NORMA-Zentrallager in Regenstauf
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Im NORMA-Zentrallager in Regenstauf sollen offenbar Schädlinge u.a. wegen defekter Rolltore ins Gebäude gelangt sein.
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Im NORMA-Zentrallager in Regenstauf sollen offenbar Schädlinge u.a. wegen defekter Rolltore ins Gebäude gelangt sein.

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Hygienemängel bei Norma: Rattenplage im Zentrallager

Hygienemängel bei Norma: Rattenplage im Zentrallager

Im Norma-Zentrallager Regenstauf gibt es eine Rattenplage. Nach Informationen des BR soll auch mit Kot und Urin kontaminierte Ware in den freien Verkauf gekommen sein – was Norma zurückweist. Die Landtags-SPD verlangt Aufklärung.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Im Norma-Zentrallager Regenstauf gibt es eine Rattenplage. Nach Informationen des BR besteht diese schon seit rund einem Jahr. Mittlerweile ist das Landratsamt Regensburg auf die Missstände aufmerksam gemacht worden.

Befall laut BR-Quelle sehr extrem

Das Landratsamt Regensburg soll nach einer Kontrolle Anfang September Auflagen erlassen haben - etwa die Reparatur von Rolltoren, damit keine Schädlinge mehr ins Lager gelangen können, sowie die aktive Bekämpfung der Ratten. Der Befall sei jedoch so extrem, dass selbst ein Schädlingsbekämpfer ihrer kaum Herr werde, heißt es von einer anonymen Quelle aus dem Unternehmen. Dieser Darstellung widerspricht Norma auf Nachfrage: die Lage sei unter Kontrolle.

Dem BR liegen die Protokolle der Hygienekontrolle des Landratsamtes Regensburg vor. Demnach wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Norma eingeleitet.

Kontaminierte Ware soll im freien Verkauf gewesen sein

Laut dem BR vorliegenden Aussagen sollen auf Anweisung der Regenstaufer Lagerleitung nur klar angefressene Waren aussortiert worden sein, mit Kot und Urin kontaminierte Ware sei nur oberflächlich gesäubert und in den freien Verkauf weitergegeben worden. Kontaminiertes Klopapier soll zwar aus dem Verkauf genommen, dafür aber in den Personaltoiletten für die Mitarbeiter platziert worden sein.

Auch sei zunächst kein Fachpersonal für die Reinigungsarbeiten angefordert worden; stattdessen musste die hauseigene Putzkraft Rattenkot- und Urin ohne Schutzkleidung entfernen, heißt es.

Betriebsrat wurde vom Lagerleiter abgemahnt

Ein Betriebsrat, der dies unterbinden wollte, sei vom Lagerleiter abgemahnt worden. Er sei zweimal abgemahnt und einmal ermahnt worden, habe sich aber an die Gewerkschaft Verdi gewandt. Diese habe erreicht, dass sowohl die Abmahnungen als auch die Ermahnung zurückgenommen werden mussten.

Dazu schreibt Norma: "Die angesprochene Abmahnung wurde zunächst erteilt, jedoch nach erneuter Prüfung wieder zurückgenommen, da wir kein Fehlverhalten von Seiten des Mitarbeitenden feststellen konnten. Entsprechend ist in den Personalakten diesbezüglich kein Vermerk zu finden."

Norma räumt Rattenbefall ein, weist jedoch Vorwürfe zurück

Norma räumt in einer schriftlichen Stellungnahme den Rattenbefall ein, weist aber sämtliche Vorwürfe zurück, kontaminierte Waren seien in den freien Verkauf gegangen. Auch sei die Gesundheit von Mitarbeitern nicht gefährdet worden.

"Anhand der Protokolle unserer Entsorgungsfirma ist nachvollziehbar, dass die Waren korrekt entsorgt wurden. Zudem sind unsere Mitarbeitenden sensibilisiert und geschult, um zu jeder Zeit die notwendigen Hygienestandards einzuhalten. Darüber hinaus findet eine tägliche Unterhaltsreinigung durch eine Fachfirma statt", heißt es in der Stellungnahme.

Zudem habe es bei einer Nachkontrolle am 16. September keine Beanstandungen mehr seitens der Kontrolleure des zuständigen Veterinäramts gegeben. Norma habe stets transparent mit der Behörde zusammengearbeitet.

BR-Quellen widersprechen Norma

Weitere Quellen, die namentlich nicht genannt werden möchten, aber dem BR bekannt sind, widersprechen der Darstellung von Norma. Sie betonen, dass die Rattenplage im Zentrallager Regenstauf weiterhin anhält. Auch bestätigen die Hinweisgeber, dass kontaminierte Waren auf Anweisung der Lagerleitung ausgegeben wurden.

Landtags-SPD reagiert: Sind Lebensmittelkontrollen in Bayern ausreichend?

Inzwischen gibt es auch eine erste Reaktion aus der Politik. Anna Rasehorn, SPD-Sprecherin für Verbraucherschutz, hat im Bayerischen Landtag eine umfangreiche Anfrage an die Staatsregierung gestellt. Einige ihrer Fragen in Kurzform: Warum ist die Behörde erst im September eingeschritten, wenn das Problem seit einem Jahr bekannt war? Wie oft wurde kontrolliert? Und warum wurde die Öffentlichkeit nicht früher informiert?

Rasehorn: "Wir wissen seit Monaten, dass bei der Lebensmittelüberwachung in Bayern vielerorts Personal fehlt. Umso wichtiger ist jetzt die Frage, ob die Kontrollen in diesem Fall ausreichend waren." Verbraucherschutz dürfe nicht davon abhängen, ob gerade genug Kontrolleure da sind.

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