Spezialisten bei der Waldinventur sind mit Kletterausrüstung im Steilgelände unterwegs.
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Die Waldinventur im Nationalpark Berchtesgaden findet teilweise in unwegsamem Gelände statt.
Bildrechte: BR/Georg Bayerle
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Die Waldinventur im Nationalpark Berchtesgaden findet teilweise in unwegsamem Gelände statt.

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Nationalpark Berchtesgaden: Wie geht es dem Bergwald?

Nationalpark Berchtesgaden: Wie geht es dem Bergwald?

Waldbrände und Trockenheit setzen den Wäldern hart zu. Im Nationalpark Berchtesgaden starten alle 15 Jahre Spezialisten zur Waldinventur – und untersuchen, wie der Bergwald auf den Klimawandel reagiert. Was sich dabei abzeichnet.

Über dieses Thema berichtet: BAYERN 3-Nachrichten am .

In Zentimeterarbeit steuert Bernd Becker nach dem Kommando der Kollegin das Boot an die Steilwand, die hier direkt aus dem dunkelblauen Wasser des Königssees aufsteigt. Etwa 50 Meter oberhalb liegt einer der Standorte, ein so genannter Plot, der bei der Waldinventur vermessen wird.

"Wir gehen immer wieder an den gleichen Plot, selbst wenn er schwer erreichbar ist", erklärt der Teamchef der Waldinventur. Über Graspolster und Felsen kraxeln die Forstwissenschaftler hinauf und spüren dann mit der Sonde den Magneten auf, der hier bei der ersten Waldinventur im Jahr 1983 vergraben wurde, damit immer genau der gleiche Platz untersucht wird.

Baum 1: Stämmig, gesund, verwundet

Baum 1 hier ist eine kräftige Buche. Aufgeplatzte Löcher in der Rinde zeigen, dass sie Einiges abgekriegt hat. Ein typischer Baum des Bergwalds, erklärt Forstwissenschaftlerin Lena Walz, die ihn jetzt vermisst: "Mich beeindruckt, wie lang die Bäume überleben können und Blitzschlag und Steinschlag trotzen". Seit über 200 Jahren hält der Baum hier den Naturgewalten stand – das Alter wurde bei der ersten Inventur 1983 bestimmt.

Neben den alten Bäumen messen sie, wie tief das Erdreich geht, das Totholz und vor allem, wie junge Bäume hier nachwachsen – ganz ohne Zutun des Menschen. "Da schaut’s gut aus", bilanziert Bernd Becker, "es gibt sehr viel Verjüngung, das ist positiv zu bewerten".

Ein Dutzend Bäume, die jungen Pflanzen, mehrere abgestorbene Stämme und den Humus messen sie an insgesamt 3.000 solchen Plots im Nationalpark. Die aufwändige und exakte Inventur dauert jetzt schon den zweiten Sommer.

Wie sich der Bergwald verändert

Dabei stellen sie fest, dass sich die Baumarten seit 1983 ändern: Die Fichten, die unter Trockenheit und Hitze besonders leiden, nehmen ab, Laubbäume wie der Bergahorn dagegen vermehren sich. Die Vielfalt der Bäume nimmt hier von selbst zu. Der Bergwald passt sich ans veränderte Klima an, bilanziert Teamleiter Bernd Becker: "Das ist unser Motto: Natur Natur sein lassen; wenn es so läuft, ist es perfekt für uns".

Denn das ist das Besondere im Nationalpark: Hier schaltet und waltet nur die Natur aus eigener Kraft und umso spannender ist es für die Experten, wenn sie beobachten, wie sich die Natur anpasst und entwickelt. Und trotz der gerade in diesem Sommer extremen Belastungen sieht Bernd Becker "noch kein Limit" für diesen alpinen Naturwald.

Die Kraft der Natur

Zwar zeigen derzeit auch im Nationalpark Berchtesgaden immer mehr Bäume schon jetzt braune Kronendächer, ein sicheres Anzeichen für den Stress mit der Trockenheit. Insgesamt wirkt der Bergwald hier aber gesund, so der vorläufige Eindruck der Forstspezialisten bei ihrer Waldinventur.

Nun müssen die tausenden neuen Daten ausgewertet und mit denen der drei früheren Waldinventuren seit 1983 verglichen werden. Forscher können daraus dann ganz genau ablesen, wie die heimische alpine Natur mit dem Klimawandel zurechtkommt. Diese Erkenntnisse können dann der Waldbewirtschaftung insgesamt helfen.

Im Video: Berchtesgaden - Waldinventur im Nationalpark

Berchtesgaden: Waldinventur im Nationalpark
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Berchtesgaden: Waldinventur im Nationalpark

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