Vier Monate nach der Wiesn ist bereits wieder vor der Wiesn: Am Freitagvormittag wurde im Münchner Rathaus das Oktoberfest-Motiv 2026 offiziell enthüllt. Erfahrungsgemäß werden hohe Maßstäbe angelegt, schließlich ist die Wiesn nicht nur ein Spaß-, sondern auch ein großer Wirtschaftsfaktor für die Stadt.
Kräftige Farben und echte Emotionen
Der untere Bildbereich wirkt wie eine Tischfläche. Darüber sind in kräftigen Farben die Frauenkirche und typische Wiesn-Elemente wie Tuba, Breze, Riesenrad, Lebkuchenherz und Maßkrug zu sehen. Der Siegerentwurf verbinde Tradition und Moderne, lenke mit seiner leuchtenden Farbigkeit den Blick auf sich und wecke echte Emotionen, lobt Wiesnchef Christian Scharpf (SPD). Der Stil erinnere an Lyonel Feiniger, den expressionistischen Maler und Bauhaus-Künstler.
Flexibles Motiv für Werbung und Merchandising
Das Oktoberfest-Motiv wird im wahrsten Sinne um die Welt gehen: im Internet und sozialen Medien, auf 10.000 Plakaten, Sammelmaßkrügen, T-Shirts, Anstecknadeln und weiteren Lizenzartikeln wird es für das größte Volksfest der Welt werben.
Das Motiv müsse deshalb flexibel einsetzbar sein, erklärt Scharpf. Man müsse auch auf den ersten Blick erkennen, dass es um die Wiesn gehe, und müssten Stimmungen transportiert werden. All das werde mit dem Siegerbild erfüllt.
Entwurf kommt aus Landkreis Freising
Das Motiv stammt von dem Grafiker und Illustrator Florian Huber aus Kranzberg im Landkreis Freising, der selbst ein großer Wiesnfan ist - "dieses Jahr vielleicht noch ein bisschen mehr", wie er schmunzelnd sagt. Bereits 2021 hatte er in dem Wettbewerb für das Motiv den dritten Platz belegt. Umso mehr freut er sich, dass er es heuer ganz "gerissen hat". Gegen rund 90 Konkurrenten hat er sich bei dem Wettbewerb durchgesetzt und bekommt nun auch ein Lizenzhonorar von 5.000 Euro.
Insgesamt waren rund 130 Entwürfe eingereicht worden. Knapp 90 erfüllten die Vorgaben und wurden für die Online-Publikumsabstimmung zugelassen. Die 31 favorisierten Entwürfen wiederum wurden dann einer Fachjury vorgelegt, die das letzte Wort hatte.
Motiv mit Brauereipferden auf Platz zwei
Den zweiten Platz belegte übrigens ein Münchner, den man eigentlich eher als Liedermacher und Stadtrat kennt, der aber auch gelernter Schildermaler ist: Roland Hefter. Bei seinem Entwurf stehen zwei Brauereipferde im Mittelpunkt – auf der Wiesn ein beliebtes Fotomotiv, das jedoch im Wettbewerb eher selten eingereicht wird. "Ein toller Entwurf, und er hätte sich auch sehr gut geeignet", befand Scharpf. Die Jury habe letztlich aber anders entschieden.
Auf Platz drei landete ein Entwurf des Kommunikationsdesigners Philipp Dauer, einem gebürtigen Regensburger. Er setzte auf einen humoristischen Comic-Stil – mit einem rothaarigen Münchner Kindl.
Das Oktoberfest findet heuer vom 19. September bis zum 4. Oktober auf der Münchner Theresienwiese statt.
Im Video: Vorstellung - Plakatmotiv Oktoberfest 2026
Es zeigt typische Elemente wie Maßkrug, Riesenrad und auch die Frauenkirche.
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