Polizisten suchen im Wald nach der getöteten Katina K. (Archivbild)
Polizisten suchen im Wald nach der getöteten Katina K. (Archivbild)
Bild
Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei, unter anderem in einem Wald bei Bammersdorf, nach Katina K. (Archivbild)
Bildrechte: NEWS5 / Ferdinand Merzbach
Schlagwörter
Bildrechte: NEWS5 / Ferdinand Merzbach
Audiobeitrag

Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei, unter anderem in einem Wald bei Bammersdorf, nach Katina K. (Archivbild)

Audiobeitrag
>

Mordprozess ohne Leiche: 75-Jähriger steht erneut vor Gericht

Mordprozess ohne Leiche: 75-Jähriger steht erneut vor Gericht

Am Landgericht Bamberg beginnt die Neuauflage eines aufsehenerregenden Mordprozesses. Angeklagt ist ein 75-Jähriger aus dem Landkreis Forchheim. Er war 2025 verurteilt worden und legte Revision ein. Eine Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten Franken am .

Am Landgericht Bamberg geht der Mordprozess um die getötete Prostituierte Katina K. in eine neue Runde. Angeklagt ist ein 75-jähriger Mann aus dem Landkreis Forchheim, der laut Staatsanwaltschaft Bamberg die 33 Jahre alte Bulgarin getötet haben soll. Ihre Leiche wurde bis heute nicht gefunden.

Bundesgerichtshof kippt Urteil

Im Oktober 2025 hatte das Landgericht Bamberg den Mann wegen Totschlags an Katina K. zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. Dagegen legte der 75-Jährige Revision ein. Im Mai 2026 gab der Bundesgerichtshof der Revision statt und hob das Urteil wegen Fehlern in der Beweiswürdigung auf. Insgesamt hatten in dem Indizienprozess 80 Zeugen und sechs Sachverständige ausgesagt. Der Fall wird nun vor einer anderen Strafkammer am Landgericht neu verhandelt.

Angeklagter plante Auswanderung nach Bulgarien

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte mit Katina K. eine Beziehung führte, nachdem er die Prostituierte in einem Saunaclub in Nürnberg kennengelernt hatte. Beide wollten gemeinsam nach Bulgarien auswandern. Der 75-Jährige verkaufte dafür seinen Grundbesitz und lebte bis zum Abschluss des Verkaufs in einem umgebauten Lkw auf seinem Grundstück im Landkreis Forchheim.

Streit und Trennung wegen des Geldes

Nach einem Streit um Geld soll die damals 33-Jährige im Sommer 2024 beschlossen haben, sich zu trennen. Zuvor soll sie bereits rund 30.000 Euro von dem 75-Jährigen erhalten haben. Am 1. August 2024 organisierte Katina K. mit Hilfe eines Bekannten ihre Rückreise nach Bulgarien. Sie verschickte noch eine Sprachnachricht an ihre Familie, in der sie erklärte, dass sie kein Geld mehr von dem 75-Jährigen bekomme und Angst habe, getötet zu werden.

Mord aus Rache?

Weil damit die künftige Lebensplanung des Oberfranken zerbrochen sei, soll er Katina K. laut Anklage aus Rache getötet und ihre Leiche an einen unbekannten Ort gebracht haben. Ihre Kleidung soll er in einer Feuerschale verbrannt haben. Später soll er noch versucht haben, sie auf ihrem Telefon zu erreichen, um Besorgnis vorzutäuschen.

Katina K. bleibt vermisst

Trotz intensiver Suche hat die Polizei die Frau bis heute nicht gefunden. Die 33-Jährige gilt seit August 2024 als vermisst. Der Angeklagte aus dem Landkreis Forchheim befindet sich seit zwei Jahren in Untersuchungshaft. Der Prozess ist bis zum 15. Januar kommenden Jahres angesetzt.

Das ist die Europäische Perspektive bei BR24.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!