Die wichtigsten News zum Maibockanstich:
- Abschied und Standing Ovations (21.30 Uhr)
- Schwarz-Grün: Brechreiz oder Würgereiz? (20.19 Uhr)
- Django Asül beginnt seine Rede - Mitleid mit Füracker (20.50 Uhr)
- Mit zwei Schlägen: "O'zapft is" (20.46 Uhr)
- Weitere Hintergründe zum Maibockanstich im BR
21.30 Uhr: Abschied und Standing Ovations
Asül schließt seine Rede ab mit einem Zitat "von einem der Gründerväter der CSU - Abraham Lincoln". Dieser habe einst gesagt: Staatskunst ist die kluge Anwendung persönlicher Niedertracht für das Allgemeinwohl. "Lincoln spricht hier von 'klug' und von Niedertracht. Sollte es irgendeinem von euch an Klugheit fehlen: Versucht es einfach mit mehr Niedertracht", empfiehlt Asül. Er bekommt tosenden Applaus, viele Gäste erheben sich.
21.27 Uhr: Eilmeldung von BR24 - Was hat Aiwanger angestellt?
Asül macht auch ein bisschen Schleichwerbung für BR24: Erst am Wochenende sei bei der BR24 App eine Eilmeldung aufgeploppt. "Überschrift war: Bayerische Rakete erfolgreich gestartet und abgestürzt. "Und mein erster Gedanke war: Was hat denn der Aiwanger jetzt schon wieder angestellt?"
21.24 Uhr: Merz als Weihnachtsmann, Söder als Krampus
Das Wahlergebnis habe keine GroKo ergeben, sondern eher eine MiKo, also Minikoalition. Oder eher eine Nicht-Koalition. "Bis jetzt ist Friedrich Merz für SPD und Grüne der Weihnachtsmann", frotzelt Asül. "Rot-Grün ist sich momentan sicher: Jeder Wunsch wird erfüllt. Da sieht sich Markus Söder natürlich in der Rolle des Krampus."
21.22 Uhr: Verpflichtender Freiheitsdienst - "Schnapsidee"
Den kürzlichen Vorschlag von Grünen-Politikerin Katharina Schulze für einen verpflichtenden Freiheitsdienst nennt Asül "quasi einen Zwang zur Freiheit". Das sei "intellektuell fast schon Hubsi-Niveau". Schulze reagiert zuerst empört, dann lacht sie. "Drum trinken wir jetzt auf unsere liebe Katha, denn sie ist der lebende Beweis für Schnapsideen", ruft Asül und alle stoßen an.
21.19 Uhr: Schwarz-Grün: Brechreiz oder Würgereiz?
Vor fünf Jahren habe Söder dem Spiegel ein Interview gegeben, in dem er sagte: "Ich glaube, dass Schwarz-Grün einen ganz großen Reiz hätte." Gut, er habe dabei wohl vergessen zu erwähnen, welchen Reiz genau er meinte: Brechreiz? Würgereiz?
21.15 Uhr: Saskia Esken als "Heidi Klum der SPD"
Wer in die Bundespolitik wolle, müsse sich ein Beispiel an Saskia Esken nehmen, witzelt Asül."Die Saskia Esken ist quasi die Heidi Klum der SPD (…) Ich meine das nicht ästhetisch. Sondern von der Mentalität her." Heidi Klum werde seit fast 20 Jahren für Germany’s Next Topmodel kritisiert, ohne Ende. "Aber: Die Heidi sitzt fester im Sattel denn je." Diese Zähigkeit habe Esken auch. "Sie hat der Partei das mit Abstand schlechteste Ergebnis bei einer Bundestagswahl beschert", erinnert Asül.
Die Gäste beim Maibockanstich
21.12 Uhr: 700 Seiten Memoiren von Scholz?
Jetzt ist der scheidende Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dran. Dieser habe, ähnlich wie Angela Merkel, umfassende Memoiren veröffentlichen wollen. Doch der Verlag habe ihn gebremst: "Herr Scholz, bei aller Liebe: 700 Seiten bei Ihren Gedächtnislücken?"
21.10 Uhr: Kosmetik-Watschn für Grieshammer
SPD-Fraktionschef Holger Grießhammer muss sich eine harte Watschn gefallen lassen: Er habe den Verhandlungserfolg der Freien Wähler als "reine Kosmetik" erklärt. "Holger, ich habe mir dein Gesicht wirklich lange genug angeschaut. Gerade du solltest dich zum Thema Kosmetik lieber nicht äußern", rät Asül. Ein Raunen geht durch den Saal.
21.05 Uhr: Personalie Felßner: Zwei Theorien
Die NGOs hätten in Deutschland viel Einfluss, kritisiert Asül und nennt das Beispiel des bayerischen Bauernpräsidenten, der Söders Wunschkandidat als Landwirtschaftsminister in Berlin war. "Dass ein Günther Felßner garantiert nicht Landwirtschaftsminister wird, hat eine NGO bestimmt." Allerdings gebe es im Fall Felßner noch eine weitere Theorie: "Der Günther Felßner sollte das CSU-Werkzeug gegen den Hubert Aiwanger sein. Quasi ein Bauernfänger. Jetzt, wo der Hubert auf dem Durchmarsch nach Berlin kurz vor Regensburg gestrandet ist, hat sich das mit dem Felßner auch erledigt." Alle lachen.
In Berlin habe die Personalie Felßner bei einigen Abgeordneten einen gehörigen Schrecken ausgelöst: "Der Markus hat nämlich im Interview mit der WamS gesagt: 'Es ist doch sinnvoll, wenn jemand Ahnung davon hat, was er verantwortet.'"
21.03 Uhr: "Die größten Verlierer sind die wahren Gewinner"
Auch CDU-Chef Friedrich Merz kriegt sein Fett weg: "Früher hieß es: Der Wahlsieger hat was zu melden in der neuen Regierung. Und der Kanzler hat die Richtlinienkompetenz. Das neue Motto hingegen lautet: Die größten Verlierer sind die wahren Gewinner", frotzelt Asül. Das sei so, als würde der FC Bayern München 5:0 gegen Borussia Dortmund gewinnen, aber die Borussia dürfe ihr Wunschergebnis in den Spielbericht eintragen.
Erst habe Merz "Rambozambo" angekündigt, nur um seine Messlatte im Laufe der Koalitionsverhandlungen immer weiter zu unterbieten. "Aus dem Rambo-Merz ist längst der Limbo-Fritz geworden", sagt Asül. Im Saal ertönt schallendes Gelächter.
20.59 Uhr: Gerd Müller - Lieferketten und Fahrradwege in Peru
Jetzt muss sich Entwicklungsminister Gerd Müller ein paar Watschn einholen. Zu Müller heiße es immer gleich: "Mei, das ist doch der mit den Fahrradwegen in Peru!" Aber warum? "Weil ein Gerd Müller in Berlin sofort erkannt hat: Wenn ich diese Fahrradwege in Deutschland haben will, brauchen wir allein für die Planung schon 70 Jahre!" Zackiger habe es in Peru funktioniert.
Als Müllers Meisterstück bezeichnete Asül allerdings das Lieferkettengesetz. "Kafka und Achternbusch hätten es nicht besser hingekriegt. So wirr und so widersprüchlich, dass - Achtung - sogar Robert Habeck gesagt hat: Da muss man mit der Kettensäge ran."
20.55 Uhr: Bavaria first, Germany last
Wer der Bundesregierung Untätigkeit vorwerfe, sei entweder blind oder böse, witzelt Asül. "Germany kann durchaus einiges vorweisen: Wir sind Schlusslicht unter den Industrienationen. Erstmals drei Jahre Rezession in Folge – und das schafft eine Regierung nicht, indem man die Hände in den Schoß legt. Das geht nur mit harter Arbeit."
Deutschland sei eben ein ganz anderer Kulturkreis als der Freistaat. Den Bayern sei klar: Von nichts kommt nichts. In Berlin hingegen wisse man: Aus Bayern kommt der Länderfinanzausgleich. Er erntet Applaus.
20.50 Uhr: Django Asül beginnt seine Rede - Mitleid mit Füracker
Django Asül betritt die Bühne und spricht zuerst Füracker an: "Lieber Albert, dir gebührt unser Dank. Aber auch unser Mitgefühl. Unser Dank, weil er uns statt bierernster Miene ein bierlastiges Fest spendiert. Unser Mitleid, weil er als solider Finanzmann mit ansehen muss, wie schnell aus Milliarden, die man nicht hat, sogar Billionen werden."
Generell würden beim Thema Geld in Berlin die Grundrechenarten außer Gefecht gesetzt: "Null und Null ergibt zehn." Die Bundesfinanzen seien "in ähnlicher Verfassung wie die Carolabrücke in Dresden. Das deutsche Selbstverständnis ist beieinander wie das Schienennetz der Deutschen Bahn."
20.46 Uhr: Mit zwei Schlägen: "O‘zapft is"
Den Fassanstich übernimmt traditionell der Hausherr, Bayerns Finanzminister Albert Füracker. Das Hofbräuhaus befindet sich seit 1852 im Besitz des Freistaats. Nach zwei Schlägen verkündet er: "O’zapft is!" 35 Kellnerinnen und Kellner machen sich nun mit zahlreichen Krügen auf den Weg, um die Gäste im Saal mit Maibock zu versorgen.
20.42 Uhr: Me Too im Wirtshaus
"Die Großkopferten sind alle Männer, aber ohne unsere Frauen läuft nichts", wundert sich Wolf. So etwas gebe es nur noch in der Katholischen Kirche und im Wirtshaus, betont sie und erzählt von Kellnerinnen, die bis zu 16 gefüllte Bierkrüge stemmen können. "Gut", fügt sie hinzu, als Frau habe man in der Gastronomie einen Wettbewerbsvorteil: "Ein Kellner hat zwei Hände, eine Kellnerin zwölf, davon zehn am Hintern."
Wolf richtet sich mit einer klaren Ansage an die Männer: "Behaltet eure Griffel doch bei euch! Wir sind im Wirtshaus, nicht im Streichelzoo!" Die Kellnerin sei im Bierpreis nicht mit inbegriffen.
Kathi Wolf als Kellnerin
20.39 Uhr: Eine Wahl ist kein Beautycontest – oder doch?
Eine Wahl sei kein Beautycontest, sagt Wolf. Das habe Söder kürzlich erst in einem Interview betont. Frauen würden nicht nur auf die Schönheit von Politikern achten. "Wir Frauen schauen schon auf Inhalte, aber da so gar nichts kommt, für unsere irrelevante Randgruppe der Menschen mit Menstruationshintergrund, dann gehen wir halt auf die Optik, notgedrungen."
20.37 Uhr: Kathi Wolf erklärt "das Söder-Syndrom"
Es gibt eine Neuerung beim Maibockanstich: Kabarettistin Kathi Wolf unterstützt Django Asül in diesem Jahr beim Derblecken. Sie tritt in der Rolle der Hofbräuhaus-Kellnerin auf die Bühne. "So, haben alle etwas zu trinken?", fragt sie in die Runde. "Weil wenn der Bayer nichts Gscheides zu trinken hat, dann fängt er an zu denken." Dann kämen Gedanken auf, nach dem Motto: "Da sind die Grünen dran schuld. Das ist so ein Reflex, da kann der Bayer nichts dafür", erklärt Wolf.
20.33 Uhr: Brauerei-Direktor Möller spricht ein Grußwort
"Ein unterhaltsamer Abend erwartet uns, gemischt aus Maibock, Politik und Satire", freut sich Brauerei-Chef Michael Möller. "Und für die Mischung verantwortlich ist wieder unser Meister des Derbleckens, Django Asül und mit ihm zum ersten Mal Kathi Wolf." An Stoff zum Derblecken mangele es den beiden Kabarettisten nicht, so viel sei sicher.
20.29 Uhr: Markus Söder ist leider verhindert
Ein wichtiger Gast glänzt in diesem Jahr mit Abwesenheit: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ist bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin unabkömmlich. Aus diesem Grund gibt es zur Eröffnung keinen Defiliermarsch, der ist dem Ministerpräsidenten vorbehalten. Die zwölf Musikerinnen und Musiker der Möckenloher Blasmusik spielen stattdessen zum Einzug den "Erzherzog-Albert-Marsch".
20.20 Uhr: Der Gründer des Hofbräuhauses gibt sich die Ehre
Eine prominente Figur betritt die Bühne: Kabarettist Michael Altinger mimt Herzog Wilhelm V., der das Wirtshaus im Jahr 1589 gründete. "Ich komme aus einer Zeit, in der Bier noch täglich Brot war", erzählt der Herzog. Hohn und Spott für die Obrigkeit sei damals nicht mit Applaus, sondern "mit dem Feuer" belohnt worden. "Mit anderen Worten: Die gute alte Zeit", sagt er besonnen.
20.16 Uhr: Moderatorin Claudia Finger-Erben begrüßt die Gäste
BR-Moderatorin Claudia Finger-Erben führt durch den Abend. Jetzt begrüßt sie die Gäste: "Freuen Sie sich auf einen Abend zum Genießen, zum Lachen, zum Staunen und auch mal zum 'Naaa, des hoda net gsogt'", sagt sie. Ihr Tipp an die Gäste: "Habt Humor dabei - über sich selbst lachen können, ist heute Abend wichtig."
20.00 Uhr: Maibock ursprünglich für die Sommerzeit gebraut
Der Maibock ist das älteste und erste Bockbier Münchens, seit 1614 wird er gebraut. Er hat einen Alkoholgehalt von 7,2 Prozent und eine Stammwürze von über 16 Prozent. Ursprünglich wurde er für die heißen Sommermonate gebraut, da er wegen seines höheren Alkoholgehalts besser haltbar ist. Mittlerweile bevorzugen viele Biertrinkerinnen und Biertrinker im Sommer aber leichte oder alkoholfreie Biere. Der Maibockanstich im April bleibt dennoch Tradition.
19.41 Uhr: Asül bekommt schlagkräftige Unterstützung
In diesem Jahr müssen sich die Politiker nicht nur den Spott von Kabarettist Django Asül gefallen lassen, der seit 2008 die Aufgabe des Festredners übernimmt. Zum ersten Mal ist auch die Kabarettistin Kathi Wolf mit von der Partie und überrascht in einer speziellen Rolle. Zudem meldet sich Michael Altinger in der Rolle des Hofbräuhaus-Gründers Herzog Wilhelm V. zu Wort.
19.25 Uhr: Maibockanstich im BR Fernsehen und in der Mediathek
Der Bayerische Rundfunk sendet den Maibockanstich um 20.15 Uhr im BR Fernsehen sowie hier im Stream. Die Sendung ist auch in der ARD Mediathek verfügbar. BR-Reporterin Claudia Finger-Erben berichtet aus dem Hofbräuhaus und die Blaskapelle Möckenloher Blechmusik sorgt für den musikalischen Rahmen.
19.00 Uhr: Rund 600 Gäste im Hofbräuhaus geladen
Der Name verrät es schon: Beim Maibockanstich wird das erste Fass Maibock angezapft und damit die Starkbier-Saison eröffnet. Begleitet wird dies traditionell von einer deftigen Portion Politiker-Spöttelei. Doch Bayerns Volksvertreter nehmen es mit Humor, wenn Django Asül sie ordentlich derbleckt. Bei der Abendveranstaltung im Münchner Hofbräuhaus, zu der das Finanzministerium lädt, werden rund 600 Gäste aus Politik, Medien sowie der Gastro-Branche erwartet.
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