An der Zugspitze sind bei dem Felssturz in dieser Woche deutlich größere Gesteinsmengen herausgebrochen als bisher gedacht. Weitere Felsmassen könnten noch abbrechen, so die Meinung von Forschern. Mit Hilfe einer Spezial-Drohne soll geklärt werden, welches Ausmaß der Abbruch hatte und ob noch Eis im Fels übrig ist. Der heiße Sommer könnte dem Permafrost geschadet haben.
Deutlich mehr abgebrochen als zunächst geschätzt
Die Drohne startet auf der Zugspitze direkt gegenüber der Ausbruchstelle auf rund 2.800 Metern Höhe. Sie fliegt dicht an die Felswand heran und liefert hochauflösende Bilder. Damit können die Forscher die Abbruchfläche zentimetergenau vermessen.
Bilder der Drohne zeigen: Der Felssturz war deutlich größer als zunächst gedacht. Statt der ursprünglich geschätzten 30 Kubikmeter sind offenbar mehr als 100 Kubikmeter Gestein abgebrochen.
Suche nach instabilen Stellen im Fels
Mit hochauflösenden Bildern suchen sie nach weiteren instabilen Stellen im Fels. Für die Untersuchungen auf der Zugspitze haben die Forscher eine Infrarotkamera an der Drohne angebracht. Sie macht Temperaturunterschiede sichtbar und kann so Hinweise auf Eis im Fels liefern. Denn genau das ist an der Zugspitze entscheidend. In den steilen Felswänden gibt es noch Permafrost.
Geologe: Felsstürze werden sich häufen
Doch die Temperatur ist dort in den vergangenen 20 Jahren von -1,2 auf -0,7 Grad gestiegen. Und damit steige die Gefahr, sagt der Geologe Prof. Michael Krautblatter: "Diese Felsstürze werden wir in den nächsten Jahren öfter sehen. Darum ist es auch so wichtig festzustellen, an welchen Stellen das passieren kann." Man wolle jetzt die Überwachung der Zugspitz-Nordwand weiter hochfahren, so Krautblatter. Dafür soll ein Laserscanner installiert werden. Mit dem können mögliche Gefahrenstellen früh erkannt werden.
Keine Gefahr für Bahn und Menschen
Der Felssturz an dem 2.962 Meter hohen Berg hatte sich in unzugänglichem Gelände nahe der deutsch-österreichischen Grenze in rund 2.800 Metern auf der Nordseite ereignet. Er hat eine weithin sichtbare Staubwolke verursacht, aber weder Gebäude noch Infrastruktur beschädigt. Auch Menschen wurden nicht verletzt – in dem Gebiet verlaufen keine offiziellen Steige.
Zum Video: Nach Felssturz an der Zugspitze
An Deutschlands höchstem Berg gab es zwei Felsstürze. Mehr als ein paar Steine. Das zeigen neue Messungen.
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