Ein Schreibtisch, ein PC, eine kleine Sitzecke und ein kuscheliges Hundekissen in der Ecke. Diplom-Psychologin Susanne Popp teilt sich ihr Büro in der Institutsambulanz in der Klinik am Europakanal Erlangen mit ihrer Hündin Amy. "Die Amy ist ein guter Türöffner", sagt Popp, vor allem wenn Patienten kämen, die sich eigentlich nicht untersuchen lassen möchten. Amy sitzt dann gerne neben ihnen, lässt sich streicheln oder ist einfach still und schafft ein beruhigendes Umfeld.
Erste Klinik in Deutschland
Im Klinikumfeld Hunde mit zur Arbeit zu nehmen, ist nicht so einfach. Es müssen einige Vorgaben erfüllt werden, erklärt Personalmanagerin Christina Hayek. Hygienevorgaben müssen beachtet werden, die Tiere vollständig geimpft sein und auch eine Probephase im Team muss überstanden werden. Doch trotz des organisatorischen Aufwands führten die Bezirkskliniken Mittelfranken das Programm vor drei Jahren ein – als erstes Klinikunternehmen in Deutschland. Inzwischen nehmen von rund 3.500 Mitarbeitenden aller Standorte 80 ihre Vierbeiner mit auf die Arbeit.
Amy erste Hündin am Arbeitsplatz
Ein Drittel der Mitarbeitenden mit Hund sind laut Hayek dabei in patientennahen Berufen, also sind Ärzte, Pflegekräfte, Psychologen oder Therapeuten. Susanne Popp als Psychologin ist eine davon. Sie ist eigentlich die Pionierin des Programms, da sie Amy schon seit acht Jahren zur Arbeit mitbringt und sie auch als Therapiehund ausgebildet hat. Mindestens dreimal in der Woche ist sie bei geriatrischen Therapiegruppen dabei. "Ich darf eigentlich gar nicht ohne Amy in so eine Gruppe kommen, weil dann die Teilnehmenden total enttäuscht sind", sagt Popp. Amys Aufgabe: Sie kann die Gruppe beruhigen, aber auch durch Therapiespiele mit Ball oder Würfel aktivieren.
Eisbrecher bei Diagnosegesprächen
Auch Angela Schmidt bringt ihre Hündin Bella seit drei Jahren mit zur Arbeit. Die Fachärztin in der Psychiatrie nutzt sie als Eisbrecher bei psychiatrischen Screenings, wenn es um eine ADHS oder Autismus-Diagnose geht. Bella war dabei schon oft der beruhigende Part in der für die Patienten angespannten Situation. Schmidt gibt zu, dass ein Hund auf der Arbeit auch mehr Aufwand bedeutet. Trotzdem überwiegen für Sie die Vorteile. Denn natürlich sei es schön, "seine Lebensgefährtin" dabei zu haben, die sie auch nach schweren Gesprächen aufheitern kann.
Feedback gut bei den Bezirkskliniken Mittelfranken
Personalmanagerin Hayek bekommt gutes Feedback der Mitarbeitenden. Hunde, die zur Arbeit mitgebracht werden, brauchen keinen Sitter, können dadurch besser in den Alltag integriert werden und auch im Team sorgen sie für gute Stimmung, heißt es gegenüber ihr. Und gerade durch den Therapiehundeaspekt profitieren die Bezirkskliniken Mittelfranken von dem Programm.
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