Susanne Engel und Alexander Mönikheim stehen vor dem Schülertreff Annapark in Nürnberg.
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Susanne Engel (re.) und Alexander Mönikheim setzen sich dafür ein, dass der Schülertreff, den ihre Tochter regelmäßig besucht, erhalten bleibt.
Bildrechte: BR / Isabel Pogner
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Susanne Engel (re.) und Alexander Mönikheim setzen sich dafür ein, dass der Schülertreff, den ihre Tochter regelmäßig besucht, erhalten bleibt.

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Eltern schlagen Alarm: Aus für Nürnberger Schülertreffs?

Eltern schlagen Alarm: Aus für Nürnberger Schülertreffs?

Die Stadt Nürnberg will die letzten beiden städtischen Schülertreffs zum Schuljahresende schließen. Eltern wehren sich dagegen. Sie haben Angst, dass besonders Mittel- und Förderschüler dann nicht mehr gut betreut werden.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Susanne Engel, Alexander Mönikheim und ihre Tochter sitzen im Annapark in Nürnberg und packen bunte Filzstifte aus. Sie wollen ein Plakat gestalten, für die nächste Kundgebung. Auf Kundgebungen sind sie momentan oft. Denn der Schülertreff direkt auf der anderen Seite der Straße soll zum Schuljahresende geschlossen werden. Ebenso der zweite städtische Schülertreff in der Amberger Straße. Etwa 50 Jugendliche sind davon betroffen. "Ohne weiß ich nicht, wie wir die Betreuung für unsere Tochter gut gewährleisten sollen", sagt Engel.

Unterstützung bei den Hausaufgaben

Engel ist Elternbeirätin im Schülertreff Annapark. Ihre Tochter ist neurodivers. Ihr Gehirn funktioniert also etwas anders als das von anderen Schülerinnen und Schülern. "Zum Beispiel kann sie am Nachmittag nicht selbstständig Hausaufgaben erledigen", sondern braucht dabei Unterstützung, sagt Engel. Doch die Eltern arbeiten Vollzeit und können ihrer Tochter nicht jeden Tag bei den Hausaufgaben helfen.

Alexander Mönikheim findet das "äußerst kritisch". In der Südstadt leben viele Arbeiterfamilien, manche Eltern sprechen kaum Deutsch. "Und gerade Jugendlichen, die in prekären Situationen aufwachsen, hilft der Schülertreff, ihr Leben in geregelte Bahnen zu bekommen."

Das Konzept der Schülertreffs geht über eine bloße Nachmittagsbetreuung hinaus. Dort arbeiten ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen, die den Jugendlichen bei den Hausaufgaben helfen, mit ihnen Probleme besprechen und soziale Kompetenzen stärken. Chris Brandt setzt sich ebenfalls für den Erhalt der Schülertreffs ein. Er ist Lehrer und sagt: "Ich merke, dass meine Schüler Unterstützung am Nachmittag brauchen."

Initiative "Schülertreffs bleiben!"

Brandt und Engel sind Teil der Initiative "Schülertreffs bleiben!". Sie organisieren Kundgebungen, verteilen Flyer und haben eine Petition gestartet. Sie möchten das Thema erneut in den Nürnberger Stadtrat bringen. Der hatte die Schließungen im November im Rahmen der Haushaltskonsolidierung beschlossen. Die Stadt will damit 170.000 Euro pro Jahr einsparen, erklärt das Jugendamt.

Stadt Nürnberg muss sparen

Die Stadt steht finanziell unter enormem Druck. Sie muss quer durch alle Bereiche sparen. 30 Millionen Euro sollten so für den Haushalt 2026 zusammenkommen. "Wir müssen kürzen, obwohl der Bedarf steigt", resümierte Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales, im November im Rahmen des Stadtratsbeschlusses. Das sei "schmerzlich", aber nötig, um "überhaupt handlungsfähig zu bleiben".

Zum Fall der Schülertreffs erklärt das Jugendamt: "Inzwischen stehen für die nachschulische Betreuung an vielen Nürnberger Mittelschulen offene und gebundene Ganztagsangebote zur Verfügung, die in schulischer Verantwortung liegen. Darüber hinaus bietet die Jugendhilfe in vielen Stadtteilen offene Formen der Kinder- und Jugendarbeit an." Zudem würden die beiden Standorte künftig weiter für die Mittagsbetreuung, beziehungsweise den Jugendtreff genutzt werden.

Bedarf steigt, Angebote überlaufen

Brandt glaubt, dass für die betroffenen Jugendlichen mit den Schließungen dennoch ein adäquater Ersatz fehle: "Nicht in allen Angeboten arbeiten geschulte Sozialarbeiter, die auf den Förderbedarf mancher Kinder eingehen können." Zudem seien die bestehenden Angebote überlaufen.

Das Jugendamt erklärt, Eltern und Familien seien frühzeitig über die Schließung informiert und bei der Suche nach einer Anschlussbetreuung unterstützt worden. Die Initiative "Schülertreffs bleiben" will nun Druck machen. Bei der nächsten zum Thema relevanten Stadtratssitzung am 17. Juni wollen sie vor dem Rathaus demonstrieren – und bis zu den Sommerferien noch weitere Aktionen planen.

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