Knapp ein Jahr nach einer Schlägerei zwischen mutmaßlichen Fans des 1. FC Nürnberg mit Anhängern des 1. FC Köln hat die Polizei elf vom Amtsgericht Nürnberg erlassene Durchsuchungsbeschlüsse vollzogen. Fünf der durchsuchten Anwesen liegen in Franken.
Kokain und Dopingmittel bei Hausdurchsuchungen gefunden
Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken in Nürnberg mitteilt, wurden am Dienstagmorgen unter anderem drei Anwesen in Nürnberg durchsucht. Dabei wurde in der Wohnung eines 23-Jährigen Kokain sichergestellt. Weil er laut Polizei an weiteren "fußballbezogenen Gewalttaten" beteiligt gewesen sein soll, wurde er dem Haftrichter vorgeführt.
Darüber hinaus wurde in der Wohnung eines 25-jährigen Fußballfans im unterfränkischen Ebelsbach im Kreis Haßberge das Dopingmittel Testosteron entdeckt. Eine weitere tatverdächtige Person trafen die Ermittler an deren Arbeitsstelle in Windsbach im Kreis Ansbach an.
Wohnungen von Fußball-Ultras in Nürnberg und Köln durchsucht
Sechs weitere Wohnungen wurden in Köln durchsucht. In mehreren Wohnungen wurden mutmaßliche Tatkleidung von Verdächtigen und Mobiltelefone sichergestellt. Den insgesamt 68 Fußballfans werden gefährliche Körperverletzung und Landfriedensbruch vorgeworfen. Bei den Hausdurchsuchungen hätten die Beamten zum Teil auch Türen aufbrechen müssen. Verletzt worden sei niemand.
Nach dem Spiel zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem 1. FC Köln am 9. Mai 2025 war es im Nürnberger Stadtteil Rennweg zu einer verabredeten Schlägerei zwischen zwei vermummten Personengruppen gekommen. Mehrere Dutzend Tatverdächtige wurden festgenommen. Sie sollen Bezug zu den Ultraszenen des 1. FC Nürnberg sowie des 1. FC Köln haben.
Prügeleien unter Fußballfans nehmen zu
Verabredete Prügeleien unter Ultras der Fanszene haben derzeit Konjunktur. Oft sind Mitglieder der Kampfsport-Szene beteiligt. Die Lust an Gewalt wird häufig als Motiv angegeben. Nürnberg ist bereits mehrmals in die Schlagzeilen geraten, etwa als 2024 ein Spieler der eigenen Mannschaft verprügelt wurde, nachdem er sich in einem Trikot des FC Bayern München hatte fotografieren lassen. Auch in Dortmund und Umgebung war es wiederholt zu schweren Prügeleien gekommen.
Mit Informationen von dpa
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