Vor dem unbewohnten Haus in der Nähe des Memminger Bahnhofs, in dem der 14-Jährige tot aufgefunden wurde, haben Menschen Blumen niedergelegt.
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Vor dem unbewohnten Haus in der Nähe des Memminger Bahnhofs, in dem der 14-Jährige tot aufgefunden wurde, haben Menschen Blumen niedergelegt.
Bildrechte: BR / Florian Regensburger
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Vor dem unbewohnten Haus in der Nähe des Memminger Bahnhofs, in dem der 14-Jährige tot aufgefunden wurde, haben Menschen Blumen niedergelegt.

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Toter 14-Jähriger: Neue Details zum mutmaßlichen Täter bekannt

Toter 14-Jähriger: Neue Details zum mutmaßlichen Täter bekannt

Ein 14-Jähriger tot, der mutmaßliche Täter von der Polizei erschossen – viele Memminger sind erschüttert. Die Behörden ermitteln unterdessen weiter und machen Details zum Tatverdächtigen bekannt – und erklären, warum er in Deutschland geduldet war.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau am .

Vor dem alten, unbewohnten Haus in der Nähe des Memminger Bahnhofs liegen Blumen. Klassenkameraden des getöteten 14-Jährigen kommen, um zu trauern. Die Anteilnahme ist groß – und die Fassungslosigkeit auch. Wie konnte es dazu kommen?

14-Jähriger tot aufgefunden, mutmaßlicher Täter erschossen

Der 14-Jährige aus Memmingen wurde Opfer eines Gewaltverbrechens: Die Obduktion hat belegt, dass er gewaltsam zu Tode kam.

Einen dringend Tatverdächtigen hatte die Polizei am Dienstag festzunehmen versucht. Doch, wie die Behörden mitteilten, habe der 37-Jährige die Beamten mit einem Messer angegriffen – diese hätten deshalb auf ihn geschossen.

Details zum mutmaßlichen Täter

Inzwischen sind zu dem Tatverdächtigen weitere Details bekannt geworden. Die Regierung von Schwaben bestätigte dem BR auf Anfrage, dass es sich bei dem Mann um einen abgelehnten Asylbewerber handelt.

Ein Pressesprecher der Regierung von Schwaben erklärte, der 37-Jährige sei aufgrund ungeklärter Identität geduldet gewesen. Als Geburtsort werde ein Ort im israelisch besetzten Westjordanland vermutet. Welche Staatsangehörigkeit der Mann aber genau hatte, konnte nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Memmingen bisher nicht geklärt werden.

Unklare Nationalität führte zur Duldung

Seit Ende September 2023 sei er vollziehbar ausreisepflichtig gewesen. Daraufhin hätten die Behörden versucht, durch ein Passersatzverfahren seine Papiere zu besorgen. Dabei gab es demnach sowohl Kontakt in die Palästinensischen Autonomiegebiete als auch zum möglichen Herkunftsland Jordanien.

Beide Verfahren blieben laut Regierung von Schwaben erfolglos, sodass keine Abschiebung hätte vollzogen werden können. Deshalb galt für den Mann der Status einer Duldung. Er war zweimal vorbestraft, wegen Sachbeschädigung im Jahr 2021 und erst vor wenigen Wochen wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass. Beides sei mit Geldstrafen geahndet worden.

LKA prüft Handydaten

Die Staatsanwaltschaft Memmingen will nun klären, ob der 37-Jährige als alleiniger Täter in Frage kommt. Dazu werden die Ergebnisse der Spurensicherung vor Ort ausgewertet und außerdem Handydaten, anhand derer sich möglicherweise herausfinden lässt, wer noch vor Ort gewesen sein könnte, als die Tat geschah.

Gleichzeitig ermittelt das Landeskriminalamt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft, ob der Schusswaffeneinsatz der Beamten rechtmäßig war.

Was bisher über den Hergang bekannt ist

Seit Samstagnacht galt das 14-jährige Opfer als vermisst. Bei der Suche am Sonntagabend waren zahlreiche Beamte und auch ein Hubschrauber im Einsatz. Am Montagvormittag entdeckten die Einsatzkräfte die Leiche des Jugendlichen in einem leerstehenden Haus nahe dem Bahnhof. Dort stießen sie auf den Tatverdächtigen, der aber zunächst flüchten konnte.

Nach einem Hinweis auf dessen Aufenthaltsort fanden einige Zeit später Polizisten in Zivil den 37-Jährigen. Er habe erneut zu fliehen versucht und sei mit einem Messer auf die Beamten zugegangen. Diese schossen auf ihn – er wurde mehrfach getroffen und starb später im Krankenhaus.

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