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Grünen-Politikerin Lang fordert "Zähne zeigen gegen Tech-Bros"

Grünen-Politikerin Lang fordert "Zähne zeigen gegen Tech-Bros"

Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang erlebt die Verrohung auf Social Media selbst in Form von Hassnachrichten. Von Europa fordert sie am "Sonntags-Stammtisch" mehr Biss – auch gegen US-Präsident Donald Trump.

Über dieses Thema berichtet: Der Sonntags-Stammtisch am .

Die Grünen-Politikerin Ricarda Lang forderte am “Sonntags-Stammtisch” im BR Fernsehen: “Europa muss Zähne zeigen gegen diese Tech-Bros.” Damit meinte die Bundestagsabgeordnete “einige wenige, sehr, sehr reiche Männer” wie Unternehmer und Milliardär Elon Musk, der die Mehrheitsbeteiligung an der Social Media-Plattform X (vormals Twitter) hält. Denn die Konzerne förderten mit ihren Algorithmen die Verrohung in der Gesellschaft, ebenso wie die Social Media-Sucht unter Jugendlichen.

“Das ist kein Zufall”, betonte Lang. Die Konzerne möchten maximalen Profit. Deshalb förderten sie möglichst viele Klicks auf die Werbung, die auf ihrer Plattform gezeigt wird. “Wie kriege ich mehr Klicks? Mit Hass, mit Angst, mit Hetze. Mit alldem, was uns spaltet”, erklärte Lang.

Digital Service Act als “scharfes Schwert”

Journalistin Anja Kohl machte darauf aufmerksam, dass es auf EU-Ebene bereits ein “scharfes Schwert” gegen die großen Tech-Konzerne gebe: den Digital Service Act. Zuletzt warf die EU-Kommission der Social Media-Plattform TikTok vor, gegen diese Gesetzesgrundlage zu verstoßen. Denn die App sei bewusst so gebaut, dass sie süchtig mache. Die Kommission fordert deshalb Änderungen von TikTok, damit die Bildschirmzeit besser kontrollierbar sei. TikTok bezeichnete die Ergebnisse der Kommission als “kategorisch falsch und haltlos”.

Lang: “Trump agiert wie ein Schulhof-Bully"

In der Vergangenheit habe es eine gewisse Zurückhaltung gegeben, den Digital Service Act anzuwenden, sagte Grünen-Politikerin Lang. Der Grund: Man wollte sich nicht mit Unternehmer Elon Musk und US-Präsident Donald Trump anlegen, der der europäischen Wirtschaft mit Zöllen schaden kann. “Trump agiert wie so ein Schulhof-Bully", sagte Lang und forderte: “Wir müssen mehr Zähne zeigen gegen Trump.”

Kabarettist Krebs fordert Klarnamenpflicht

Die Emotionalisierung im Internet erkennt auch Kabarettist Wolfgang Krebs als Problem. Früher habe man durch das direkte Feedback der anderen gemerkt, wenn man mit einer Meinung falsch liege. “Mittlerweile ist es aber so, dass die Leute, die am Stammtisch unangenehm aufgefallen sind, sich zusammenrotten können, über Facebook, über Instagram”, sagte Krebs. Er forderte am “Sonntags-Stammtisch” deshalb eine Klarnamenpflicht für den digitalen Raum. Dabei müssten sich alle Internetnutzer mit ihrer wahren Identität ausweisen. Zudem kritisierte er, dass auch Politikerinnen und Politiker polarisierende Posts absetzen und damit die Emotionalisierung befeuern.

Wolfgang Krebs am Sonntags-Stammtisch
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Wolfgang Krebs forderte eine Klarnamenpflicht für den digitalen Raum. Der Kabarettist kritisierte die Verrohung, die auf Social Media stattfinde.

Ricarda Lang: “Das Netz ist nicht der Wilde Westen”

Lang sieht auch sich selbst in der Verantwortung, dazu beizutragen, das geltende Recht online durchzusetzen. In ihrem digitalen Postfach landen regelmäßig Hasskommentare. “Wenn mir jemand schreibt, dass ich blöd bin, dann finde ich das nicht als arg nett, aber das muss ich aushalten als Politikerin”, sagte sie. Wenn ihr aber jemand schreibe, wie er sie erwürgen oder im Keller aufhängen möchte, dann müsse das niemand aushalten. Lang gehe dann dagegen vor, weil “das Netz nicht der Wilde Westen ist”. Besonders wichtig sei ihr das, da sich die Anfeindungen auch gegen ehrenamtlich Aktive richten, die sich weniger schützen könnten.

Neureuther fordert Stärkung der Vereine

Christian Neureuther lenkte die Aufmerksamkeit auf jene, die unter den Sozialen Medien wohl am meisten leiden: “Die psychischen Schäden von Kindern und Jugendlichen durch die Abschottung von der Gesellschaft ist schrecklich.” Am “Sonntags-Stammtisch” hatte er dafür einen Lösungsvorschlag: “Schickt’s die Kinder in einen Verein”, forderte er, “dann haben sie einen Teil dessen zurück, was unsere Zeiten leider Gottes nicht mehr ermöglichen.”