Die Lawinenlage in den bayerischen Alpen ist derzeit ernst. Der Lawinenwarndienst Bayern warnt vor Triebschnee und schwachen Schichten im Altschnee. Am kritischsten ist demnach die Lage in den Werdenfelser und den Allgäuer Alpen. Dort ist vor allem oberhalb von 1.600 Metern abseits von Pisten maximale Vorsicht geboten. Es gilt Warnstufe vier auf der fünfteiligen Skala – das heißt: große Gefahr. In den Voralpen, den Chiemgauer und den Berchtesgadener Alpen gilt Stufe 3 – das bedeutet erhebliche Gefahr.
Das Tückische daran ist, dass der Triebschnee oft locker überschneit und kaum zu sehen ist. Schneebrettlawinen können schon durch einzelne Wintersportler ausgelöst werden – ohne Vorwarnung. Und: Schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Es schneit zumindest in den Hochlagen weiter, dadurch entsteht neuer Triebschnee.
Auch in Tirol steigt die Lawinengefahr – schon drei Tote
In Tirol könnten bis zu diesem Freitag vereinzelt weitere 50 Zentimeter Neuschnee fallen, sagte Matthias Walcher von der Lawinenwarnzentrale des Bundeslands. Er warnte eindringlich vor Touren im freien Gelände. "Es ist eine sehr gefährliche Zeit für Wintersportler abseits der Pisten." Auch harmlos wirkendes, nur mäßig steiles Gelände könne trügerisch sein, so Walcher weiter. Es sei immer möglich, dass im Steilhang ausgelöste Lawinen auch diese Flächen erreichten.
Bei dutzenden Lawinenabgängen in Österreich sind nach Angaben der Polizei zuletzt drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei der Toten stammen aus Baden-Württemberg, wie Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur mitteilten. Das dritte Opfer kommt aus den Niederlanden. Allein in Tirol seien mehr als 30 Lawinen an einem Tag gezählt worden, hieß es von der Notrufzentrale des Bundeslandes. Auch davor hatte es bereits mehrere Tote gegeben.
Lawinengefahr: Tipps für Winter-Bergsteiger
Wer am Wochenende in die Berge will, sollte den aktuellen Lagebericht prüfen und steiles Gelände meiden. Losziehen sollte man nur mit Lawinensuchgerät, Sonde und Schaufel.
Der amtliche Lawinenbericht [externer Link] ist die erste Wahl zur Vorbereitung. Er wird länderübergreifend online bereitgestellt und ist unterwegs abrufbar. Der Lawinenbericht wird täglich um 17 Uhr veröffentlicht, ist eine Prognose für den Folgetag und benennt die zu erwartende Lawinengefahr.
Mit Informationen von dpa
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