Blühender Haselstrauch im Winter (Symbolbild)
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Heuschnupfenzeit: Wie schlimm wird die Pollensaison dieses Jahr?

Heuschnupfenzeit: Wie schlimm wird die Pollensaison dieses Jahr?

Hasel und Erle, bald auch Birke: Die Pollensaison hat auch in Bayern begonnen. Wie das nahende Frühlingswetter die Lage verschärft, was Experten für dieses Jahr erwarten und was allergiegeplagten Menschen hilft – alle wichtigen Infos.

Über dieses Thema berichtet: BR24 am .

Wer derzeit juckende Augen hat oder häufig niesen muss, weiß es vielleicht bereits: Die diesjährige Pollensaison hat endgültig begonnen. Laut der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) sind aktuell vor allem die Frühblüher Hasel und Erle aktiv. Im Südwesten und Süden Deutschlands, auch in Teilen Bayerns, gibt es bereits deutlich messbare Konzentrationen.

  • Zum Artikel: Allergiker leiden unter Pollenflug – was gegen Heuschnupfen hilft

Frühlingswetter besondere Herausforderung für Allergiker

Auch regionale Auswertungen, basierend auf Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD), zeigen: In Regionen wie dem Allgäu, Franken, Oberbayern und im Bayerischen Wald sind Hasel- und Erlenpollen bereits in der Luft. Dazu kommt: Ab diesem Mittwoch stellt sich die Wetterlage um. Es strömt sehr milde Luft nach Deutschland. Im Süden und Südwesten sind dann verbreitet 15 bis knapp 20 Grad möglich, dazu gibt es häufig Sonne.

Viele Menschen dürften sich einfach über ein paar frühe Frühlingstage freuen und in der Sonne sitzen. Für Pollenallergiker bedeutet das Wetter aber auch: deutlich mehr Pollen in deutlich kürzerer Zeit. Denn trockene, sonnige und milde Tage sind ideal für den Pollenflug – besonders für Hasel und Erle.

Gleichzeitig schmilzt der verbliebene Schnee und die Böden werden wieder wärmer. Das bereitet auch anderen Frühblühern wie Esche und Birke den Start. Nach Einschätzung des PID setzen diese Arten inzwischen generell früher ein als noch vor einigen Jahrzehnten, teils fliegen ihre Pollen auch länger.

Pollen-Prognose für 2026: Was kann man bisher sagen?

Für eine Jahresprognose ist es noch zu früh. Für eine eher heftige Pollensaison spricht zum einen der Witterungsverlauf: Nach einer längeren Kältephase kommt jetzt ein sprunghafter Übergang zu sehr milden Temperaturen. Das kann dazu führen, dass sich Blühphasen verstärkt überlappen – Hasel, Erle und später Birke fliegen dann nicht schön nacheinander, sondern mitunter gleichzeitig.

Zum anderen spielt der Klimawandel eine Rolle. Der Polleninformationsdienst berichtet, dass bei mehreren weit verbreiteten Allergenen – etwa Esche, Birke, Gräser und Beifuß – der Saisonbeginn tendenziell nach vorne rückt, teils bei gleichzeitig längerer Flugdauer. Für viele Betroffene bedeutet das mehr Wochen mit Beschwerden.

Es gibt aber auch Argumente gegen eine extreme Saison. Die Kälte und Schneedecke der vergangenen Wochen haben den Start vieler Pflanzen gebremst. Auch in den nächsten Wochen bleibt das Wetter laut Prognosen wechselhaft. Immer wieder auftretender Regen kann Pollen aus der Luft waschen und Allergiker spürbar entlasten. Ob 2026 tatsächlich ein "Rekordjahr" wird, entscheidet sich daher weniger an einem sehr milden Frühlingstag, sondern erst am Gesamtverlauf der kommenden Monate.

Heuschnupfen: Medikamente und Apps können helfen

Für Betroffene lohnt es sich, frühzeitig gegenzusteuern: Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst bietet ein kostenloses Online-Pollentagebuch (externer Link) und eine App an. Auch der DWD veröffentlicht Pollenflug-Gefahrenindizes (externer Link) und Prognosen. Das alles kann helfen, Medikamente rechtzeitig einzunehmen, Aufenthalte im Freien zu planen und das Lüften auf pollenärmere Tageszeiten (meist morgens in der Stadt, abends auf dem Land) zu verlegen.

Fest steht: Die Pollensaison 2026 läuft – und der bevorstehende Frühlingsschub wird sie spürbar beschleunigen. Für Allergiker heißt das: Aufmerksam bleiben, Vorsorge treffen – und die ersten warmen Tage mit etwas mehr Planung dennoch so gut wie möglich genießen.

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