu sehen.
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Deutlicher Rückgang von Asylanträgen in Deutschland

Deutlicher Rückgang von Asylanträgen in Deutschland

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland deutlich weniger Asylanträge gestellt worden. Zugleich gab es mehr Abschiebungen. In der Diskussion sind trotzdem weitere Verschärfungen in der Migrationspolitik.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

2025 sind deutlich weniger Asylbewerber nach Deutschland gekommen. Die Zahl der Erstanträge sank laut Bundesinnenministerium im Vergleich zu 2024 um 51 Prozent. Zehntausende Menschen – rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr – wurden abgeschoben. Auch die EU-Kommission meldet deutlich mehr Abschiebungen aus der Europäischen Union insgesamt.

Rückgang um 51 Prozent

In Zahlen sanken die Erstanträge um mehr als 116.000 auf 113.236. Im Rekordjahr 2016 waren es 722.370. Damals hatten viele, vor allem aus dem Bürgerkriegsland Syrien geflüchtete Menschen, erst mit Verspätung einen Antrag stellen können – das Bundesamt war durch den großen Zuzug 2015 überlastet gewesen. In den Folgejahren sank die Zahl der Erstanträge bis 2020, um dann zunächst wieder anzusteigen. 

Gründe für Rückgang

Ein Grund für den Rückgang der Zahlen sind die Grenzkontrollen. Sie wurden ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert. Nach dem Ende der Ära von Baschar al-Assad kamen zudem weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben. Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben. 

Das Innenministerium führt den Rückgang vor allem auf die "Migrationswende" der Bundesregierung zurück: Sie zeige Wirkung. Bundesinnenminister Dobrindt sagte: "Das klare Signal aus Deutschland heraus, dass sich die Migrationspolitik in Europa geändert hat, ist in der Welt angekommen." Genannt werden unter anderem auch das Aussetzen des Familiennachzugs und das Ende der "Turboeinbürgerung".

Bundesregierung hat sich mit Taliban über Abschiebungen verständigt

Schon zu Beginn des neuen Jahres hat die Bundesregierung ihre Abschiebungen fortgesetzt. Zwei afghanische Straftäter wurden nach Afghanistan gebracht. Angewendet wurde laut dem Blatt ein neu etablierter Mechanismus der Einzelabschiebung – laut der Sprecherin nun zum dritten Mal. 2025 wurden ihr zufolge 83 Straftäter nach Afghanistan zurückgeführt.

Die frühere Regierung von SPD, FDP und Grünen hatte Abschiebungen nach Afghanistan wegen der Machtübernahme der Taliban ausgesetzt, unter Dobrindt wurden sie wieder aufgenommen. Ungeachtet von Kritik in Deutschland hatte sich das Innenministerium laut Sprecher mit "Vertretern der afghanischen De-facto-Regierung" verständigt.

Insgesamt wurden aus Deutschland vergangenes Jahr – noch ohne Dezemberzahlen – 21.311 Personen abgeschoben. "Wir gehen für das Jahr 2025 von einer Steigerung von Abschiebungen gegenüber dem Vorjahr von 20 Prozent aus", sagte eine Ministeriumssprecherin. 

CSU-Landesgruppe fordert Abschiebeofffensive

Die CSU-Landesgruppe hatte zuletzt mit einem Forderungskatalog für Widerspruch gesorgt, der vor ihrer Winterklausur bekanntgeworden war. Die meisten Syrerinnen und Syrern sollen nach dem Beschlussantrag für die CSU-Abgeordneten zurück in ihre Heimat. 

Gefordert werden eine Abschiebeoffensive und ein Abschiebeterminal am Flughafen München. Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, hatte in der "Süddeutschen Zeitung" eingewandt, er verstehe nicht, "warum man zwei Monate vor extrem wichtigen Landtagswahlen das Nummer-1-Thema der AfD wieder groß macht (...)". Dabei habe Dobrindt ja geliefert. Gewählt wird 2026 in Baden-Württemberg (8. März), Rheinland-Pfalz (22. März), Sachsen-Anhalt (6. September), Berlin und Mecklenburg-Vorpommern (beide am 20. September).

Vor Weihnachten auch erste Abschiebung nach Syrien

Die erste Abschiebung nach Syrien seit Beginn des Bürgerkriegs hatte es vor Weihnachten gegeben. Auch hier saß ein Straftäter im Flugzeug.

Insgesamt halten sich in Deutschland laut Ministerium 940.401 Personen mit syrischer und 448.744 mit afghanischer Staatsangehörigkeit auf – jeweils mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Aus mehreren Branchen in Deutschland waren Warnungen gekommen, ohne Arbeitskräfte auch aus Syrien entstünden deutliche Lücken – etwa von der Ärzteschaft. 

EU will Abschiebungen ebenfalls forcieren 

Deutschland ist nicht allein mit dem Abschiebe-Trend. EU-Innenkommissar Magnus Brunner sagte der "Welt am Sonntag" zur Situation in der Europäischen Union: "Die Abschiebungsrate ist in den ersten drei Quartalen von 19 Prozent im Jahr 2023 auf 27 Prozent im Jahr 2025 gestiegen. Damit werden wir im Jahr 2025 voraussichtlich die höchste Abschiebungsrate seit 2019 erreichen." Dennoch sei dies "bei weitem noch nicht genug".

Mit Informationen von dpa

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