Wie steht es in den deutschen Großstädten um die Elektrifizierung von Bussen im öffentlichen Nahverkehr? Das hat sich die Deutsche Umwelthilfe angeschaut. Und Nürnberg landet in dem E-Bus-Ranking ziemlich weit vorn: nämlich bundesweit auf Rang vier.
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Nürnberg "sehr früh auf E-Bus-Strategie gesetzt"
Fast jeder zweite Linienbus in Nürnberg ist ein E-Bus, fährt also elektrisch. Derzeit sind nach Angaben der Verkehrsaktiengesellschaft Nürnberg (VAG) 123 E-Busse im Einsatz. Im Jahr 2018 nahm die VAG den ersten E-Bus in Nürnberg in Betrieb. Auf BR-Nachfrage teilt der Vorstandssprecher der VAG, Tim Dahlmann-Resing mit: "Wir haben uns bereits sehr frühzeitig (vor zehn Jahren, 2016) mit einer möglichen Umstellung auf eBusse beschäftigt und dazu eine eBus-Strategie verabschiedet." Diese habe sich im Nachhinein als sehr richtig erwiesen.
Bis 2030 komplette Umstellung auf E-Busse geplant
Bis zum Jahr 2030 wolle die VAG ihre komplette Busflotte auf E-Busse umstellen, so Dahlmann-Resing. Zum Zeitpunkt der Studie der Deutschen Umwelthilfe seien in Nürnberg 123 E-Busse in Betrieb gewesen. Das seien etwa 60 Prozent der insgesamt rund 200 Fahrzeuge starken Busflotte, so der VAG-Vorstandssprecher. In den vergangenen Wochen seien weitere 21 E-Busse geliefert worden, die sukzessive in Betrieb gingen. "Damit wächst unsere eBusflotte auf 144 (70 Prozent)."
Laut dem Ranking der Deutschen Umwelthilfe hat Nürnberg eine E-Bus-Quote von 48,1 Prozent und landet unter insgesamt 39 großen Städten in Deutschland auf dem vierten Platz. Spitzenreiter ist demnach die Stadt Mannheim mit einer Elektro-Quote von 60,6 Prozent.
Nürnberg vorne – München auf Platz 14
Der bayernweite Vergleich zeigt, dass die Stadt Nürnberg Spitzenreiter im Freistaat ist. München landet bei dem Ranking der Deutschen Umwelthilfe auf Platz 14 mit 16,7 Prozent Elektrofahrzeugen im Bestand. Die Landeshauptstadt plant aber – wie auch Nürnberg – keinen Neukauf von Verbrennern bei ihrer Busflotte.
Augsburger Biogasflotte landet auf letztem Platz
Anders sieht es bei der Stadt Augsburg aus, die im Ranking der Deutschen Umwelthilfe auf dem letzten Platz landet. Die schwäbische Großstadt gehöre zu den fünf untersuchten Städten in Deutschland, in denen noch kein einziger batterieelektrischer Bus fahre, kritisiert der Verband. Die anderen vier Kommunen seien Wuppertal, Magdeburg, Essen und Krefeld.
Die Augsburger sehen ihre Busflotte dennoch als umweltfreundlich an. Seit dem Jahr 2011 seien die Augsburger Busse zu 100 Prozent mit Biogas und damit mit regenerativer Energie unterwegs. Der Augsburger Nahverkehr galt deswegen einst sogar als ökologisch vorbildlich. Mittlerweile gilt allerdings EU-weit die Elektromobilität als Maß der Dinge.
Flotte von Elektrobussen: Augsburg rüstet nach
Die Kritik der Deutschen Umwelthilfe: Die Stadtwerke Augsburg setzten aktuell zu zwei Dritteln auf den Neukauf von Verbrennern und hätten noch einmal 30 neue Biogasbusse als Ersatz für veraltete Fahrzeuge gekauft.
Nach Angaben eines Sprechers des Unternehmens sind diese Fahrzeuge noch nötig, weil die Umstellung auf E-Busse mit dem Aufbau der dafür nötigen Infrastruktur nicht so schnell gehe. Allerdings soll parallel auch in Augsburg eine Flotte von Elektrobussen aufgebaut werden. Zunächst seien 15 Fahrzeuge bestellt worden, sagte der Sprecher. Bis 2038 sei dann nach heutigem Stand die komplette Omnibusflotte in Augsburg auf Elektroantrieb umgestellt.
Mit Informationen von dpa
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