Auf die Stadt Augsburg, Bayerns drittgrößte Stadt, sind viele Blicke gerichtet. Dort tritt die CSU mit Oberbürgermeisterin Eva Weber an und ihr Koalitionspartner, die Grünen, hat Bürgermeisterin Martina Wild aufgestellt. Insgesamt stellen sich zehn Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl, darunter fünf Frauen. Ein prominenter Herausforderer ist SPD-Stadtrat Florian Freund, während Hannes Aigner, der frühere Olympiakanute, für die Freien Wähler ins Rennen geht. Auch die FDP/Pro Augsburg, die AfD, die Linke und drei weitere kleinere Gruppierungen und Parteien treten bei der OB-Wahl an. Eine Stichwahl scheint angesichts der Vielzahl der Kandidaten wahrscheinlich.
Gersthofen: Frauen dominieren das Kandidatenfeld
Im Landkreis Augsburg steigt Martin Sailer von der CSU erneut in den Ring. Er ist gleichzeitig Bezirkstagspräsident von Schwaben. Er wird herausgefordert von Fabian Wamser von der SPD, Felix Senner von den Grünen, Laura Weber von der Linken, Matthias Krause (FDP) und Markus Striedl (AfD).
"Frauenpower" dagegen in Gersthofen im Landkreis Augsburg: Dort treten vier Frauen an und ein Mann.
In Aichach endet eine Ära
Klaus Habermann (SPD) verlässt nach fast 30 Jahren das Rathaus in Aichach, um für das Amt des Landrats im Landkreis Aichach-Friedberg zu kandidieren. Auch Katrin Müllegger-Steiger (Grüne), Peter Tomaschko (CSU), Marc Sturm (Freie Wähler) und Simon Kuchlbauer (AfD) wollen in dieses Amt gewählt werden. Der bisherige Landrat Klaus Metzger (CSU) tritt nicht erneut an.
Nordschwaben: Ende nach 24 Jahren und ein leerer Stimmzettel
Im Landkreis Donau-Ries endet die Ära von Landrat Stefan Rößle (CSU), der nach vier Amtsperioden und damit 24 Jahren nicht mehr antritt. Claudia Marb (CSU), seine bisherige Stellvertreterin, will die erste Frau auf diesem Posten im Landkreis Donau-Ries werden. Aber auch die Freien Wähler mit Michael Dinkelmeier, die AfD mit Ulrich Singer, die Grünen mit Albert Riedelsheimer, die SPD mit Claudia Müller und die FDP mit Mark Tanner schicken ihre Kandidaten ins Rennen.
Kurios wird es in der 850-Einwohner-Gemeinde Megesheim im Landkreis Donau-Ries. Sie ist laut bayerischem Gemeindetag eine von drei Kommunen im Freistaat, in denen sich kein Bürgermeisterkandidat gefunden hatte. Mittlerweile gibt es zwar zwei Kandidaten, diese stehen aber nicht auf dem Stimmzettel, weil sie sich nicht bis zur offiziellen Frist im Januar gemeldet haben. Trotz der beiden Interessenten gilt für die Wähler aber weiterhin: Sie können jeden Megesheimer auf den leeren Stimmzettel schreiben.
Eine Landratswahl gibt es im benachbarten Landkreis Dillingen heuer nicht. Die Amtszeit von Markus Müller (FW) endet erst 2028.
Sieben Kandidaten in Neu-Ulm
Ob sich die Oberbürgermeisterwahl in Neu-Ulm schon am 8. März entscheiden wird, ist fraglich. Gleich sieben Kandidaten haben sich beworben. Katrin Albsteiger (CSU) möchte ihr Amt verteidigen, gegen Bewerber von Grünen, FWG, SPD, AfD, Linke und Bürger pro Neu-Ulm.
Der Landratsposten wird im Landkreis Neu-Ulm bei dieser Kommunalwahl nicht neu vergeben.
Im Nachbarlandkreis Günzburg wird der amtierende Günzburger Landrat Hans Reichhart (CSU) von Gerd Mannes (AfD), Carsten Pothmann (Grüne) und Nicole Faulhaber (FDP) herausgefordert.
In der Stadt Günzburg wollen die Sozialdemokraten weiter den Oberbürgermeister stellen. Nach 24 Jahren tritt Gerhard Jauernig nicht mehr an, Michael Jahn geht nun für die SPD ins Rennen. Die Christsozialen, die Jauernig lange unterstützt hatten, treten wieder mit einem eigenen Kandidaten an, Stefan Baisch. Auch Caisa Börjesson (Unabhängiger Wählerblock Günzburg) und Martin Endhardt (Günzburger Bürgerliste) haben ihren Hut in den Ring geworfen.
Landkreis Lindau: Dreierkämpfe um Schlüsselpositionen
Als Lindauer Landrat strebt Elmar Stegmann (CSU) seine vierte Amtszeit an. Einer der beiden Gegner: Der Grünen-Politiker Markus Reichart, bisher Bürgermeister in Heimenkirch im Westallgäu. Die AfD ist mit ihrem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Christian Thomas vertreten.
In Lindau will Oberbürgermeisterin Claudia Alfons ihren Posten verteidigen und tritt als Kandidatin eines breiten Spektrums von Parteien und Gruppierungen an. Herausforderer sind Jasmin Sommerweiß, die für die CSU im Kreistag sitzt, sowie der Unternehmer und unabhängige Kandidat Yassine Douar.
Oberallgäu: Landrätin hört nach einer Wahlperiode auf
Im Oberallgäu tritt Landrätin Indra Baier-Müller (Freie Wähler) nach nur einer Wahlperiode nicht mehr an. Diese Entscheidung fällte die 55-Jährige vergangenes Frühjahr. Hintergrund sind Probleme mit ihrer Partei. Sechs Kandidaten bewerben sich um ihre Nachfolge, Thomas Eigstler (CSU), Christian Wilhelm (Freie Wähler), Wolfgang Pflach (AfD), Christina Mader (Grüne), Matthias Schemann (SPD) und Michael Finger (ÖDP & UB).
In den kreisfreien Städten Kempten und Kaufbeuren treten die beiden amtierenden CSU-Oberbürgermeister Thomas Kiechle (Kempten) und Stefan Bosse (Kaufbeuren) zur Wiederwahl an. Kiechle ist seit 2014 im Amt. Er trifft bei der Wahl auf vier Herausforderer: von SPD, Grünen, UB/ÖDP und Freie Wähler/ÜP.
Bosse sitzt seit 2004 auf dem Chefsessel im Kaufbeurer Rathaus und bewirbt sich um eine fünfte Amtszeit. Er muss sich bei der Wahl gegen drei Gegenkandidaten behaupten, die für SPD, Grüne und Kaufbeurer Initiative kandidieren.
Ostallgäu: Oberbayerischer Landrat will nach Halblech
Im Ostallgäu wird eine neue Landrätin oder ein neuer Landrat gewählt, da Amtsinhaberin Maria Rita Zinnecker (CSU) nach zwölf Jahren nicht mehr antritt. Kandidaten sind Andreas Bauer (CSU), Bernd Stapfner (Freie Wähler), Wolfgang Dröse (AfD), Johannes Erd (Grüne) und Ilona Deckwerth (SPD).
In der Gemeinde Halblech kandidiert als einziger Bewerber der bisherige Landrat aus dem Berchtesgadener Land, Bernhard Kern (CSU), für den Chefposten im Rathaus.
In Untrasried tritt ein Kandidat an, der gar nicht auf dem Wahlzettel steht. Markus Wintergerst ist kurzfristig eingesprungen, weil der ursprüngliche einzige Kandidat aus gesundheitlichen Gründen zurückziehen musste. Wenn die Untrasrieder für den neuen Bewerber stimmen wollen, müssen sie dessen Namen nun handschriftlich auf dem Stimmzettel eintragen.
Unterallgäu: Begehrtes Bad Grönenbach
Im Unterallgäu tritt Amtsinhaber Alex Eder (Freie Wähler) erneut als Landrat an. Weitere Kandidaten sind Verena Winter (CSU), Christoph Maier (AfD) und Otto Schmid (Grüne).
In der Kreisstadt Mindelheim tritt Amtsinhaber Stephan Winter von der CSU nicht mehr an. CSU und SPD schicken einen gemeinsamen Kandidaten ins Rennen. Jeweils einen Kandidaten gibt es auch von den Freien Wählern und der Mindelheimer Bürgergemeinschaft.
Um den Posten als hauptamtlicher Bürgermeister in Bad Grönenbach bewerben sich zwei Kandidaten, die bisher an der Spitze anderer Rathäuser standen. Dort wird künftig aber auf ehrenamtliche Bürgermeister gesetzt.
Die Stadt Memmingen wählt in diesem Jahr keinen Oberbürgermeister, weil Jan Rothenbacher (SPD) erst 2023 ins Amt gewählt wurde.
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