Es sind nur wenige Schritte vom Vorzimmer ins Bürgermeisterbüro. Für Alexandra Hörtrich bedeutet dieser Weg trotzdem einen kompletten Neuanfang. Seit gut zwei Wochen ist sie offiziell Bürgermeisterin von Babenhausen im Unterallgäu – dort, wo sie zuvor als Sekretärin des früheren Rathaus-Chefs gearbeitet hat.
In ihrem neuen Büro sitzt sie auf ihrem alten Stuhl, den hat sie aus dem Vorzimmer nämlich mitgenommen. Doch das Gefühl sei ein anderes: "Die Position ist natürlich schon bedeutend verantwortungsvoller und das Gefühl ist tatsächlich anders", sagt Hörtrich mit einem Lächeln.
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Hochwasser als Wendepunkt
Viel Verantwortung übernommen hat sie schon vor zwei Jahren bei der Hochwasserkatastrophe in Babenhausen. Mehr als hundert Menschen mussten evakuiert werden. Alexandra Hörtrich macht sich damals einen Namen, als Krisenmanagerin im Rathaus.
Dabei habe sie sich manchmal gedacht: "Das könnte man doch anders machen, da könnte man doch schneller vorankommen“, erzählt sie. Deshalb kandidiert sie schließlich selbst und zieht in die Stichwahl ein. Gegen Tobias Hiller, der sich ebenfalls während des Hochwassers profiliert hatte, als Einsatzleiter. Mit ihrem Sieg habe sie bis zuletzt nicht gerechnet.
Kolleginnen und Kollegen sehen Vorteile
Im Rathaus selbst sorgt der Wechsel offenbar kaum für Berührungsängste. Viele Kolleginnen und Kollegen kennen Hörtrich seit Jahren. "Nur, dass sie jetzt eine Tür weiter sitzt", sagt ein Mitarbeiter. "Ansonsten hat sich nicht viel verändert." Auch andere Beschäftigte sehen Vorteile darin, dass die neue Bürgermeisterin das Haus bereits bestens kennt.
Für manche im Rathaus hat Hörtrichs Karriere sogar noch eine weitergehende Bedeutung. "Dass man natürlich auch vom Vorzimmer auf den Chefsessel kommen kann – soweit kann man sich hocharbeiten", meint eine Mitarbeiterin. "Das hat schon eine Vorbildfunktion."
Frauen in Führungspositionen weiter unterrepräsentiert
Dabei ist Hörtrich eine Ausnahmeerscheinung. Zwar wurden bei der Kommunalwahl erneut Frauen in Bürgermeisterämter gewählt, insgesamt ist die Zahl von Frauen in kommunalen Führungspositionen in Bayern aber deutlich gesunken.
Die neue Bürgermeisterin von Babenhausen will jetzt vor allem Tempo machen, Dinge schnell erledigen. Ihre Ziele unter anderem: Die Jugend im Ort mitgestalten lassen, den Einzelhandel stärken und ein gepflegter, attraktiver Ortskern.
Rathaus Babenhausen außen
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