Finn Hösch startet im SkimoTeamGermany bei den Olympischen Spielen Milano-Cortina.
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Olympische Spiele: Was ist Skimo?

Olympische Spiele: Was ist Skimo?

Mit Vollgas bergauf und wieder hinunter: Skimo steht für Ski-Mountaineering, also Skibergsteigen, und ist erstmalig als Olympia-Disziplin vertreten. Aus Bayern gehen drei Athletinnen und Athleten in Bormio an den Start. Doch: Wie funkioniert Skimo?

Über dieses Thema berichtet: radioWelt am .

Die drei oberbayerischen Athleten aus dem Skimo-Team Deutschland sprinten auf schmalen Skiern mit Fellen einen Berghang hinauf. Ihr Puls ist am Anschlag. Beim Skibergsteigen geht es darum, einen Pistenabschnitt möglichst schnell nach oben zu rennen, abwechselnd auf Skiern und zu Fuß. Am höchsten Punkt ziehen die Athleten die Felle von den angeschnallten Skiern mit einem einzigen Sprung ab. Die Schnellsten brauchen nur fünf bis sechs Sekunden dafür. "Dieser Wechsel ist wie ein Boxenstopp bei der Formel 1, da zählt jede Sekunde", erklärt ARD-Olympia-Expertin Gela Allmann, selbst Skibergsteigerin. Danach rasen die Athleten den Hang hinunter ins Ziel. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Wie eine Skitour im Schnelldurchlauf

Tatjana Paller startet im Sprint der Frauen und darüber hinaus in der Mixed-Staffel mit Finn Hösch, dem einzig männlichen Vertreter im deutschen Skimo-Team für Olympia. Die Jüngste im Team ist die 19-jährige Helena Euringer. Das Faszinierende an der Disziplin? "Der Sprint über 60 bis 70 Höhenmeter dauert nur zweieinhalb, maximal drei Minuten und ist sehr spannend für das Publikum", sagt Expertin Gela Allmann. Der Ablauf der Sprint-Disziplin gleicht einer Skitour im Schnelldurchlauf. Allerdings mit sehr leichtem Material. Die Renntourenskier sind leichter und kürzer als üblich, dazu minimalistische Bindungen und Schuhe aus leichtem Carbon. Neben Schnelligkeit sind auch Koordination und Ausdauer gefragt. "Das ist eine wahnsinnige Anstrengung, bevor es in eine Abfahrt geht, die wie beim Skicross um lange Hindernisse hinunter ins Tal führt", erklärt Allmann.

Bildrechte: BR / Ulrike Nikola
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Helena Euringer beim Abziehen der Felle

Bestmöglich vorbereitet zu Olympia

Die drei Skimo-Olympia-Teilnehmenden aus Oberbayern gehören zur nationalen Spitze im Skibergsteigen und haben bereits internationale Erfolge bei Weltcups gefeiert. Medaillen-Chancen rechnet sich Tatjana Paller aus, nachdem sie Bronze bei der WM im vergangenen Jahr geholt hat. Gut vorbereitet fühlen sich alle Drei und der 23-jährige Finn Hösch ist mehr als bereit für die Rennen in Bormio: "Wir haben die Strecke ausgiebig analysiert, die Skier wurden nochmal geschliffen, das Material optimiert und jetzt sind wir bestens vorbereitet." Helena Euringer aus dem Berchtesgadener Land ist bereits dreimalige Deutsche Meisterin und ihr Ziel ist es, mindestens das Halbfinale zu erreichen: "Ich möchte bei Olympia in Topform sein und sehen, was unter den Besten der Welt möglich ist", sagt sie.

Einmalige Chance oder Dauerbrenner?

Die Aufnahme dieser Disziplin bei Olympia pusht die Sportart sehr, stellt Hermann Gruber fest. Er ist der sportliche Leiter Skibergsteigen beim Deutschen Alpenverein, für den die drei Olympia-Teilnehmenden starten: "Unsere Athleten geben seit Jahren alles für ihren Sport, und mit Olympia kommt jetzt die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Das spüren wir im Verband, beim Medieninteresse und auf den Wettkämpfen. Und wir versuchen, das Interesse natürlich auch in die Nachwuchsgewinnung und Professionalisierung der Sportart mitzunehmen." Ob sich Skimo nach den Olympischen Winterspielen Milano-Cortina dauerhaft als Disziplin etablieren kann, entscheidet das Internationale Olympische Komitee. Tatjana Paller ist sich daher bewusst, dass es eine einmalige Chance sein könnte, die sie deshalb ganz bewusst genießen möchte – trotz großen sportlichen Drucks und hohen Erwartungen an das Olympia-Debüt dieser boomenden Trendsportart.

Auf Medaillenjagd in Bormio

Gestartet wird im italienischen Bormio: Dort laufen die Athleten die bekannte Stelvio-Piste hinauf. Für Andreas Eder, den Bundestrainer Skibergsteigen, wird auch die Mixed-Staffel von Tatjana Paller und Finn Hösch ein besonderes Highlight sein. Denn beim Mixed-Relay ist die doppelte Distanz und Zahl an Höhenmetern zu bewältigen. Da ist mehr Ausdauer gefragt. "Wenn sechs Athleten gegeneinander laufen, kann immer was passieren, das wird richtig spannend", sagt der Bundestrainer und gibt als Ziel aus: "Wir sind konkurrenzfähig und können die Top 5 erreichen, eine Medaille ist aber auch drin."

Hinweis: Heute (19.02.) geht´s in Bormio ab 9 Uhr 50 los mit den Sprints der Frauen und Männer. Am Mittag ist dann das Finale (Frauen 13 Uhr 55 und Männer 14 Uhr 15). Die Mixed Staffel folgt am Samstag ab 13 Uhr 30.

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