Es ist ein besonderer Termin für Münchens neuen Oberbürgermeister: Dominik Krause (Grüne) hat am Dienstag erstmals an einer Sitzung des bayerischen Kabinetts von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) teilgenommen. "Da müssen einige ganz tapfer sein", hatte Söder vorab gescherzt. "Wir haben das erste Mal einen Grünen im bayerischen Kabinett." Im Mittelpunkt stand die Bewerbung Münchens um die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele. Die Landeshauptstadt München und der Freistaat Bayern wollen bei der Bewerbung an einem Strang ziehen.
Charmeoffensive zwischen Söder und Krause
Söder spricht nach der Kabinettssitzung von einem "sehr guten gemeinsamen Gespräch" und einer "engen Partnerschaft". Bayern und München seien in "einem Olympia-Team". Seit Krause Oberbürgermeister sei, habe das "noch einmal neuen Schwung erfahren". Ähnlich klingt das beim grünen Oberbürgermeister. Olympia bringe Miteinander, sagt Krause. Nicht nur in der Stadtgesellschaft und der ganzen Welt, sondern auch politischer Natur. Wenn es immer so konstruktiv und gut sei, komme er auch sehr gerne wieder ins Kabinett, "wenn ich denn wieder eingeladen werden sollte", sagt Krause.
Aus Sicht Söders und Krauses hat München ein gutes Konzept vorgelegt. Dazu gehören "kurze Wege" und "kurze Reisezeiten". Laut Staatsregierung liegen rund 90 Prozent der Wettkampfstätten in einem Radius von weniger als 30 Kilometern. Zudem könnten Olympische und Paralympische Spiele nachhaltige Impulse setzen, etwa für Wirtschaft und Tourismus und für moderne Infrastruktur.
Sportminister Herrmann wirbt für nachhaltigen Ansatz
Sportminister Joachim Herrmann (CSU) sagt, ein Zuschlag bei der Bewerbung werde sicherlich dazu führen, dass alle Sportstätten noch mal auf den neuesten und modernen Standard gebracht würden. Herrmann spricht von einem "positiven Aushängeschild" der Sportstätten. Bayern erfinde nicht jetzt erst die Nachhaltigkeit. Die Landeshauptstadt München und der Freistaat hätten die Nachhaltigkeit der Sportstätten von 1972 kontinuierlich gepflegt. Nahezu alle seien weiter in Betrieb.
Beim Bürgerentscheid im Oktober 2025 hatten sich 66,4 Prozent der Münchnerinnen und Münchner für Olympia ausgesprochen. Bereits im Juni stellten Söder und Krause das Münchner Bewerbungskonzept vor. Der Sprecher der Spitzenverbände im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Alfons Hölzl, bewertete den Münchner Vortrag damals als "sehr authentisch, sehr ehrlich".
Söder: Wettstreit zwischen München und Köln
Der Auswahlprozess für den deutschen Olympiabewerbungsstandort geht in die entscheidende Phase. In der Auswahl stehen noch Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr mit Köln als Zentrum. Am 26. September 2026 wählt der DOSB in Baden-Baden den nationalen Bewerbungsstandort aus. Söder geht am Ende von einem Wettstreit zwischen München und Köln aus. Was die Strahlkraft betreffe, spreche doch sehr viel für Bayern und für München. Köln könnte aus seiner Sicht die "Hauptherausforderung" sein.
Krause will mit Söder anstoßen
Krause hofft auf den Zuschlag für die Landeshauptstadt. Sollte es gut ausgehen, freue er sich, "wenn wir vielleicht am nächsten Tag sogar auf der Wiesn gemeinsam drauf anstoßen können", so der grüne Oberbürgermeister in Richtung Ministerpräsident. Beim Wiesn-Rundgang sei er zudem eingeladen worden zum Fünfer-Looping. Zu Söder gewandt scherzt Krause in Bezug auf die Achterbahnfahrt: "Vielleicht überlegen wir uns zumindest den Part im Anschluss dann noch mal."
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