Der gebürtige niederbayerische Unternehmer Bernhard Eugen Fritsch steht seit Donnerstag auf der "Most Wanted"-Liste des amerikanischen FBI. Fritsch wird wegen Betrugs vom FBI gesucht, wie aus dem Fahndungsplakat der US-Behörde hervorgeht.
Fritsch wird in Bayern vermutet
Das FBI bietet eine Belohnung von bis zu 150.000 US-Dollar für Informationen, die zur Festnahme und Verurteilung von Fritsch führen. Vor fünf Monaten, zu Ostern, postete Fritsch zuletzt auf einem seiner Social-Media-Profile Bilder eines Biergartenbesuchs in Tutzing. Vom FBI wird er aktuell in oder in der Nähe von München vermutet.
Der gebürtige Landshuter soll in den USA Prominente und Social-Media-Influencer um mehrere Millionen Euro betrogen haben. Im April 2025 sprach ihn ein Gericht in Kalifornien des "Wire Fraud", also des elektronischen Betrugs, schuldig. Der angerichtete Schaden wird auf 20 bis 25 Millionen Dollar beziffert.
Nur deutsche Behörden dürfen Festnahmen vollziehen
Das bayerische Landeskriminalamt (LKA) teilte auf BR-Anfrage mit, dass das FBI in Bayern keine Festnahme durchführen darf und wird. Das obliege allein den deutschen Behörden, genauso wie die Entscheidung, ob eine Person überhaupt verhaftet wird. Das FBI könne höchstens eine bereits festgenommene Person etwa am Flughafen übernehmen, wenn die Auslieferung juristisch genehmigt sei. Ob deutsche Behörden vom FBI über die Fahndung informiert wurden, und ob diese tätig werden, konnte die Generalstaatsanwaltschaft München noch nicht beantworten.
Prominente und Influencer unter den Opfern
Fritsch wird vorgeworfen, mit seiner kalifornischen Firma "Starclub Inc." zwischen 2014 und 2017 etwa 35 Millionen US-Dollar von Investoren eingeworben zu haben. Dabei soll er angegeben haben, eine Software zu entwickeln, mit der Prominente und Influencer mithilfe ihrer Markenauftritte in den sozialen Medien Geld verdienen können. Nach Angaben des FBI soll er die wirtschaftliche Lage seiner Firma erheblich positiver dargestellt haben, als sie tatsächlich war.
Nach Bayern abgesetzt?
Im Juni 2025 setzte sich Fritsch vor einer Anhörung zur Kautionsaufhebung ab. Er soll zunächst nach Los Mochis im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa geflohen sein. Daraufhin erging ein US-Haftbefehl gegen ihn. Im September nahmen ihn mexikanische Behörden kurzzeitig fest, weil er eine falsche Identität genutzt hatte. Er wurde unter Auflagen freigelassen, erschien jedoch nicht zu den vorgeschriebenen Terminen. Stattdessen reiste er wohl im Oktober 2025 nach München, so die Informationen des FBI.
Im Video: Niederbayer auf der FBI-"Most Wanted"-Liste
BR-Korrespondent Nico Angerstorfer berichtet aus Landshut.
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