Blick in einen Hopfengarten.
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Der Hopfenanbau leidet unter dem Klimawandel, insbesondere unter dem fehlenden Regen.
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Der Hopfenanbau leidet unter dem Klimawandel, insbesondere unter dem fehlenden Regen.

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"Wir schauen der Hopfenernte beim Vertrocknen zu"

"Wir schauen der Hopfenernte beim Vertrocknen zu"

Die mittelfränkischen Hopfenbauern fürchten um ihre Ernte. Es ist zu trocken - die Dolden bleiben mickrig und bringen weniger ein. Ein großangelegtes Bewässerungsprojekt soll den Hopfen im Spalter Hügelland retten.

Über dieses Thema berichtet: Frankenschau aktuell am .

Hopfenbauer Tobias Merkenschlager nimmt sich eine Handvoll Erde von seinem Hopfengarten. Sie ist so trocken, dass sie durch seine Finger rieselt. Hitze und Trockenheit machen seinen Pflanzen zu schaffen. In wenigen Wochen ist Ernte. Für diese Zeit im Jahr sind die Früchte aber zu klein. Merkenschlager seufzt: "Kleine Pflanzen geben einen kleinen Ertrag."

Die klimatischen Bedingungen werden sich zuspitzen. Andreas Hoffmann von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf rechnet in den kommenden 15 bis 20 Jahren mit einem Wettstreit um Wasser, nämlich dann, wenn die Winterniederschläge gering sind und mehrere Wirtschaftszweige um Wasser aus Flüssen oder dem Grundwasser konkurrieren.

Hopfenbauers Feind Nr. 2: die Gemeine Spinnmilbe

Hopfenpflanzen kämpfen bei der Hitze gegen ein weiteres Problem: Die Gemeine Spinnmilbe, ein Schädling, hat es auf ihren Saft abgesehen. Sie fühlt sich in der Hitze wohl und breitet sich immer weiter aus. Wenn die Blätter, etwa wegen Trockenheit, zu wenig Saft enthalten, wendet sich das Tierchen den Dolden zu und sticht auch diese an. "Dann kann man die nicht mehr brauchen", sagt Anna Zinner vom Hopfenring Südbayern. Eine andere Milbe macht dem Schädling den Garaus: die Raubmilbe. Sie wird von einigen Bauern im Spalter Hopfenland bereits eingesetzt und verdrängt die Spinnmilbe auf natürliche Weise. Für gesunde und starke Hopfenpflanzen ist die Milbe keine große Bedrohung – doch hier kommt wieder die Trockenheit ins Spiel. Und eine Lösung.

Bewässerung macht den Unterschied

Schon vor zehn Jahren hat Tobias Merkenschlager, dessen Familie seit Generationen Hopfen anbaut, das Problem erkannt und investiert: 70.000 Euro für eine Bewässerungsanlage für sieben Hektar seiner Anbaufläche. "Dass der Klimawandel eine extreme finanzielle Belastung für uns wird, hat noch keiner begriffen", meint er. Etwa die Hälfte der Fläche im Spalter Anbaugebiet kann bereits durch Grundwasserbrunnen bewässert werden. Magdalena Eitels Hopfengärten gehören nicht dazu. "Wir schauen der Ernte beim Vertrocknen zu", sagt die Hopfenbäuerin.

Künstlicher Regen für 400 Hektar Hopfenland

Tobias Merkenschlager kann und will das traditionsreiche Hopfenanbaugebiet im Landkreis Roth nicht untergehen sehen. Er plant gemeinsam mit seinem Kollegen Andreas Auernhammer etwas ganz Großes: ein Bewässerungssystem für 400 Hektar Hopfengärten, das eben nicht vom Grundwasser gespeist wird. "Bewässerung ist der Schlüssel zum Erfolg", davon ist nicht nur Tobias Merkenschlager überzeugt, auch die anderen Hopfenbauern aus der Region sind mit im Boot und haben sich zum Wasserverband Unteres Rezattal zusammengeschlossen. Es geht um 400.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr für ihre Hopfengärten. Die Investition: bis zu 20 Millionen Euro. Die Hälfte will der Freistaat Bayern beisteuern, den Rest müssen die Landwirte gemeinsam finanzieren.  Aber woher soll das Wasser kommen?

Hopfendolden.
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Trockenheit macht dem Hopfen zu schaffen, etwa im Spalter Land. Ist deshalb das bayerische Bier in Gefahr?

Wasser für den Sommer speichern

Alle Hoffnungen liegen auf der Schwäbischen Rezat, einem Flüsschen, das in Weißenburg entspringt und sich durch das Hopfenanbaugebiet schlängelt. Sie hat den großen Vorteil, dass sie aus dem Brombachsee Wassernachschub bekommen kann. Aus ihr soll das Wasser für das Bewässerungssystem entnommen werden, wenn sie ausreichend Wasser führt, etwa im Winter oder bei viel Regen. Dafür ist ein Uferfiltratbrunnen neben dem Fluss geplant. Von hier soll das Wasser in verschiedene Speicherbecken und einen Speichersee in Spalt, eine ehemalige Sandgrube, geleitet werden. Bei Trockenheit wird es dann ins Hopfenanbaugebiet gepumpt. Wertvolles Grundwasser würde dadurch nicht angetastet. Der parteilose Bürgermeister von Spalt, Thomas Peitz, unterstützt das Vorhaben: "Was nützt uns das, wenn wir keine Bauern haben, die noch einen Hopfen anbauen. Dann verlieren wir ein Stück Heimat, und das darf nicht passieren."

Eine Zukunft für die Hopfen-Region

Das Vorhaben muss noch viele bürokratische Hürden nehmen. Doch das Bewässerungsprojekt würde den Hopfenbauern eine Perspektive für die Zukunft im Klimawandel geben. "Das würde das alles vereinfachen. Vor allem würde es auch wieder mehr Spaß machen", lacht Magdalena Eitel. "Ich steh hinter diesem Bewässerungsverband", meint ein anderer. "Wir hoffen, dass es relativ schnell was wird", ein Dritter.

In einem Jahr sollen die konkreteren Planungen fertig sein. Dann wissen die Landwirte auch, welche Kosten auf sie zukommen würden. Der Wasserverband Unteres Rezattal ist der erste dieser Art in Bayern – er kann zum Vorbild für andere Landwirte werden. Tobias Merkenschlager jedenfalls wird gemeinsam mit den anderen weiterkämpfen für das kleine, aber landschaftsprägende Anbaugebiet im Spalter Hügelland: "Wir brauchen Zukunft. Dann kann man auch junge Leute für den Job gewinnen."

Eine Frau betrachtet ein Hopfenblatt mit Milbe durch eine Lupe.
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Ein Schädling – die Gemeine Spinnmilbe – vermehrt sich in heißen Sommern schnell. Der Hopfen hat ihr wenig entgegenzusetzen.

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