Schädlinge ökologisch bekämpfen mit Drohne
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Agrardrohne in Hopfengarten
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Nützlinge von oben: Drohnen im Hopfenanbau

Nützlinge von oben: Drohnen im Hopfenanbau

In der weltweit für den Hopfenanbau bekannten Hallertau soll auch in Zukunft noch reichlich geerntet werden. Dafür braucht es robuste Pflanzen – und Strategien gegen Schädlinge. Drohnen könnten eine wichtige Rolle spielen.

Über dieses Thema berichtet: Unser Land am .

Im Hopfengarten von Sebastian Kürzinger machen sich schon im Mai Spinnmilben breit. Neben Blattläusen sind sie für ihn die gefährlichsten Schädlinge. Und so klein, dass der Landwirt eine Lupe braucht, um erkennen zu können, ob sie da sind. Er muss sie möglichst früh bekämpfen, denn die Milben saugen die Hopfenblätter aus und lassen sie ganz welk werden. "Wenn die Spinnmilbe zu stark ist, kann sie auch einen Totalausfall vom Hopfen verursachen", sagt Kürzinger.

Das will er unbedingt verhindern. Ernteverluste in der Hallertau sind nicht nur für ihn eine Herausforderung, sondern für die ganze bayerische Bierwirtschaft. Die altbekannte Lösung gegen Spinnmilben sind chemische Pflanzenschutzmittel. Aber die zugelassenen Präparate werden immer weniger und die Tierchen können Resistenzen entwickeln. Landwirt Kürzinger ist offen für andere, auch ökologische Lösungen. Deshalb stellt er einen Teil seiner Flächen gerne der Forschung zur Verfügung. Das Hopfenforschungszentrum in Hüll, einem Ortsteil von Wolnzach, ist nur wenige Kilometer von seinem Hof entfernt.

Fressfeinde per Drohne

Bald soll hier ein Projekt starten, das aus Kürzingers Sicht besonders vielversprechend ist. Es soll zeigen, wie die Spinnmilben mithilfe einer Agrar-Drohne aus der Luft bekämpft werden können. Und das ganz biologisch mit Nützlingen, also natürlichen Fressfeinden.

Florian Weihrauch, langjähriger Mitarbeiter am Forschungszentrum in Hüll, hat das Projekt initiiert. Er spricht von etwas "Außergewöhnlichem". Dass Nützlinge – in diesem Fall sogenannte "Raubmilben" – im Freiland sehr effektiv helfen, hat sein Team schon nachgewiesen. Aber wie sie am besten in den Hopfenreben verteilt werden, ließe sich noch verfeinern.

Und da kommt die Drohne ins Spiel. Sie kann die Nützlinge im Hopfengarten so verteilen, dass sie auch am oberen Teil der Reben ankommen. In ersten Tests hat das schon gut funktioniert. "Die Ausbringung ist viel präziser", sagt Weihrauch. Und das, obwohl bei den ersten Versuchen eine große Agrar-Drohne zum Einsatz kam, die bis zu 40 Kilogramm Saatgut tragen kann. Um die kleinen, leichten Nützlinge auszubringen, ist das eigentlich überdimensioniert.

Große Zeitersparnis

Die Forschenden wollen deshalb mit einem Start-up für Agrar-Drohnen aus Manching zusammenarbeiten. Es soll ein Modell speziell für diese Anwendung im Hopfen entwickeln. Landwirt Kürzinger sieht den Vorteil schon jetzt vor allem in der Geschwindigkeit der Drohne: Um einen Hektar mit Pflanzenschutzmittel zu behandeln, brauche er über eine Stunde. Nützlinge mit der Drohne auszubringen, dauert im Vergleich nur fünf bis sechs Minuten pro Hektar. "Das wäre schon eine Revolution im Hopfenbau."

Bayerische Hopfenforschung feiert 100-jähriges Jubiläum

Vor genau 100 Jahren taten sich die Münchner Brauereien zusammen, um das Hopfenforschungszentrum in Hüll zu gründen. Damals sorgte ein Pilz, der "falsche Mehltau", für große Ernteeinbußen. Es dauerte Jahre, bis ein Mittel dagegen gefunden wurde. Aber es gelang. Inzwischen hat die Landesanstalt für Landwirtschaft die Hopfenforschung übernommen. Rund 40 Beschäftigte arbeiten heute daran, dass der Anbau in der Hallertau zukunftssicher bleibt. Neben Pflanzenschutzmethoden geht es auch darum, robuste Sorten zu züchten, die guten Geschmack ins Bier bringen.

Es ist ein Wettlauf. "Insbesondere durch den Klimawandel ändern sich die Bedingungen, unter denen der Hopfen kultiviert wird, ganz gewaltig", sagt der langjährige Mitarbeiter Weihrauch. Die Kombination aus Drohne und Nützlingen könnte einen Vorsprung verschaffen.

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