Ein Wohnmobil überholt trotz Gegenverkehrs eine Radfahrerin sehr knapp.
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Auf Passstraßen wie am Sudelfeld werden Radler oft sehr knapp überholt.
Bildrechte: BR/Rebekka Preuß
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Rad, Motorrad und Auto: So hoch ist das Risiko auf Bergstraßen

Rad, Motorrad und Auto: So hoch ist das Risiko auf Bergstraßen

Hochstrampeln und mit Tempo runterbrausen: Bergstraßen ziehen immer mehr Radfahrer an. Auch Autofahrer und Biker lieben kurvenreichen Straßen. Alleine am Sudelfeld gab es in den vergangenen fünf Jahren knapp 140 Unfälle – mit zwei Toten.

Über dieses Thema berichtet: Rucksackradio am .

Julia Schmidmayr ist eine erfahrene Rennradfahrerin. Schon als Jugendliche fährt sie Rennen in der Bundesliga. Trainiert hat sie auch auf der Passstraße am Sudelfeld. Mittlerweile meidet sie sie. Weil die Straße immer voller und das Fahrverhalten von Auto- und Motorradfahrern aggressiver wurde, sagt die 35-Jährige. In den vergangenen fünf Jahren gab es dort knapp 140 Unfälle, ein Motorradfahrer und ein Radfahrer starben.

Stress auf der Straße

Schmidmayr muss bei der Ausfahrt an diesem Tag nicht lange warten: Als sie in der Abfahrt auf einen Parkplatz abbiegt, schreit ihr ein Motorradfahrer nach und beleidigt sie. Julia kommentiert achselzuckend, so etwas komme leider häufiger vor. "Obwohl ich behaupten möchte, dass wir gar nicht so langsam unterwegs waren und am Ende vielleicht sogar ein bisschen schneller als ein Auto." Julia fuhr in diesem Moment mit etwa 60 km/h, so schnell wie auf der Strecke erlaubt ist.

Bedrängen, Überholen, Schneiden

Zeitweise ist die Strecke von Rosenheim in Richtung Bayerischzell für Motorradfahrer gesperrt, außerdem gilt auf dem Abschnitt zwischen Bayrischzell und Oberaudorf ein generelles Überholverbot. Trotzdem ergeben sich auf der kurvigen Passstraße immer wieder brenzlige Situationen. Radfahrer werden sehr dicht und ohne den vorgeschriebenen Abstand überholt.

Einige Motorradfahrer lassen anscheinend extra ihren Motor aufheulen, berichtet Julia. Sie fürchtet jedoch vor allem eine Situation: Wenn sie nach oben radelt und ihr ein Motorrad entgegenkommt, dass die Kurve schneidet. "Wenn der Fahrer dann stürzt, fliegt sein Motorrad und ich habe keine Chance.“

Auch Radler fahren riskanter

Nicht nur Motorrad- und Autofahrer provozieren gefährliche Situationen. Auch Radfahrer sind teilweise riskanter unterwegs als früher, sagt Schmidmayr. Sie vermutet, dass manche Apps dabei eine Rolle spielen. Diese könnten manch einen zu einer Art Wettbewerb animieren.

Da könne man nämlich nicht nur seine Routen planen, sondern es gebe auch Ranglisten und die Möglichkeit, sogenannte "Comms", also Wettbewerbe, zu gewinnen. Und das animiere wohl schon den einen oder anderen, Abfahrten schneller zu fahren, glaubt Schmidmayr.

Unfallschwerpunkt Sudelfeld: Zwei Tote in fünf Jahren

Bei den knapp 140 Unfällen in den vergangenen fünf Jahren wurden 70 Motorradfahrer und acht Radfahrer verletzt, zwei Menschen starben. An das einseitige Fahrverbot für Motorradfahrer halten sich aber nicht alle. Auf einem Rastplatz darauf angesprochen, möchten sie sich zu möglichen Verkehrssünden nicht äußern. Die Biker berichten hingegen von Radfahrern, die in Gruppen fahren würden und so kein Überholen zuließen. Nur ein Motorradfahrer will auch seinen Vornamen nennen: Michael kennt beide Seiten, er fährt Motorrad und Rennrad. Natürlich ärgere er sich auf dem Motorrad über Rennradfahrer, wenn sie zu dritt nebeneinander fahren. Das müsse nicht sein, sagt er. Ebenso erlebe er als Radfahrer rücksichtslose Biker.

Michael sieht aber noch ein anderes Problem, dass das Stresspotential auf der Straße erhöht: Es seien einfach immer mehr Fahrzeuge – Auto, Motorrad, Rad – unterwegs. Der Platz werde somit für alle weniger.

Ein Unfall ist schnell passiert

Genau das beobachtet auch Julia: Vollere Straßen bei weniger Rücksichtnahme. Wie schnell egoistisches Verhalten zu einem Unfall führen kann, das hat die zweifache Mutter selbst erlebt.

Vor einem Jahr kollidierte sie auf einer anderen Strecke mit einem Auto, weil sie von hinten bedrängt wurde und ausweichen musste. Ihr Fazit: Wer riskant und aggressiv fährt, gefährdet eben nicht nur sich selbst.

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