Busse stehen vor dem Bus und Tram-Depot Leuchtenbergring. (Archivbild von 2020)
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Verdi hat einen ganztägigen Warnstreik im ÖPNV für den 2. Februar angekündigt
Bildrechte: picture alliance/dpa | Lino Mirgeler
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Verdi hat einen ganztägigen Warnstreik im ÖPNV für den 2. Februar angekündigt

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ÖPNV-Streik: Kann ich von Arbeit oder Schule zu Hause bleiben?

ÖPNV-Streik: Kann ich von Arbeit oder Schule zu Hause bleiben?

Heute wird der öffentliche Nahverkehr bestreikt. Dazu aufgerufen hat die Gewerkschaft Verdi. Der Warnstreik beginnt bereits in der Früh und trifft damit auch Pendler und Schüler, die Bus und Tram fahren. Wichtige Infos für Bayern im Überblick.

Über dieses Thema berichtet: BR24 Radio am .

Für Montag hat die Gewerkschaft Verdi bundesweit Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Auch Bayern wird stark betroffen sein. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Welche Verkehrsmittel werden nicht fahren?

Gestreikt wird in kommunalen Verkehrsbetrieben. Das heißt: Am Montag werden wohl viele Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen ausfallen. Nicht betroffen sind S-Bahnen, weil sie zur Deutschen Bahn gehören. Ebenfalls nicht betroffen sind Buslinien, die von privaten Betreibern im Auftrag von Stadt oder Gemeinde gefahren werden.

Wann wird gestreikt?

Der Streikaufruf von Verdi ist ganztägig - es geht also am Montag schon in der Früh mit Betriebsbeginn los.

Kann ich von der Arbeit zu Hause bleiben?

Das kommt auf Homeoffice-Regelungen im Arbeitsvertrag oder Betriebsvereinbarungen in einem Tarifvertrag an. Zudem können Absprachen mit dem Arbeitgeber wegen des Warnstreiks getroffen werden.

Aber: Wenn öffentliche Verkehrsmittel stark eingeschränkt oder gar nicht fahren, entsteht kein Anspruch auf Homeoffice. Das verhält sich bei Streik wie bei Glatteis. Der Arbeitnehmer trage das sogenannte "Wegerisiko", wie Michael Thorn, Fachanwalt für Arbeitsrecht, dem BR in einem früheren Beitrag sagte. Das Wegerisiko bedeute für den Arbeitnehmer: "Es liegt allein in seiner Verantwortung, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen, unabhängig von den Verkehrsmitteln."

Wer wegen Verkehrsproblemen nicht zur Arbeit kommt, muss mit Konsequenzen rechnen: Der Gehaltsanspruch verfalle für die nicht geleistete Arbeitszeit. Der Arbeitnehmer sei in der Pflicht, sich um zumutbare Alternativen zu kümmern und diese zu nutzen. Zudem müsse er den Arbeitgeber rechtzeitig über Verzögerungen informieren.

Was gilt für Schülerinnen und Schüler?

An Bayerns Schulen findet regulärer Unterricht statt, wie das bayerische Kultusministerium informiert. "Schülerinnen und Schüler, die wegen ausfallender Busse und Bahnen nicht zur Schule kommen können und über keine alternativen Fahrtmöglichkeiten verfügen, können ausnahmsweise dem Präsenzunterricht fernbleiben", heißt es. In diesem Fall müsse die Schule umgehend informiert werden.

Für weitere Informationen verwies das Ministerium auf die Schulen. In Einzelfällen sei es möglich, angekündigte Leistungsnachweise zu verschieben oder für eine Stufe Distanzunterricht anzubieten.

Für Berufsschüler gelte darüber hinaus: Wenn bei ihnen der Unterricht ausfällt, müssen sie nach Möglichkeit in ihren Betrieb gehen.

Wo in Bayern wird der öffentliche Nahverkehr bestreikt?

Bayern wird vom Streik stark betroffen sein. Zu einzelnen Städten ist Folgendes bekannt:

In München sind die Beschäftigten der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG zu Streik aufgerufen. U-Bahnen, Trambahnen und ein Großteil der städtischen Busse werden voraussichtlich in den Depots bleiben.

Die Stadtwerke Augsburg gehen davon aus, dass der Nahverkehr deutlich eingeschränkt sein wird oder sogar zum Erliegen kommt. Nicht bestreikt werden: Busse des AVV und Regionalbahnen.

In Nürnberg stehen U-Bahnen und Straßenbahnen still, die Nürnberger Verkehrsbetriebe (VAG) haben lediglich einen Notfahrplan für Busse organisiert. Vom Hauptbahnhof aus werden alle Linien einmal pro Stunde angefahren, so die VAG.

In Bamberg fahren alle Buslinien einmal pro Stunde sternförmig vom Zentralen Omnibusbahnhof los, sagte der Sprecher der Stadtwerke, Jan Giersberg dem BR. Die Schulbusse ("Basel-Busse") fahren demnach regulär.

In Schweinfurt erwarten die Stadtwerke, dass der Stadtbusverkehr größtenteils zum Erliegen kommt. Davon betroffen sei insbesondere auch der Schulbusverkehr.

In Regensburg werden nach Angaben des Verkehrsverbunds "weitgehend alle Fahrten" der Stadtbusse (das Stadtwerk.Mobilität) entfallen. Betroffen seien auch die Schulbus-, die CAMPUS- sowie die Express-Buslinien in der Stadt. Regionalbusse hingegen würden fahren.

Die Stadtwerke Landshut raten ebenfalls, sich auf der Internetseite zu informieren (externer Link) und kündigen bereits an, dass voraussichtlich keine Busse fahren.

In Passau sprechen die Stadtwerke von "erheblichen Einschränkungen im Linienverkehr". Aber: Der Streik betrifft nicht alle Fahrten, da ein Teil von privaten Unternehmen durchgeführt wird. Nähere Infos seien auf den Internetseiten der Stadtwerke (externer Link) zu finden.

In Ingolstadt werden nur sehr vereinzelte Ausfälle erwartet, so die Stadt. Der Fokus liege auf der Sicherstellung des Schulverkehrs. Die Fahrgäste werden gebeten, sich rechtzeitig über die Verkehrslage im ÖPNV (externer Link) zu informieren.

Der Hintergrund: Tarifverhandlungen

Verdi ruft zu Warnstreiks auf, um in Tarifverhandlungen mit den Kommunalen Arbeitgeberverbänden Druck zu machen. Die Gewerkschaft fordert insbesondere bessere Arbeitsbedingungen – etwa durch kürzere Wochenarbeitszeit, aber auch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. 

Im Tiktok-Video: Warnstreik im ÖPNV – Muss ich in die Schule?

Mit Informationen von BR-Korrespondenten und dpa

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