Frank Rebhan ist Deutschlands dienstältester Oberbürgermeister. Nun haben ihn die Wähler von Neustadt bei Coburg abgewählt.
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Frank Rebhan ist Deutschlands dienstältester Oberbürgermeister. Nun haben ihn die Wähler von Neustadt bei Coburg abgewählt.
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Dienstältester Oberbürgermeister Deutschlands abgewählt

Dienstältester Oberbürgermeister Deutschlands abgewählt

Vier oberfränkische OBs mussten in die Stichwahl. Alle wurden abgewählt, doch jede Wahl hat ihre eigene Geschichte: Der dienstälteste OB geht, eine Braumeisterin kommt, eine Tochter beerbt den Vater nur kurz und die SPD sendet ein Lebenszeichen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

In vier Städten Oberfrankens mussten sich die amtierenden Oberbürgermeister einer Stichwahl stellen: in Bayreuth, Hof, Forchheim und Neustadt bei Coburg. In allen vier Städten verloren die Amtsinhaber - teils deutlich. So auch der dienstälteste Oberbürgermeister Deutschlands.

Stellvertretender Generalsekretär der Bayern-SPD abgewählt

In Forchheim wurde mit Uwe Kirschstein der vielleicht prominenteste Vertreter der vier OBs abgewählt. Kirschstein war seit zehn Jahren Oberbürgermeister von Forchheim, seit vergangenem Jahr ist er außerdem stellvertretender Generalsekretär der Bayern-SPD und seit fünf Jahren Mitglied des SPD-Landesvorstandes.

In der Stichwahl unterlag der 49-Jährige der gleichaltrigen Martina Hebendanz von der CSU. Bierkennern ist ihr Nachname ein Begriff: Hebendanz ist Braumeisterin und Geschäftsführerin der gleichnamigen Brauerei in Forchheim. Jetzt ist sie zusätzlich die erste Frau an der Spitze des Forchheimer Rathauses. Laut vorläufigem Endergebnis wählten sie 54,9 Prozent der Forchheimerinnen und Forchheimer. Kirschstein kam auf nur 45,1 Prozent.

Dienstältester OB Deutschlands muss aufhören

Nur etwa 15.000 Einwohner zählt Neustadt bei Coburg. Und dennoch ist der dort amtierende OB vielen über die Stadtgrenzen hinaus ein Begriff. Frank Rebhan von der SPD sitzt in Neustadt bei Coburg nämlich seit 1995 im Chefsessel - seit 31 Jahren also und damit nach Angaben der Stadt so lange wie kein anderer Oberbürgermeister in Deutschland. Gerne hätte der 66-Jährige noch weitere sechs Jahre die Geschicke der Stadt geführt - die Mehrheit der Wahlbeteiligten in der Stadt an der Grenze zu Thüringen wollten aber den Wechsel. Mit 59,9 zu 40,1 Prozent wählten die Bürgerinnen und Bürger den dienstältesten Oberbürgermeister aus dem Chefsessel und Dominik Heike von der CSU in ebendiesen hinein.

Auch der Name Heike dürfte vielen ein Begriff sein. Der 44-Jährige ist der Sohn des früheren Landtagsabgeordneten der CSU, Jürgen W. Heike - und außerdem der Büroleiter des CSU-Bundestagsabgeordneten Jonas Geissler.

Erster Rathaus-Chef ohne zweite Amtszeit in Hof

Einen bekannten Vater hat auch die amtierende Oberbürgermeisterin von Hof, Eva Döhla. Die 53-Jährige von der SPD ist die Tochter des langjährigen SPD-Oberbürgermeisters Dieter Döhla. Dieser war 18 Jahre lang, von 1988 bis 2006, der Chef im Hofer Rathaus. So lange allerdings ließen die Wählerinnen und Wähler Tochter Eva Döhla nicht die Geschicke der Stadt führen.

Recht deutlich - mit nur 39,9 Prozent der Stimmen - wurde Döhla laut vorläufigem Endergebnis bei der Stichwahl nach nur sechs Jahren an der Spitze der Verwaltung abgewählt. Neuer Rathaus-Chef in Hof wird stattdessen mit 60,1 Prozent Stefan Schmalfuß von der CSU.

Wie die neue OB Hebendanz in Forchheim, die Braumeisterin ist, hat auch Schmalfuß einen für Politiker-Karrieren ungewöhnlichen Beruf: Seit beinahe 30 Jahren ist er Chef des Hofer Central-Kinos.

Die Abwahl Döhlas unterdessen kann als historisch bezeichnet werden. Zum ersten Mal in der Geschichte der Stadt Hof haben die Bürger einen Rathaus-Chef bereits nach nur einer Amtszeit wieder abgewählt. Döhla will sich deswegen aber nicht aus der Politik zurückziehen, sondern ein konstruktiver Teil des Stadtrates bleiben, wie sie im Gespräch mit dem BR sagte.

SPD stellt in einstiger Hochburg Bayreuth nach 20 Jahren wieder OB

Nach ebenfalls nur einer Amtszeit haben die Wählerinnen und Wähler in Bayreuth Oberbürgermeister Thomas Ebersberger von der CSU deutlich abgewählt. Er kam bei der Stichwahl auf nur 37,2 Prozent der Stimmen. Neuer OB ist der erst 34 Jahre alte Andreas Zippel, der unter dem doppelt so alten Ebersberger in den vergangenen sechs Jahren Zweiter Bürgermeister der Stadt war.

Vor sechs Jahren war Zippel noch knapp vor der Stichwahl gescheitert. Diesmal setzte er sich gegen insgesamt acht Gegenkandidaten durch und erhielt in der Stichwahl laut vorläufigem Ergebnis 62,8 Prozent der Stimmen.

Für die SPD ist der Wahlsieg Zippels auch das Ende einer langen Leidenszeit. Die einstige Hochburg der SPD - immerhin regierten hier von 1958 bis 2006 durchgehend Sozialdemokraten das Rathaus - ist nach 20 Jahren wieder unter "roter" Führung.

Transparenzhinweis: In einer früheren Version des Artikels haben wir geschrieben, dass Eva Döhla die erste Oberbürgermeisterin Bayerns ist, die nicht in eine zweite Amtszeit gewählt wurde. Das ist falsch. Richtig ist, dass Döhla unter allen bisherigen Oberbürgermeistern von Hof die erste ist, die nach nur einer Amtszeit wieder abgewählt wurde. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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