(Symbolbild) Generalstaatsanwaltschaft München.
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(Symbolbild) Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 22-Jährigen erhoben. Er soll mit einem Luftgewehr auf 23 Autos geschossen haben.
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(Symbolbild) Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 22-Jährigen erhoben. Er soll mit einem Luftgewehr auf 23 Autos geschossen haben.

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Mutmaßlicher Islamist schießt auf Autos – Mordanklage erhoben

Mutmaßlicher Islamist schießt auf Autos – Mordanklage erhoben

Versuchter Mord, gefährlicher Eingriff in den Verkehr und unerlaubtes Führen einer Waffe – die Vorwürfe gegen den heute 22-Jährigen wiegen schwer. Der Mann soll im September wahllos Autos auf der B16 beschossen haben. Nun wurde er angeklagt.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

Im September vergangenen Jahres hat der Fall für Aufsehen gesorgt: Mit einem Luftgewehr soll ein Mann an drei Tagen auf Fahrzeuge auf der Bundesstraße 16 bei Dillingen an der Donau geschossen haben. Sein alleiniges Ziel war es nach Ansicht der Staatsanwaltschaft, Unfälle zu provozieren. Jetzt muss sich der junge Mann, der unter Islamismus-Verdacht steht, wegen versuchten Mordes vor Gericht verantworten. Wie BR und SWR im November recherchiert hatten, war er Teil einer islamistischen Chatgruppe, in der Gewaltfantasien geteilt und Feindbilder verbreitet wurden.

In Tarnkleidung zufällig ausgewählte Autos auf der B16 beschossen

Die bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelte Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) hat beim Landgericht Augsburg Mordanklage erhoben. Die Behörde wirft dem heute 22-jährigen türkischen Staatsangehörigen versuchten Mord in 23 Fällen, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und unerlaubtes Führen einer Schusswaffe vor.

Laut Anklage soll der junge Mann Mitte September in Tarnkleidung vom Fahrbahnrand aus mit einem Luftgewehr auf vorbeifahrende Fahrzeuge geschossen haben. Dabei habe er die Fahrer so irritieren wollen, dass sie von der Fahrbahn ab- und bei den Unfällen ums Leben kommen oder zumindest schwer verletzt werden.

Wie durch ein Wunder keine Unfälle

Im Bereich des Tatorts sind beide Fahrstreifen baulich nicht getrennt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h. Die Gefährdung sei entsprechend hoch, hieß es.

Die Fahrzeugführer erschraken zwar durch das Knallgeräusch der Schüsse. Zu Unfällen oder Personenschäden kam es jedoch nicht, weil die Autofahrer auswichen oder abbremsten, die Kontrolle über ihr Fahrzeug aber stets behielten. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von insgesamt über 33.000 Euro.

Angeklagter soll IS nahestehen

Im Zuge der polizeilichen Untersuchungen ergaben sich Hinweise auf einen extremistischen Hintergrund. Deshalb übernahm die Generalstaatsanwaltschaft München das Verfahren im vergangenen Herbst. Die Ermittler gehen von einer islamistischen Motivation aus.

Der Schütze soll Sympathien für die Dschihadistenmiliz IS gezeigt und die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York und das Pentagon vom 11. September 2001 in den USA glorifiziert haben. Als Tatzeit soll er bewusst den 11. September beziehungsweise die Tage darum gewählt haben. Der Angeschuldigte habe "Ungläubige" töten wollen.

Landgericht Augsburg muss nun über Zulassung der Anklage entscheiden

Der Verdächtige wurde wenige Tage nach der Tat festgenommen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Das Landgericht Augsburg muss nun entscheiden, ob es die Anklage wegen versuchten Mordes in 23 Fällen zur Hauptverhandlung zulässt.

Mit Informationen von dpa, AFP und epd

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