Klaus Bartl wird neuer Betreiber eines Zelts auf dem Münchner Oktoberfest. Das teilte der Münchner Wirtschaftsreferent und Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) mit. Das neue Zelt soll "Bartls Flößerstadl" heißen.
Bartl war zunächst mit Bewerbung um Wiesn-Zelt gescheitert
Klaus Bartl, der unter anderem den Campingplatz in München-Thalkirchen sowie den Almwirt in Haar betreibt, hatte sich regulär um ein Zelt auf dem diesjährigen Oktoberfest beworben, war aber knapp gescheitert.
Eigentlich hatte dieses Jahr wieder Alexander Egger mit seinen "Münchner Stubn" den städtischen Zuschlag für ein kleines Wiesnzelt ergattert. Dafür hätte Egger aber den unterschriebenen Vertrag bis vergangenen Freitag an die Stadt zurückschicken müssen, was er aber nicht getan hat.
Noch rund elf Wochen für den Zeltaufbau
Als nachrückender Bewerber war Klaus Bartl der logische Nachfolger. Dennoch wollte das Münchner Wirtschaftsreferat diese Personalie am Montag nicht bestätigen – stattdessen befasste sich der Interfraktionelle Arbeitskreis des Münchner Stadtrats mit der Frage.
Unklar ist, inwiefern es dem frischgebackenen Zeltwirt gelingen kann, in relativ kurzer Zeit ein kleines Wiesnzelt auf die Beine zu stellen. Sollte das nicht gelingen, wird die Fläche wohl anderweitig genutzt werden. Dass ein Wirt ein Zelt freiwillig rund elf Wochen vor der Wiesn zurückgibt, kommt nicht so häufig vor. Dass einem Wirt die Festhalle kurz vor der Wiesn entzogen wird, hingegen schon.
Schon mehrere Wirte haben Zelte verloren
Im August 1994 wurden die damaligen Betreiber des Hippodroms, das Ehepaar Anton und Marianne Weinfurtner wegen Steuerhinterziehung festgenommen. Da beide in Untersuchungshaft kamen, wurde von der Spaten-Brauerei kurz vor Beginn des Oktoberfests, der ehemalige Wirt des Hackerzelts Artur Fichtel engagiert, das Hippodrom treuhänderisch zu führen.
Zehn Jahre zuvor, 1984, verlor ein Wiesnwirt sein Zelt sogar während des Oktoberfests. Richard Süßmeier, Wirt des Armbrustschützenfestzelts, hatte sich öffentlich über den Chef des Kreisverwaltungsreferats Peter Gauweiler (CSU) lustig gemacht. Dieser hatte strenge Kontrollen auf der Wiesn angekündigt. Daraufhin provozierte ihn Süßmeier öffentlich, indem er vor versammelter Presse aus einem Hendl, "drei halbe" Hendl machte.
Infolge der Provokationen führten die Kontrolleure des Kreisverwaltungsreferats verschärfte Kontrollen bei Süßmeier durch. Noch während des Oktoberfestes verlor Süßmeier daraufhin seine Konzession. Ein Nachfolger war schnell gefunden. Helmut Huber, Wirt der Gaststätte am Nockherberg, übernahm nahtlos und führte das Zelt bis 1990.
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