Im Mordfall um die getötete dreifache Mutter Nina H. aus Augsburg-Haunstetten hat es eine weitere Festnahme gegeben. Die Kriminalpolizei nahm am Donnerstagmorgen einen 55-jährigen Mann aus dem Landkreis Augsburg fest. Er steht in Verdacht, gegen das Waffengesetz verstoßen und im Mordprozess vor dem Landgericht Augsburg eine Falschaussage gemacht zu haben.
Nach Angaben der Ermittler soll der Mann die spätere Tatwaffe zunächst illegal besessen und anschließend an einen weiteren Verdächtigen verkauft haben. Es handelt sich um eine großkalibrige, halbautomatische Pistole, mit der Nina H. erschossen wurde. Die Pistole war nach der Tat auf der Flucht in einen Bach geworfen worden, dort fanden Ermittler später sowohl die Waffe als auch Kleidungsstücke des Täters.
Lebenslange Haft für den mutmaßlichen Schützen
Der Prozess gegen den mutmaßlichen Schützen ist abgeschlossen, das Urteil aber noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung ist in Revision gegangen. Das Landgericht Augsburg hatte zuvor den 30-jährigen Gino F. wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Nach Überzeugung des Gerichts ist der Mann im Mai 2025 in das Haus von Nina H. eingedrungen und hat die 30-Jährige mit insgesamt vier Schüssen in den Kopf getötet.
Ex-Partner als mutmaßlicher Auftraggeber
Das Gericht wertet die Tat als Auftragsmord. Der Ziehvater des verurteilten Täters, zugleich Ex-Partner von Nina H., gilt als mutmaßlicher Drahtzieher. Der 43-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Nach Auffassung des Gerichts sei er nicht über die Trennung hinweggekommen. Er soll ein umfassendes Überwachungssystem installiert haben, um Nina H. auszuspähen, und die Waffe samt Munition organisiert haben.
Die damals achtjährige Tochter des Opfers und ihr kleiner Bruder waren während der Tat im Haus und harrten bei ihrer erschossenen Mutter aus, bis die Polizei eintraf. Die Tochter identifizierte den Täter später gegenüber der Polizei: "Gino wars, er war schwarz angezogen, der war schmächtig wie der Gino", sagte sie aus. Das Gericht maß dieser Aussage großes Gewicht bei.
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