Die Startrampe des deutschen Unternehmens Isar Aerospace auf dem Weltraumbahnhof Andøya Space Port.
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Isar Aerospace startet neuen Versuch für "Spectrum"-Testflug
Bildrechte: picture alliance/dpa | Soeren Stache
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Isar Aerospace startet neuen Versuch für "Spectrum"-Testflug

Isar Aerospace startet neuen Versuch für "Spectrum"-Testflug

Nach mehreren Rückschlägen wagt Isar Aerospace den nächsten Anlauf: Heute soll der zweite Testflug der "Spectrum"-Rakete vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya starten. Gelingt er, wäre das ein Schritt zu mehr europäischer Unabhängigkeit im All.

Über dieses Thema berichtet: Bayern-2-Nachrichten am .

Das bayerische Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace nimmt nach einer Reihe technischer Rückschläge einen neuen Anlauf für den zweiten Testflug seiner Trägerrakete "Spectrum". Nach Austausch von Komponenten, Tests der einzelnen Stufen und einer sogenannten "Wet Dress Rehearsal" – also einer voll betankten Generalprobe – soll der Start von Weltraumbahnhof auf der norwegischen Insel Andøya erfolgen. Das Startfenster öffnet sich laut Isar Aerospace heute um 22.00 Uhr deutscher Zeit, vorbehaltlich Wetter, Sicherheitsfreigaben und der Verfügbarkeit der Startanlage.

Metzler: "Zugang zum All bleibt größte Engstelle"

"Zugang zum Weltraum bleibt eine der größten Einschränkungen für die Raumfahrtindustrie und die nationale Sicherheitsarchitektur. Wir haben die Infrastruktur und Fähigkeiten aufgebaut, um das zu ändern", so Isar-Aerospace-Chef und Mitgründer Daniel Metzler in einer Pressemitteilung. Ziel des anstehenden Fluges sei "so viel wie möglich zu lernen und so weit wie möglich zu kommen."

Isar Aerospace will mit der "Spectrum"-Rakete vor allem kleine und mittlere Satelliten in den Orbit bringen und europäischen Kunden eine Alternative zu US-Anbietern wie SpaceX bieten. Der aktuelle Flug ist weiterhin als Qualifikationsmission geplant, an Bord sind nach Unternehmensangaben fünf Minisatelliten und ein wissenschaftliches Experiment.

Holpriger Weg zum zweiten Flug

Der Weg zu diesem zweiten Testflug war bislang sehr holprig. Beim ersten Start im Frühjahr vergangenen Jahres stürzte die Rakete rund 30 Sekunden nach dem Abheben ins Meer. Der zweite Testflug sollte eigentlich schon Anfang des Jahres stattfinden, wurde aber zunächst wegen eines defekten Ventils abgesagt. Ein späterer Versuch scheiterte daran, dass ein norwegischer Fischer die Sicherheitszone vor der Küste nicht rechtzeitig verlassen konnte, ein weiterer an einem lecken Druckbehälter. Der jüngste Startversuch musste rund eine Stunde vor dem geplanten Abheben wegen einer Fehlfunktion in den Fluidsystemen abgebrochen werden.

Isar Aerospace hofft dennoch, mit "Spectrum" schneller zur Serienreife zu kommen, als es Elon Musks Firma SpaceX mit ihrer ersten Trägerrakete geschafft hat. SpaceX benötigte vier Fehlstarts, bevor ein erster erfolgreicher Flug in den Weltraum gelang. Isar Aerospace peilt an, spätestens mit dem dritten Testflug den Orbit zu erreichen.

Aufbau von Infrastruktur in Europa und Nordamerika

Die "Spectrum" soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen. Ziel des in Ottobrunn bei München ansässigen Unternehmens ist die Produktion von 40 Raketen pro Jahr. 

Parallel zum Testbetrieb skaliert das Unternehmen seine Infrastruktur. Am neuen Firmensitz in Ottobrunn bei München läuft der Aufbau der Produktion, zudem laufen Vorarbeiten für einen weiteren Startplatz in Kanada. Ziel ist es, europäischen und internationalen Kundinnen und Kunden mehr Startmöglichkeiten zu bieten und die Abhängigkeit von US-Trägern zu verringern.

Bis 2028 ausgebucht

Laut Unternehmen ist Isar Aerospace jetzt schon mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist.

Der anstehende Flug wird live auf YouTube übertragen. Der Livestream soll etwa eine Stunde vor dem Start, also gegen 21.00 Uhr beginnen.

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