Hanngörg Zimmermann erfährt am Handy, dass er zum Landrat gewählt wurde
Hanngörg Zimmermann erfährt am Handy, dass er zum Landrat gewählt wurde
Bild
Jubelstimmung in Forchheim: Hanngörg Zimmermann hat sich in der Stichwahl zum Landrat durchgesetzt.
Bildrechte: Privat
Schlagwörter
Bildrechte: Privat
Audiobeitrag

Jubelstimmung in Forchheim: Hanngörg Zimmermann hat sich in der Stichwahl zum Landrat durchgesetzt.

Audiobeitrag
>

Gößweinstein ohne Bürgermeister: Zimmermann wird Landrat

Gößweinstein ohne Bürgermeister: Zimmermann wird Landrat

Erst vor zwei Wochen wurde Hanngörg Zimmermann zum Gößweinsteiner Bürgermeister gewählt. Seit Sonntag ist klar: Nun wird er Landrat und muss das Bürgermeister-Amt ablegen. Ist Gößweinstein nun bürgermeisterlos?

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Im Landkreis Forchheim hat sich Hanngörg Zimmermann (FW) bei der Stichwahl überraschend durchgesetzt und wird damit neuer Landrat. Vor zwei Wochen wurde Zimmermann als Bürgermeister von Gößweinstein wieder gewählt. Er hatte aber vorab klargemacht, dass er dieses Amt niederlegen werde, sollte er zum Landrat gewählt werden. Auch Marco Meier (FW) ist Bürgermeister in Ornbau, wurde aber am Sonntag zum Ansbacher Landrat gewählt.

Knappe Wahl im Landkreis Forchheim

Zimmermann lag nach vorläufigem Endergebnis mit 50,6 Prozent der Stimmen nur hauchdünn vor Oliver Flake (CSU), der auf 49,4 Prozent kam. Den Unterschied machten nach Angaben des oberfränkischen Landkreises rund 600 Stimmen aus. Flake hatte im ersten Wahlgang am 8. März mit 41,9 Prozent der Stimmen noch klar vor Zimmermann gelegen, der nur auf 28,2 Prozent gekommen war. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,5 Prozent. Etwa 91.500 Menschen waren wahlberechtigt.

Da Zimmermann bereits seit 2014 Bürgermeister von Gößweinstein ist, trat er noch vor zwei Wochen erneut zur Wahl an und gewann. Landrats-Konkurrent Flake galt als Favorit im Wettrennen um den Landratsposten. Zu seinem Sieg in der Stichwahl sagt Zimmermann dem BR: "Ich muss erstmal realisieren, was da passiert ist. Ich kann es noch gar nicht fassen." Zwar habe er auf den Posten gehofft – regelrecht damit gerechnet habe er aber nicht.

Gößweinstein ohne Bürgermeister?

Am 1. Mai beginnt Zimmermanns Amtszeit als Landrat. Bis dahin muss er die Amtsgeschäfte im Gößweinsteiner Rathaus gut dokumentieren, um sie dann erst einmal an die Verwaltung im Rathaus zu übergeben. Bei einer konstituierenden Sitzung werden dann ein 2. und 3. Bürgermeister aus dem Gemeinderat gewählt. Der 2. Bürgermeister übernimmt die Leitung bis zur neuen Bürgermeisterwahl im Sommer.

Zimmermann: "Bin ja nicht aus der Welt"

Die Gößweinsteiner hätten die Wahl mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen, erzählt Zimmermann. "Aber ich bin ja nicht aus der Welt. Ich komme jeden Abend nach Gößweinstein zurück und wenn es gewünscht ist, stehe ich zur Verfügung."

Nach Forchheim mitnehmen will Zimmermann die Erfahrungen aus zwölf Jahren Kommunalpolitik. "Ich habe die Sichtweise des Bürgermeisters, das hilft mir als Landrat bestimmt", sagt er. Im neuen Amt sei erst einmal die Haushaltskonsolidierung wichtig. Zudem wolle er sich die Mitarbeiterstrukturen, Bürgerfreundlichkeit und Digitalisierung vornehmen.

Vorheriger Landrat aus gesundheitlichen Gründen nicht angetreten

Der bisherige Landrat Hermann Ulm (CSU) war nicht mehr angetreten. Er war seit 2014 Landrat im Landkreis Forchheim. Laut eigenen Angaben stand er bei dieser Wahl aus gesundheitlichen Gründen nicht für eine dritte Amtszeit zur Verfügung. Bereits 2023 nahm sich der 48-Jährige aufgrund seines Gesundheitszustandes eine Auszeit. "Ich bemerke aber dennoch, wie meine Belastbarkeit und Leistungsfähigkeit seit meiner Erkrankung im vergangenen Jahr spürbar eingeschränkt sind, sodass eine erneute Kandidatur der hohen Verantwortung des Amtes nicht gerecht würde." Ulm galt im Landkreis als sehr beliebt.

Automatische Amtsablegung

Sobald ein Landrat seinen neuen Posten antritt, ist er aus dem alten enthoben. Zwei Posten gleichzeitig besetzen geht nicht. Diese sogenannte Unvereinbarkeit kommunaler Spitzenämter ist im Beamtenstatusgesetz geregelt.

Dass Bürgermeister zu Landräten gewählt werden, kommt immer wieder vor. Bei den aktuellen Kommunalwahlen war das auch in Ansbach so. Marco Meier, Bürgermeister von Ornbau, wurde zum Landrat gewählt. Wie auch bei Zimmermann gebe er noch bis zum 30. April Vollgas, wie er sagt. Danach übernimmt der 2. Bürgermeister bis zu den Neuwahlen im Sommer.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!