Schwarzweiß-Porträt von Josef Deimer. (Archivbild vom 24.05.2016.) Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Landshut Josef Deimer ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
Schwarzweiß-Porträt von Josef Deimer. (Archivbild vom 24.05.2016.) Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Landshut Josef Deimer ist im Alter von 90 Jahren gestorben.
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Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Landshut Josef Deimer ist im Alter von 90 Jahren gestorben. (Archivbild vom 24.05.2016.)
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Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Landshut Josef Deimer ist im Alter von 90 Jahren gestorben. (Archivbild vom 24.05.2016.)

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Landshuter Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer ist tot

Landshuter Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer ist tot

Am Mittwoch ist der Landshuter Alt-Oberbürgermeister Josef Deimer im Alter von 90 Jahren gestorben. Er hat die Stadt jahrzehntelang als Kommunalpolitiker geprägt. Der beliebte Oberbürgermeister galt als äußerst engagiert und großer Bürgerfreund.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Niederbayern am .

Die Zahlen sind beeindruckend: 35 Jahre lang war Josef Deimer Oberbürgermeister seiner Stadt Landshut, hat dabei 40.000 Bürgerinnen und Bürger in seiner Sprechstunde empfangen. Deren Anliegen schrieb er auf kleine Zettel, ebenso wie seine Reden, die er alle selbst verfasste. So entstand über die Jahre ein riesiges Archiv mit mehr als 40 Jahren Landshuter Stadtgeschichte.

Seinen Spitznamen kannte jeder

Deimer machte sich früh als Fußballer einen Namen. Für den Sport opferte er seinen Wunsch, Priester zu werden. Stattdessen schloss er das Studium als Tiefbau-Ingenieur ab. Der CSU-Politiker wurde der damals jüngste bayerische Oberbürgermeister und später auch der dienstälteste. Selbst Bürger, die ihn nicht persönlich kannten, nannten ihn Dick Deimer. Ein Spitzname, den Josef schon als Kind verpasst bekam, nach seinem im Krieg verstorbenen Bruder.

Ein Bürgermeister denkt an seine Schäfchen

In seinem politischen Wirken bezog sich der gebürtige Landshuter immer wieder auf die katholische Soziallehre. Der frühere SPD-Bundesvorsitzende Hans-Jochen Vogel lag mit Deimer oft auf einer gemeinsamen politischen Linie: "Was haben wir Sozialdemokraten falsch gemacht? Er würde doch mit seinen Positionen eigentlich zu uns gehören!" Seinen Nachfolgern in der Kommunalpolitik in Landshut gab Deimer zum Abschied mit auf den Weg, "dass sie mir auf die Schwachen aufpassen, die die aus dem Markt hinauskatapultiert werden, dass keiner verlorengeht – darum geht's mir!"

Viel Kritik an der eigenen Partei

In der CSU war Josef Deimer nicht nur beliebt. Er war unbequem, legte sich auch mit den Größen seiner Partei an, egal ob sie Franz Josef Strauß oder Theo Waigel hießen. "Einige Deimer braucht's, aber nicht zu viele!", so wurde Theo Waigel zitiert. Früh trat Deimer gegen Atomkraftwerke ein, kritisierte militärische Tiefflüge und missbilligte die Unterschriftensammlung seiner Partei, die sich 1999 gegen die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft wandte.

Einsatz weit über Landshut hinaus

Der Sportfan führte außerdem drei Jahrzehnte lang den Bayerischen Städtetag als Vorsitzender an, saß im Rundfunkrat des BR und hatte auch das Amt des Präsidenten des Bayerischen Volkshochschulverbandes inne. Nicht verwunderlich, dass Deimer zahlreiche Auszeichnungen zuteil wurden, unter anderem der Goldene Ehrenring und die Ehrenbürgerschaft seiner Stadt, sowie die Ludwig-Thoma-Medaille der Stadt München.

66-Milionen-Projekt als Denkmal

Ausgerechnet ein Projekt, mit dem Deimer in seiner Stadt die Opposition gegen sich aufbrachte, wird künftig an den langjährigen OB erinnern. Der Tunnel unter dem Hofberg, dessen Fertigstellung dazu führte, dass die historische Altstadt zur Fußgängerzone werden konnte, war sehr kostspielig und nicht unumstritten. Seit 2007 trägt der Tunnel aber Deimers Namen.

Söder und OB Haslinger reagieren auf Deimers Tod

Ministerpräsident Markus Söder äußerte sich zum Tod des früheren Oberbürgermeisters am Donnerstag: "Bayern trauert um einen der prägendsten Kommunalpolitiker in der Geschichte des Freistaats", heißt es in einer schriftlichen Mitteilung. Deimer sei über Jahrzehnte eine "starke und unüberhörbare Stimme in der Politik" gewesen. Auf sein Wort habe man sich verlassen können, so Söder.

Auch der jetzige Oberbürgermeister der Stadt Landshut, Thomas Haslinger, trauert um seinen Vorgänger. Er schreibt, mit Josef Deimer verliere Deutschland einen seiner profiliertesten Kommunalpolitiker der Nachkriegsgeschichte. Für die Stadt Landshut sei Deimer einer der bedeutendsten Söhne gewesen - und für ihn persönlich ein Vorbild.

Aiwanger: "Kommunalpolitiker mit Rückgrat und Bodenhaftung"

Auch Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger würdigte Deimer am Donnerstag als herausragenden Kommunalpolitiker und Gestalter seiner Heimatregion: "Mit Josef Deimer verliert Bayern einen Kommunalpolitiker, der weit über Landshut hinaus Spuren hinterlassen hat. Josef Deimer war ein Kommunalpolitiker mit Rückgrat, Bodenhaftung und einem klaren Blick für das Machbare. Mein Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie."

Pannermayr: "Deimer hat Maßstäbe gesetzt"

Auch der Bayerische Städtetag trauert um Josef Deimer. "In der bald 130-jährigen Geschichte des Bayerischen Städtetags war die Ära Deimer prägend", sagt der Vorsitzende des Bayerischen Städtetags, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr: "Als Vorsitzender des Bayerischen Städtetags hat Josef Deimer Maßstäbe gesetzt: Er stand für die kommunale Selbstverwaltung und bewies Mut vor dem Parteifreund. Wir vermissen seine Stimme, seine Liebenswürdigkeit, seine Offenheit und seine fröhliche Herzlichkeit."

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