Am verlassenen Haus, wo der 14-Jährige tot gefunden wurde, haben Menschen rote und weiße Blumen und brennende Kerzen abgelegt..
Am verlassenen Haus, wo der 14-Jährige tot gefunden wurde, haben Menschen rote und weiße Blumen und brennende Kerzen abgelegt..
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Nach dem mutmaßlich gewaltsamen Tod eines 14-Jährigen in Memmingen ist die Anteilnahme groß. Viele Menschen haben Blumen am Fundort abgelegt.
Bildrechte: BR/Michael Frick
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Nach dem mutmaßlich gewaltsamen Tod eines 14-Jährigen in Memmingen ist die Anteilnahme groß. Viele Menschen haben Blumen am Fundort abgelegt.

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"Zu viel für das bisschen Stadt": Trauer um toten 14-Jährigen

"Zu viel für das bisschen Stadt": Trauer um toten 14-Jährigen

Nach dem mutmaßlich gewaltsamen Tod eines Jugendlichen steht Memmingen unter Schock. Trauernde legen am Fundort Blumen ab, manche machen sich Sorgen um die Sicherheit in der Stadt im Unterallgäu.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Weiße Blumen, brennende Kerzen, ein gerahmtes Bild zeigt den Toten: Memmingen trauert um den 14-Jährigen, der gewaltsam aus dem Leben gerissen wurde. Klassenkameraden, Bekannte der Familie und geschockte Bürgerinnen und Bürger umarmen sich und spenden einander Trost vor dem verlassenen Haus nahe des Memminger Bahnhofs, wo Polizeibeamte am Montag den Toten gefunden haben. "Es tut mir so weh für diesen Jungen", bedauert eine Passantin.

Neue Details: Gewalt gegen den Hals

Obduktionsergebnisse zeigen: Der Jugendliche wurde Opfer einer Gewalttat am Hals. Stichverletzungen habe es keine gegeben, sagen Ermittler. Ein Verdächtiger konnte zunächst fliehen, ist aber wenig später von Polizeibeamten gestellt worden.

Als er laut Polizei und Staatsanwaltschaft trotz Warnungen mit einem Messer auf die Beamten zugelaufen ist, haben sie auf ihn geschossen, er starb später im Krankenhaus an seinen Verletzungen. Der 37-Jährige war nach Auskunft der Regierung von Schwaben ein abgelehnter Asylbewerber, der aufgrund seiner ungeklärten Nationalität nicht abgeschoben werden konnte.

Mehrere Gewalttaten erschüttern Memmingen

Memmingen steht unter Schock: Es ist eine von mehreren schweren Gewalttaten, die die Stadt in den letzten Jahren erschüttert haben. Erst kürzlich ist im Stadtteil Steinheim ein älteres Ehepaar tot aufgefunden worden, die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen. Sie geht auch in diesem Fall von einem Tötungsdelikt aus.

"Ein bisschen zu viel für das bisschen Stadt"

"Ein bisschen zu viel für das bisschen Stadt" sei es momentan, beklagt ein Passant über Memmingen, das etwa 46.000 Einwohner hat. Unsicher fühle er persönlich sich aber nicht. Einer Bürgerin geht es anders: Sie mache sich vor allem Sorgen um ihren Neffen und ihre Nichte: "Ich hoffe nur, dass sie wirklich auf sich aufpassen und nie alleine aus dem Haus gehen, weil man nirgendwo mehr sicher ist."

Memmingens Oberbürgermeister Jan Rothenbacher drückte schon am Dienstag seine Bestürzung über die Tat aus und wünschte der Familie des Jugendlichen viel Kraft. Gleichzeitig wies er mit Blick auf den Asylbewerberstatus des Verdächtigen jetzt auf das Grundgesetz hin: "Wir arbeiten im Rahmen der Rechte, die wir haben – nicht derer, die wir uns manchmal vielleicht im Einzelfall wünschen."

Polizei stellt in Asylunterkunft Beweismittel sicher

Die zuständige Staatsanwaltschaft hat unterdessen weitere Details zu ihren Ermittlungen bekanntgegeben. Bei einer Durchsuchung in einem Asylbewerberheim in Senden, wo der Verdächtige gemeldet gewesen sei, hätten Polizeibeamte Beweismittel sichergestellt. Was genau dabei gefunden wurde, erklärt die Staatsanwaltschaft derzeit nicht.

Unklar ist weiterhin, ob der 37-Jährige als alleiniger Täter in Frage kommt. Ermittler werten die Ergebnisse der Spurensicherung vor Ort und Handydaten aus. So möchten sie herausfinden, wer zum Tatzeitpunkt noch vor Ort gewesen sein könnte.

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