AfD-Landeschef Stephan Protschka
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Protschka bleibt Bayerns AfD-Chef – Doch kein Gegenkandidat

Protschka bleibt Bayerns AfD-Chef – Doch kein Gegenkandidat

Der alte bayerische AfD-Landeschef ist auch der neue: Der Bundestagsabgeordnete Stephan Protschka wurde auf dem Landesparteitag in Passau im Amt bestätigt – überraschend ohne einen Gegenkandidaten. Rund um die Dreiländerhalle gab es Proteste.

Über dieses Thema berichtet: BR24 TV am .

Stephan Protschka bleibt Landesvorsitzender der AfD in Bayern: Der 48 Jahre alte niederbayerische Bundestagsabgeordnete wurde auf dem Landesparteitag in Passau mit mehr als 79 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt. Überraschenderweise gab es keinen Gegenkandidaten.

Eigentlich war bis zuletzt mit einer Kandidatur des oberpfälzischen Bundestagsabgeordneten Reinhard Mixl gerechnet worden. Anhänger beider Kandidaten hatten sich in den vergangenen Wochen eine scharfe Auseinandersetzung geliefert. Dabei ging es kaum um inhaltliche oder programmatische Differenzen, sondern vor allem um die Frage, wer die AfD in Bayern besser führen kann. Beide Seiten schrieben Briefe und Mails an den Bundesvorstand und alle AfD-Mitglieder in Bayern – mit Vorwürfen gegen die jeweils andere Seite.

Protschka attackiert Merz

Da es doch keinen Gegenkandidaten gab, zerriss Protschka zu Beginn seiner Rede sein Manuskript: Er habe eine mehr als siebenminütige Rede vorbereitet, "weil ich dachte, die Partei ist zerstritten". Aber die Partei sei nicht zerstritten. Meinungsverschiedenheiten seien ganz normal in einer basisdemokratischen Partei. Nun gelte es, Einigkeit und Kampfgeist zu zeigen. Zugleich richtete der AfD-Landeschef einen scharfen Angriff auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU): "Lügenfritze Merz" mache das Land kaputt. "Anzeige kommt vermutlich."

Den rund 1.400 Mitgliedern im Saal versprach er, die AfD werde Ministerpräsident Markus Söder (CSU) "aus dem Maximilianeum jagen" und werde "mit Alice Weidel als Kanzlerin dieses Land wieder vom Kopf auf die Füße stellen".

Ebner-Steiner: Schlagen Söder aus der Staatskanzlei

Auch AfD-Europaabgeordnete Markus Buchheit, der zum ersten Vizechef gewählt wurde, appellierte an die Landespartei, die Streitigkeiten der vergangenen Jahre hinter sich zu lassen. Weitere Stellvertreter sind die Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katrin Ebner-Steiner, und der Landtagsabgeordnete Gerd Mannes. Ebner Steiner rief: "Wenn wir Bayern zusammenhalten, dann schlagen wir nicht nur den Teufel aus der Hölle, sondern auch Söder aus der Staatskanzlei."

Mixl sah keine Chance

Mixl erklärte seinen Verzicht auf eine Kandidatur gegen Protschka im BR-Interview mit den sich abzeichnenden Mehrheitsverhältnissen auf dem Parteitag: "35 zu 65." Eine Kampfkandidatur mache keinen Sinn, wenn man nicht gewinnen könne. "Wir brauchen Geschlossenheit." Beide Lager hätten drei Stunden verhandelt: Dabei habe sein Team Beisitzer-Plätze im Landesvorstand "rausschlagen" können. "Das ist besser als nichts." Später wurde auch Mixl in den neuen Vorstand gewählt.

Proteste gegen Parteitag

Rund um die Dreiländerhalle in Passau protestierten Hunderte Menschen gegen den AfD-Parteitag – unter dem Motto: "Passau gegen Rechts – jetzt erst recht!" Aufgerufen hatten dazu das Bündnis für Demokratie und Vielfalt, Parteien, Verbände und Vereine. Zu den Rednern gehörte der DGB-Landesvorsitzende Bernhard Stiedl.

Laut einer Polizeisprecherin verliefen die Kundgebungen weitgehend störungsfrei: Die Einsatzkräfte hätten nur bei vereinzelten Vorfällen einschreiten müssen. Die Polizei sprach am Vormittag von rund 1.000 Demonstranten, die Organisatoren von 2.000 bis 2.500.

Video: Passau – Bayerische AfD wählt neuen Vorstand

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Ebner-Steiner: Schlagen Söder aus der Staatskanzlei

Auch AfD-Europaabgeordnete Markus Buchheit, der zum ersten Vizechef gewählt wurde, appellierte an die Landespartei, die Streitigkeiten der vergangenen Jahre hinter sich zu lassen. Weitere Stellvertreter sind die Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katrin Ebner-Steiner, und der Landtagsabgeordnete Gerd Mannes. Ebner Steiner rief: "Wenn wir Bayern zusammenhalten, dann schlagen wir nicht nur den Teufel aus der Hölle, sondern auch Söder aus der Staatskanzlei."

Mixl sah keine Chance

Mixl erklärte seinen Verzicht auf eine Kandidatur gegen Protschka im BR-Interview mit den sich abzeichnenden Mehrheitsverhältnissen auf dem Parteitag: "35 zu 65." Eine Kampfkandidatur mache keinen Sinn, wenn man nicht gewinnen könne. "Wir brauchen Geschlossenheit." Beide Lager hätten drei Stunden verhandelt: Dabei habe sein Team Beisitzer-Plätze im Landesvorstand "rausschlagen" können. "Das ist besser als nichts." Später wurde auch Mixl in den neuen Vorstand gewählt.

Proteste gegen Parteitag

Rund um die Dreiländerhalle in Passau protestierten Hunderte Menschen gegen den AfD-Parteitag – unter dem Motto: "Passau gegen Rechts – jetzt erst recht!" Aufgerufen hatten dazu das Bündnis für Demokratie und Vielfalt, Parteien, Verbände und Vereine. Zu den Rednern gehörte der DGB-Landesvorsitzende Bernhard Stiedl.

Laut einer Polizeisprecherin verliefen die Kundgebungen weitgehend störungsfrei: Die Einsatzkräfte hätten nur bei vereinzelten Vorfällen einschreiten müssen. Die Polizei sprach am Vormittag von rund 1.000 Demonstranten, die Organisatoren von 2.000 bis 2.500.

Das BR24live vom AfD-Parteitag:

Stephan Protschka, Landesvorsitzender der AfD Bayern, spricht bei einem Pressestatement
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