Kerstin Münch im Hotel in Dubai
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Kerstin Münch ist in Dubai gestrandet.
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Gestrandete Touristen in Golfstaaten: "Das ist super scary"

Gestrandete Touristen in Golfstaaten: "Das ist super scary"

Rund 30.000 deutsche Reisende saßen beim Kriegsausbruch im Nahen Osten in der Golfregion fest. Inzwischen bewegt sich etwas: Erste Rückflüge sind angekündigt. Für die Betroffenen eine unsichere Zeit.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Andrea Heuer aus Nürnberg ist mit ihrem Mann in Dubai gestrandet. "Man hört ab und zu Detonationen hier. Es fliegen mal Kampfflugzeuge drüber", erzählt sie dem BR. Sie hätten Explosionen gehört und Rauchwolken gesehen. Mehrfach hätten sie nach Raketenalarm Schutzräume aufsuchen müssen. "Das ist natürlich super scary", sagt Heuer.

Gutes Krisenmanagement in den Golfstaaten

Zugleich lobt Heuer das Krisenmanagement der Behörden vor Ort. Innerhalb kurzer Zeit seien sie vom Flughafen in ein Hotel gebracht worden. "Kost und Logis wird übernommen. Die Versorgung mit Informationen ist sehr gut. Wir werden sehr gut betreut", berichtet Heuer.

Sie hofft, bald über Saudi-Arabien oder den Oman zurück nach Deutschland zu kommen. Von der ersten Reaktion der Bundesregierung ist sie allerdings enttäuscht. Sie habe sich mehr erwartet als den Hinweis, sich auf die Krisenvorsorgeliste "ELEFAND" einzutragen.

Ebenfalls in Dubai hörten Kerstin Münch und ihr Mann Einschläge: "Wir mussten ganz schnell aufgrund der Warn-App und dem Signalton unser Zimmer verlassen." Mit vielen anderen hätten sie bis zum Morgengrauen in der Lobby gewartet.

Ihre Zimmernachbarn hätten versucht, auf eigene Faust mit einem Taxi zum Flughafen zu kommen, berichtet Münch. "Dann hat es aber da genau eingeschlagen, in der Nähe des Flughafens, mit Riesenrauchwolke." Entsprechend sei die Stimmung in ihrem Hotel: "Zwar nicht panisch, aber ziemlich gedrückt." Sie haben nun einen Flug nach Ägypten gebucht.

Komplizierte Ausreise über andere Staaten

Am Montag kündigte die Bundesregierung Evakuierungsflüge an, zunächst für Kranke, Kinder und Schwangere. Erste Flüge sollen am Dienstag in Deutschland landen. Der Rückweg dürfte für einige umständlich werden. Viele Lufträume sind weiter gesperrt. Flugzeuge sollen zunächst Riad in Saudi Arabien und Maskat im Oman anfliegen.

In einer Mitteilung des Auswärtigen Amts an Reisende in der Krisenregion heißt es, dass trotz einer offiziellen Sperrung des Luftraums in den Vereinigten Arabischen Emiraten einige Flüge vom Flughafen Abu Dhabi abfliegen. Zusätzlich gebe es Pläne für Flüge ab Dubai. Allerdings könnten sich aufgrund der Luftangriffe "jederzeit Änderungen" ergeben. Dazu gibt das Auswärtige Amt Hinweise zur Ausreise über den Landweg nach Oman und Saudi-Arabien.

Selbstorganisierte Rückreise über Oman

Probiert hat das unter anderem der Journalist Max Koterba. Auf Instagram berichtet er von seiner selbst organisierten Ausreise aus Katar. Sein Vorhaben: Mit dem Bus quer durchs Land nach Saudi-Arabien und von dort einen Flug nach Deutschland nehmen. Im Bus sei er der einzige Fahrgast gewesen, berichtet Koterba.

Allerdings fährt der nur bis zum Ausreisepunkt in Katar. Bis zum Grenzposten von Saudi-Arabien sind es dann noch einige Kilometer Wüstenstraße. Hier hat Koterba Glück, wie er berichtet und trifft auf hilfsbereite Unterstützer: An einer Tankstelle findet er einen Fahrer, der ihn nach Saudi-Arabien mitnimmt – und an der Grenze beim Dolmetschen und mit Visa-Angelegenheiten hilft.

Auch Daniela K. ist mittlerweile auf dem Rückweg. Sie wollte mit einer deutschen Reisegruppe durch den Oman, Abu Dhabi und Dubai fahren. "Bis Abu Dhabi sind wir gekommen und sind nun froh irgendwie wegzukommen", schreibt sie. Zwischenstationen sind Maskat im Oman, Amman in Jordanien und Istanbul in der Türkei. Eine angenehme Reise erwartet sie nicht: "Die Angst vorm Flug steigt..." Sie fürchte, von Raketen oder Drohnen beschossen zu werden.

Weiter Warten auf Flugmöglichkeiten

Andere hängen weiter in der Luft – beziehungsweise im Hotel in Dubai fest, wie eine Reisende aus Baden-Württemberg dem BR berichtet, die anonym bleiben möchte. Vom Auswärtigen Amt fühlt sie sich im Stich gelassen. Das Hotel habe sie auf eigene Kosten verlängert. "Wir versuchen einfach alle, einen Flug nach Deutschland zu bekommen, das ist aber nicht so einfach", sagt sie.

Ein Problem: Der Preis. "Wir haben heute eine Möglichkeit aufgetan, aber einfach zum achtfachen Preis." Der Flug hätte mehr als 1.000 Euro gekostet, ohne Gepäck. Und damit Hunderte Euro mehr als der Hinflug. Unsicher fühle sie sich in Dubai allerdings nicht: "Die Leute hier tun alles dafür, dass es sicher ist."

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