Max Fehr trägt Spachtelmasse an den Fensterkanten der Wand auf. Neben ihm steht Jule Günther und schaut genau hin.
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Jule Günther und Max Fehr renovieren ihr Haus selbst.
Bildrechte: BR/Vincent Poschenrieder
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Heimwerken via Internet: Wie Jule und Max ihr Haus renovieren

Heimwerken via Internet: Wie Jule und Max ihr Haus renovieren

Ein Haus kaufen, renovieren und dabei möglichst viel Geld sparen: Jule und Max aus Würzburg bauen ihr Haus auf eigene Faust um. Die Anleitung dafür suchen sie im Internet. Sie zeigen, was dabei gelingen kann – und wo sie klare Grenzen ziehen.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Mainfranken am .

Im Dachgeschoss ihres Hauses im Würzburger Stadtteil Lengfeld rühren Jule Günther und Max Fehr Spachtelmasse an und schneiden Eckwinkel zurecht. Sie wollen die Fensterkanten der Wand aufhübschen, damit am Ende alles schön glatt ist und es saubere Übergänge gibt. Seit September renovieren sie ihr Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren, seitdem pendeln sie zwischen Bürojob und Baustelle.

Heimwerken mit Plan: Tutorials ersetzen Handwerker

Denn beruflich machen sie etwas ganz Anderes: Max ist Informatiker und Jule arbeitet im Online-Marketing. Und eigentlich hatte das Ehepaar auch gar nicht vor, so viel selbst zu machen. Der 29-Jährigen und dem 31-Jährigen habe es am Anfang einfach Spaß gemacht, "im Haus zu basteln", wie sie erzählen. Schnell haben sie aber gemerkt, wie viel sie sparen können – und wie schwer es ist, überhaupt Handwerkerinnen und Handwerker zu finden.

Infos suchen sie im Netz, in Foren, auf den Seiten von Baumärkten und in YouTube-Videos. Wichtig sei, nicht "auf blöd draufloszulegen", sagt Max, sondern vorher zu verstehen, was hinter einer Arbeit steckt. Besonders stolz sind die beiden auf das selbst gestaltete Bad, auch wenn dort nicht alles auf Anhieb funktioniert hat.

DIY im Bad: Fliesen verlegen mit Lerneffekt

Bei den Fliesen müssen die beiden nachbessern, weil sie diese ein bisschen zu nah an die Wand gelegt haben. Dadurch, dass unter den Fliesen eine elektrische Fußbodenheizung liegt, hätten sie nicht genügend Platz, um Spannungen, die durch Temperaturunterschiede entstehen, auszugleichen, erklärt Max. "Das Allerwichtigste ist Geduld", sagt er. Jule erinnert sich, dass er am Anfang noch überall die Wasserwaage angelegt habe. Inzwischen haben die beiden gelernt, dass nicht jede Abweichung von der Ideallinie ein Drama ist – Hauptsache, alles bleibt im Toleranzbereich.

Profi-Blick auf die Baustelle: Was ein Sachverständiger sagt

Manches machen sie anders als die Profis – etwa, wenn Max Spachtelmasse mit der Maurerkelle aufträgt. "Das ist nicht so gewerbeüblich", meint dazu Oliver Köhler. Er ist von der Handwerkskammer Unterfranken öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Maler- und Lackiererhandwerk.

Köhler hat sich Aufnahmen von der Baustelle angesehen. Sein Urteil fällt trotz der Werkzeugauswahl positiv aus: Das Ergebnis sei nicht von der Arbeit eines Profis zu unterscheiden. Köhler warnt aber davor, die möglichen Folgekosten von Heimwerker-Projekten zu unterschätzen. Entstünden später Schäden, zahle man sie selbst oder man müsse dann doch eine Fachfirma beauftragen.

Was Heimwerker selbst machen sollten – und was nicht

Grundsätzlich könne man am eigenen Haus vieles selbst machen, sagt der Sachverständige, solange die eigene Sicherheit nicht gefährdet sei. Genau an diese Grenze halten sich Jule und Max. Sie übernehmen "kosmetische Arbeiten" wie Spachteln, Fliesen verlegen und Streichen. Alles, was kritisch für den Erhalt und die Funktionalität des Hauses sei, würden sie den Profis überlassen. Der 31-Jährige rät auch anderen Heimwerkern, davon konsequent die Finger wegzulassen.

Einziehen zwischen Werkzeugkisten: Bilanz nach elf Monaten Renovierung

Im August will das Ehepaar einziehen. Was dann noch ansteht, wollen sie nach und nach erledigen, während sie schon im Haus wohnen. Die Baustelle wird ihnen also noch eine Weile erhalten bleiben. Sie seien stolz darauf, wie viel sie zu zweit geschafft haben – und dass die Beziehung die Baustelle gut überstanden hat. Da kenne sie andere Geschichten von Hausbauten und Renovierungen, sagt Jule und lacht: "Wir können uns noch leiden."

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