Der Krieg im Iran lässt Energie- und auch die Düngerpreise steigen und trifft die Landwirtschaft zu einem besonders kritischen Zeitpunkt. Während weltweit die Aussaat läuft, kämpfen Bauern auch in Bayern mit steigenden Diesel- und Düngerkosten.
Was wird durch den Iran-Krieg teurer? Darum ging es bei BR24 am 12.3.2026 um 16 Uhr. Mit dabei waren der BR-Korrespondent Simon Riesche in Istanbul und Tobias Betz aus der BR-Redaktion Landwirtschaft und Umwelt; einen Einblick in die Landwirtschaft gab Michael Weichselbaumer vom Doimerhof in Pfaffenhofen an der Ilm in Oberbayern.
Die Sendung zum Nachsehen finden Sie oben im Artikel.
Durch die Straße von Hormus läuft rund ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Düngemitteln. Unterbrechungen dort könnten die Verfügbarkeit von Dünger verringern, Ernteerträge senken und damit steigt die Befürchtung, dass der Lebensmitteleinkauf im Supermarkt teurer wird.
Mineralischer Dünger hängt von Energiepreisen ab
Für Landwirte hat der Krieg im Iran direkte Folgen. Der Ölpreis steigt und zieht den Gaspreis gleich mit. Traktoren, Sämaschinen und Erntetechnik laufen überwiegend mit Diesel, während die Produktion von mineralischem Dünger stark von den Energiepreisen abhängt.
Agrarökonom Thomas de Witte vom Thünen-Institut erklärt: Steigende Gaspreise führten in der Regel auch zu höheren Düngerpreisen – allerdings oft mit zeitlicher Verzögerung. Und das könnte die gute Nachricht für viele Bauern und Verbraucher sein.
Spritpreis auch für Landwirte ein Problem
Einen Preis merken die Landwirte aber sofort – wie auch jeder Autofahrer: Der Spritpreis ist sprunghaft angestiegen und gerade jetzt zur Aussaat müssen viele Landwirte viel fahren. Deshalb fordert etwa der Deutsche Bauernverband politische Entlastung und ein vorübergehendes Aussetzen der CO₂-Abgabe auf Agrardiesel.
Die steigenden Kosten dürften daher auch Thema bei der kommenden Agrarministerkonferenz in Bayern sein. Dort wollen Bund und Länder über mögliche Maßnahmen zur Entlastung der Landwirtschaft beraten.
Wird jetzt auch für Verbraucher vieles teurer?
Wird für Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt alles teurer im Supermarkt? So schnell nicht, sagen Experten. Guido Seedler, Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), sagt: "Natürlich hat auch die Düngung einen Einfluss auf die Erntemenge und -qualitäten." Allerdings könne er Entwarnung geben. "Die erste Düngegabe in diesem Jahr ist in vielen Regionen schon ausgebracht. Und darüber hinaus gehen wir davon aus, dass die Versorgung mit Düngemitteln in diesem Frühjahr gesichert ist."
Letztlich spiele der Faktor Zeit die entscheidende Rolle: "Wie stark sich der Krieg auf die Preise auswirken wird, hängt nicht zuletzt an der Frage, wie lange der Krieg andauert."
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