Ein Flugzeug fährt am Außenbereich des Erweiterungsbau des Terminals 1 am Münchner Flughafen vorbei.
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Bildrechte: picture alliance/dpa | Peter Kneffel
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Neuer Flugsteig am Münchner Airport für mehr Passagiere

Neuer Flugsteig am Münchner Airport für mehr Passagiere

Am Münchner Flughafen ist am Nachmittag mit dem sogenannten "Terminal 1 Pier" eines der größten Infrastrukturprojekte Bayerns offiziell eröffnet worden. Dieser neue Flugsteig soll helfen, dass der Flughafen noch "wettbewerbsfähiger" wird.

Über dieses Thema berichtet: Regionalnachrichten aus Oberbayern am .

An der Eröffnung des sogenannten "Terminal 1 Pier" nahmen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teil. In dem neuen Flugsteig, der an das Terminal 1 des Airports angebaut wurde, können pro Jahr bis zu sechs Millionen Passagiere abgefertigt werden.

In seiner Rede hob Söder die Bedeutung des Münchner Flughafens für den Wirtschaftsstandort Bayern hervor. Der Airport im Erdinger Moos sei Bayerns Tor zur Welt, so der Ministerpräsident. Die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns sei eng mit dem Münchner Flughafen verknüpft. Deswegen sei der neue T1-Pier ein riesiger Schritt nach vorne. Dort könnten Passagiere noch schneller abgefertigt werden.

Knapp 700 Millionen Euro Kosten in sieben Jahren verbaut

Mit Kosten von rund 670 Millionen Euro und einer Bauzeit von sieben Jahren zählt der nun fertige Pier am Terminal 1 zu den größten Infrastrukturprojekten in Bayern. Die Gesamtkapazität von sechs Millionen Fluggästen entspricht laut dem Münchner Airport dem gesamten Jahrespassagieraufkommen des Flughafens Hannover.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hob in seiner Rede hervor, dass der Bau sowie die Eröffnung des T1-Piers ein wichtiges, weil positives Zeichen in einer schwierigen wirtschaftlichen Zeit sei. Um den deutschen Luftverkehrsstandort zu stärken, kündigte der Bundesverkehrsminister weitreichende Änderungen an. So soll der europäische Luftraum nach Angaben Schieders digitalisiert werden. Statt wie bisher national, soll im Verbund mit anderen EU-Staaten zukünftig Flugsicherung und Luftverkehrssteuerung europaweit vernetzt, digitalisiert und automatisiert werden.

Effizienter und deutlich schneller wird auch die Abfertigung im neuen Pier am Münchner Flughafen ablaufen. Neben diversen Shopping-Möglichkeiten und Fine-Dining-Restaurants, sind alle Sicherheitsschleusen mit modernen CT-Scannern ausgestattet. Elektronische Geräte und Wasserflaschen können im Koffer bleiben.

Pier 1 soll Kapazitätsengpässe beseitigen

Der Erweiterungsbau wurde im rechten Winkel an das bestehende Terminal 1 angebaut. Das ältere der beiden Terminals am Münchner Airport ging fast genau vor genau 34 Jahren, im Mai 1992, in Betrieb. Die Pläne dafür stammen allerdings aus den 70er Jahren.

Obwohl dort 14 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können, erfüllt das Terminal 1 aufgrund seines Alters nicht mehr ganz die Anforderungen eines modernen Flugverkehrs. Kapazitätsprobleme sind mit dem Pier 1 nun behoben. An dem Riegelbau können entweder sechs Großraumflugzeuge oder zwölf kleinere Maschinen parken. Der neue Flugsteig wird vor allem sogenannten Non-Schengen-Airlines wie Emirates, Quatar Airways, American Airlines oder Etihad vorbehalten sein.

Passagiere kommen erst nächste Woche in Genuss des Neubaus

Richtiges Flughafenleben wird in dem neuen Terminal 1 Pier aber erst nächste Woche einziehen. Dann werden dort die ersten Passagiere erwartet.

Bis dahin soll der Münchner Airport dann auch wieder über Züge erreichbar sein. Ab Montagabend (13. April, 22:10 Uhr) bis kommenden Freitag (17. April, 05:00 Uhr) wird sowohl der S-Bahn- als auch der Regionalzugverkehr eingestellt. Grund für die Sperrung sind Bauarbeiten an einem neuen Stellwerk, das für den Erdinger Bahnringschluss zuständig sein wird. Damit soll die Zuganbindung des Münchner Flughafens nach Süd- und Ostbayern verbessert werden.

Schnieder nährt Hoffnung auf Fernbahnanschluss für den Flughafen

Was die fehlende Zugfernverbindung des Münchner Flughafens betrifft, machte der Bundesverkehrsminister dem Airport im Erdinger Moos Hoffnungen. Derzeit würden dazu entsprechende nationale Strategiekonzepte überarbeitet. Man versuche, die eingereichten Wünsche zu einer Anbindung des Münchner Flughafens an das Zugfernnetz weitgehend zu berücksichtigen, so Schieder. Diese Ankündigung traf auf hörbares Raunen im Saal.

Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) bezeichnete die Ankündigung als "Überraschung des Tages". Damit habe der Bundesverkehrsminister der Eröffnungsfeier am Montag fast die Show gestohlen.

Allerdings verknüpfte Füracker, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen GmbH ist, seine heitere Bemerkung gleich mit einer ernsten Forderung. So solle das Bundesverkehrsministerium bei einer möglichen Verkündung nicht nur ein Konzept präsentieren, sondern dann auch ein genaues Datum nennen, wann mit einer Realisierung des Fernbahnanschlusses für den Münchner Flughafen zu rechnen sei.

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