Die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde in Memmingen.
Die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde in Memmingen.
Bild
Die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde in Memmingen.
Bildrechte: Türkisch Islamische Gemeinde Memmingen e. V.
Schlagwörter
Bildrechte: Türkisch Islamische Gemeinde Memmingen e. V.
Audiobeitrag

Die Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde in Memmingen.

Audiobeitrag
>

Holetschek verurteilt Attacke auf Memminger Moschee

Holetschek verurteilt Attacke auf Memminger Moschee

Ein Schweinekopf und Tierblut: Unbekannte haben die Ditib-Moschee in Memmingen attackiert. Der bayerische CSU-Fraktionsvorsitzende Holetschek nennt die Tat "widerlich". Die Ermittlungen laufen.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Schwaben am .

Mit Tierblut befüllte Luftballons und einen Schweinekopf, der auf das Symbol des Halbmonds gespießt wurde – so haben Unbekannte in der Nacht auf den 1. Mai die Ditib-Moschee in Memmingen attackiert. Viele sind nach wie vor schockiert, doch die Solidarität in der Gemeinde ist groß.

Holetschek: "Null Toleranz gegenüber religiöser Feindseligkeit"

Der CSU-Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek verurteilte die Attacke scharf. "Das ist widerlich, respektlos und absolut inakzeptabel", sagte er dem Evangelischen Pressedienst. "Wer so etwas tut, überschreitet jede Grenze." Der Vorfall sei ein Angriff auf ein Gotteshaus – und damit auf die Werte des friedlichen Miteinanders und der Religionsfreiheit. In Bayern gelte: "Null Toleranz gegenüber Einschüchterung und religiöser Feindseligkeit." Holetschek betonte, es sei gut, dass der Staatsschutz ermittle, jetzt brauche es konsequente Aufklärung.

Solidarität aus Stadtgesellschaft und Politik

Noch am Abend der Attacke versammelten sich rund 200 Memminger Bürgerinnen und Bürger zu einer Solidaritätsaktion vor der Moschee. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher (SPD) nannte die Tat eine "ungeheuerliche Respektlosigkeit" und betonte, die Stadt stehe fest an der Seite der Gemeinde. Man werde alles in der Macht stehende tun, um die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Der evangelische Dekan Christoph Schieder sprach von einer gezielten Attacke und einem Ausdruck islamfeindlicher Haltung. Der Gemeindevorstand wandte sich direkt an die Menschen, die ihre Unterstützung gezeigt hatte. "Ein besonderer Dank gelte jedem Einzelnen, der vor Ort war, Blumen niedergelegt oder aufmunternde Worte geschenkt habe", teilte der Vorstand Ditib-Memmingen mit.

Gemeinde: "Weit mehr als eine bloße Sachbeschädigung"

Der Verein nennt den Angriff weit mehr als bloße Sachbeschädigung. Die bewusste Wahl von Symbolik, die im islamischen Glauben als unrein gilt, zeuge von tiefer Menschenverachtung und dem Versuch, die Gemeindemitglieder zu demütigen und einzuschüchtern. Die Gemeinde wolle sich jedoch nicht von Hass leiten lassen und betonte, ihre Stärke liege im Zusammenhalt.

Generalstaatsanwaltschaft München unterstützt die Ermittlungen

Direkt nach der Attacke hat der Staatsschutz der Kriminalpolizei Memmingen die Ermittlungen aufgenommen, dabei werden sie jetzt auch von der Generalstaatsanwaltschaft München unterstützt. Geprüft werden demnach die Straftatbestände der Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft sowie der gemeinschädlichen Sachbeschädigung. Die Täter sind bisher unbekannt. Die Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus teilte auf BR-Anfrage mit, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Auskünfte erteilt werden können.

Übergriffe und Diskriminierung gegen Muslime auf Höchststand

2024 war die Zahl antimuslimischer Vorfälle in Deutschland auf einem neuen Höchststand gestiegen. 3.080 Übergriffe und Diskriminierungen erfasste die Claim-Allianz. Das war eine Zunahme von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (1.926). Im Vergleich zu 2022 haben sich die Vorfälle sogar mehr als verdreifacht.

Mit Informationen von dpa und epd

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!