Eine Justizvollzugsbeamtin aus Regensburg sitzt in U-Haft. Hat sie sich bestechen lassen, um Handys und Drogen an Häftlinge weiterzugeben? Kripo und Staatsanwaltschaft Regensburg ermitteln. Außerdem gibt es noch weitere Verdächtige.
- Zum Artikel der Mittelbayerischen Zeitung: JVA Regensburg verwanzt – So kam die Kripo der festgenommenen Justizbeamtin auf die Schliche [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]
Vorwurf: Bestechlichkeit und Handel mit Betäubungsmitteln
Einer Justizvollzugsbeamtin der JVA Regensburg wird vorgeworfen, mit Handys und Drogen gehandelt zu haben. Sie sitzt seit Montag in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei Regensburg ermitteln seit Ende Oktober 2025 gegen insgesamt neun Beschuldigte, wie auch die Mittelbayerische berichtet [externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt]. Es geht unter anderem um den dringenden Tatverdacht der gewerbsmäßigen Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit und des unerlaubten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.
Nahm die Beamtin Geld fürs Schmuggeln?
Die 38-jährige Justizvollzugsbeamtin ist eine der Beschuldigten. Sie steht im dringenden Verdacht, in mehreren Fällen Mobiltelefone und Betäubungsmittel gegen Entgelt in die Justizvollzugsanstalt Regensburg gebracht zu haben.
Das Ermittlungsverfahren wurde nach einer Anzeige der JVA-Leiterin eingeleitet. Aufgrund der Anzeige bestand gegen mehrere Gefangene der Anfangsverdacht, dass sie mit Betäubungsmitteln und Mobiltelefonen handeln würden. Diese Gegenstände sollen durch zumindest eine weibliche Justizvollzugsbeamtin in Paketen in die JVA gebracht und dort von Gefangenen weiterverkauft worden sein, heißt es in einem Schreiben der Staatsanwaltschaft Regensburg.
Kripo und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen neun Personen
Betroffen sind neben der 38-jährigen Beamtin zwei weitere Beschäftigte der JVA. Ihnen wird vorgeworfen, die Verteilung der Gegenstände in der Anstalt gefördert zu haben. Fünf weitere Beschuldigte sollen aus der Anstalt heraus agiert haben, ein weiterer soll Bestellungen außerhalb der JVA organisiert haben.
Am Sonntag wurden das Auto und die Wohnung der beschuldigten Justizvollzugsbeamtin durchsucht. Es wurden unter anderem ein Paket mit 24 Mobiltelefonen und SIM-Karten sowie verschiedene Betäubungsmittel sichergestellt, heißt es. Gegen einen weiteren 55-jährigen Beschuldigten wurde ebenfalls ein Untersuchungshaftbefehl erlassen. Dieser wurde jedoch gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt.
Beschuldigte hat sich bislang nicht geäußert
Die beschuldigte Justizvollzugsbeamtin hat sich zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen im Rahmen der Haftbefehlseröffnung nicht geäußert. Die Staatsanwaltschaft weist darauf hin, dass für die Beschuldigte die Unschuldsvermutung gilt.
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