Um dieses Gebäude dreht sich alles – und vor allem dreht sich alles um die Frage: Ist es ein Gartenhaus und macht der Stadtrat eine Ausnahme?
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Innovative Idee gegen Bebauungsplan: Wenn Bürokratie siegt

Innovative Idee gegen Bebauungsplan: Wenn Bürokratie siegt

Ein junger Unternehmer aus Fladungen hat eine innovative Idee: Lassen sich alte Flugzeuge umnutzen und bewohnbar machen? Den Prototyp stellt er auf das Grundstück seiner Eltern. Doch dann kommt die Bürokratie ums Eck.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Es klingt nach einer guten Idee: Statt Flugzeuge auszumustern und auf den Schrottplatz zu legen, könnten Menschen dort wohnen. Ein Unternehmer aus Fladungen hat genau diese Idee. Und als er bei einem Händler für Flugzeugteile in Nordrhein-Westfalen die Chance hatte, griff er zu: Ein vier Meter langes Stück eines Airbus A321 zog nach Franken und landete auf dem Grundstück seiner Eltern. Hinten ist es mit einer Holzwand verschlossen, vorne hat es eine Glastür. Praktisch fungiere es als Gartenhütte, sagt Benedikt Schmidt.

Bürokratische Hürde Bebauungsplan

Doch nun kommt die Bürokratie ins Spiel. Denn Gartenhütten sind auf dem Grundstück an dieser Stelle laut Bebauungsplan zwar zulässig, aber nicht in dieser Form. Denn für das Grundstück gilt laut der Stadt Fladungen ein Bebauungsplan aus den 1960er Jahren. Und dieser erfordere für Nebenbauten ein Flachdach. Das kann ein Flugzeug aber aufgrund seiner Bauform nicht einhalten. Laut der Stadt Fladungen muss das Flugzeugstück entweder wieder weg oder Benedikt Schmidt beantragt eine Ausnahmegenehmigung. Abbauen sei für ihn keine Option gewesen. Also greift er zu Stift, Papier und seinem PC und beantragt eine Ausnahmegenehmigung.

Kindheitstraum aus Aluminium

Flugzeuge interessieren ihn schon seit seiner Kindheit, ein "Flugzeug oder ein Flugzeugstück waren schon immer mein Traum", so der studierte Ingenieur. Beruflich kümmert er sich inzwischen mit einem eigenen Unternehmen um Upcycling. Und aus diesen beiden Gründen hängt er so an seinem Flugzeug, erzählt er.

Im vergangenen Jahr ist sein Antrag zum ersten Mal im Stadtrat und wird abgelehnt. Diese Woche nun beriet die Stadt erneut über den Antrag. Dabei fiel der Satz, dass es keine Veränderungen zum letzten Mal gebe. Außerdem ging die Stadt laut Sachvortrag auch von einer teilgewerblichen Nutzung aus. Dem wiederum widerspricht Benedikt Schmidt: Denn eine gewerbliche Nutzung habe er nie geplant und er habe inzwischen auch die nötigen Unterschriften der Nachbarn eingeholt.

Missverständnis "Flugzeughotel"

Dahinter steckt ein Missverständnis: Die Verwaltung der Stadt Fladungen war auf seinen Account bei Instagram aufmerksam geworden. Und der heißt "Flugzeughotel". Und daraus schloss die Verwaltung, so hieß es in der Stadtratssitzung, dass eine gewerbliche Nutzung zumindest im Raum stehe. Dabei heißt der Account "Flugzeughotel", weil Eigentümer Benedikt Schmidt herausfinden wolle, ob alte Flugzeuge prinzipiell zu Wohnräumen oder Hotels umgebaut werden können. Tatsächlich als Hotel nutzen wolle er das Flugzeug in seinem Garten nicht.

Stadt lobt Projekt, bleibt aber hart

"Das Projekt finde ich klasse", sagte ein Stadtrat. Und per se sei die Stadt Fladungen auch nicht gegen das Projekt, so der zweite Bürgermeister von Fladungen, Pius Müller (Freie Wählergemeinschaft), nach der Stadtratssitzung gegenüber dem BR. Doch an dem Standort könne die Stadt den Flugzeugrumpf nicht genehmigen. Der Bebauungsplan lasse das nicht zu.

Das Stück seines Flugzeuges war früher für eine italienische Fluggesellschaft in der Luft unterwegs. Jetzt wird es wohl nochmal auf Reisen gehen – wenn Benedikt Schmidt entschieden hat, wo er sein Flugzeug zukünftig aufbauen möchte.

Im Video: Stadtrat stimmt über außergewöhnliches Gartenhaus ab

Stadtrat stimmt über außergewöhnliches Gartenhaus ab.
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Flugzeugrumpf

Dieser Artikel ist erstmals am 17. Januar 2026 auf BR24 erschienen. Das Thema ist weiterhin aktuell. Daher haben wir diesen Artikel erneut publiziert.

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