Ein Japankäfer sitzt auf einem Blatt.
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Er hat großen Hunger auf Obst, Weinreben und viele andere Wirtspflanzen: der invasive Japankäfer.
Bildrechte: picture alliance/dpa | Uli Deck
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Japankäfer: "Große Bedrohung" für die Bodenseeregion

Japankäfer: "Große Bedrohung" für die Bodenseeregion

Er hat großen Hunger auf Obst, Weinreben und viele andere Wirtspflanzen: der invasive Japankäfer. Um seine Ausbreitung am Bodensee zu verhindern, gilt in einem großen Teil des Landkreises Lindau jetzt eine Quarantänezone mit besonderen Regeln.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Zügig steuert Karin Wudler auf die Käferfalle zu, die mit Pheromonen den Japankäfer anlocken soll. Die staatliche Obstbau- und Pflanzenschutzberaterin vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten nimmt die Falle und schüttet sie in einen großen Messbecher aus – doch Fehlanzeige, kein Japankäfer purzelt raus.

Japankäfer reist aus dem Süden mit

Die Käferfalle steht auf einer Wiese im Lindauer Osten, eingebettet zwischen Apfelbäumen und der Autobahn 96. Ein bewusst gewählter Standort: "Man geht davon aus, dass der Japankäfer nicht von Haus hier überwintert oder heimisch ist, sondern dass er eingetragen wird, vor allem über diese Route aus dem Süden, er ist in Italien zum Teil etabliert", erklärt Wudler. Der Japankäfer werde über den Verkehr mitgebracht und könne sich hier am Bodensee bei Lindau – einer der wichtigsten Obst- und Weinanbauregionen in Deutschland – massenhaft ausbreiten.

Japankäfer eine "große Bedrohung"

Und das wäre für die Region schlecht, sagt Wudler, der Japankäfer sei "eine Bedrohung für den Obstanbau, aber auch eine große Bedrohung für den Weinanbau. Für alle Gartenbaubetriebe und für die Landwirtschaft."

Der Japankäfer sieht harmlos aus, ist etwa so groß wie eine Kaffeebohne, schimmert grün-braun und hat weiße Haarbüschel unterhalb der Flügel. Doch sein Appetit auf Weinreben und Obst, aber auch Rosen, Beerensträucher und Hainbuchen ist groß. "Popillia japonica" hat insgesamt rund 400 Wirtspflanzen, deren Blätter und Wurzeln er frisst. Er stammt aus Japan, hat hierzulande aber keine Fressfeinde. Er richtet laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) große wirtschaftliche Schäden an und ist deshalb meldepflichtig.

Quarantänezone und besondere Regeln im Landkreis Lindau

In Lindau sind in diesem Jahr rund 60 Japankäfer in Pheromonfallen nachgewiesen worden. Die LfL hat deswegen eine Quarantänezone [externer Link] definiert, die über eine Allgemeinverfügung ab Freitag (04.09.26) gilt, vorerst bis mindestens 2029. Betroffen ist fast der halbe Landkreis Lindau: Die Quarantänezone soll von Wasserburg am Bodensee bis nach Hergensweiler reichen.

Insbesondere in der Nähe der Fundorte des Japankäfers gelten laut LfL künftig besondere Regeln: Rasen darf von 1. Juni bis 30. September nicht mehr bewässert werden – dort fühlen sich die Weibchen des Japankäfers wohl und legen ihre Eier, die zu Larven werden. Diese befallen Gräser und Pflanzenwurzeln. Deshalb darf auch der Rasen- und Baumschnitt nicht wie gewohnt entsorgt werden. Es soll spezielle Entsorgungszentren geben.

Erde, Topfpflanzen mit Erde und Kompost dürfen das komplette Jahr über nicht aus der Befallszone gebracht werden. Das betrifft Privatpersonen ebenso wie Sportvereine, Landwirte und Landschaftsgärtner. Alle müssten jetzt mithelfen, sagt die LfL. Und all diese Maßnahmen sollen eine Ausbreitung des Japankäfers verhindern.

Im Video: Japankäfer in Lindau - Quarantäne soll Schädlinge bremsen

Nachdem in Lindau der invasive Japankäfer nachgewiesen wurde, soll am Freitag eine Quarantänezone eingerichtet werden.
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Nachdem in Lindau der invasive Japankäfer nachgewiesen wurde, soll am Freitag eine Quarantänezone eingerichtet werden.

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