Anlässlich des Internationalen Tags der Pflege am 12. Mai erklärte der Chef der bayerischen Arbeitsagenturen, Markus Schmitz, man müsse beim Pflegenotstand an drei Punkten ansetzen. "Wir beraten und begeistern junge Menschen im Rahmen der Berufsorientierung für Berufe in der Pflege, zusätzlich qualifizieren wir Pflegehilfskräfte zu Fachkräften. Wir brauchen aber ebenso eine gesteuerte Zuwanderung aus dem Ausland", so Schmitz.
Große Bedeutung von Zuwanderung für die Pflege
Die Bedeutung ausländischer Arbeitskräfte für die Branche sei schon jetzt enorm. Im Jahr 2025 waren in Bayern 256.824 Pflegekräfte beschäftigt. Davon hatten 28,2 Prozent ausländische Wurzeln, was mehr als 72.000 Menschen entspricht. Schmitz betonte: "Es muss jedem klar sein: Ohne sie bekommen wir die Pflege in Bayern oder in Deutschland gar nicht organisiert." In den letzten drei Jahren sei der Ausländeranteil allein bei den Fachkräften um vier Prozent gestiegen.
Qualifikationslücke als große Herausforderung
Ein zentrales Problem auf dem Arbeitsmarkt ist die Qualifikationslücke. Während sich knapp 60 Prozent der gemeldeten Stellen an Fachkräfte richten, suchen über 73 Prozent der Arbeitslosen in der Pflege eine Tätigkeit auf Helferniveau. Die Agentur für Arbeit setzt daher verstärkt auf Weiterbildungen, da sich diese häufig als erfolgreich erwiesen hätten.
Pflege gilt als krisensichere Branche
Trotz der Herausforderungen sei ein Pflegeberuf attraktiv. Mit einer Arbeitslosenquote von nur 0,8 Prozent gilt die Branche als krisensicher. Auch finanziell habe sich der Beruf im vergangenen Jahr überdurchschnittlich entwickelt. Eine Fachkraft in der Pflege verdient laut den Daten im Durchschnitt 4.336 Euro, während das Medianentgelt für Fachkräfte in Bayern insgesamt bei 3.801 Euro liegt.
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