Im Landkreis Miltenberg haben Polizei und Staatsanwaltschaft am frühen Morgen über 20 Wohnungen und Gewerbegebäude durchsucht, auch das Landratsamt. In einer Gemeinde im benachbarten Baden-Württemberg gab es ebenfalls Durchsuchungen. Bei diesen groß angelegten Razzien geht es um den Verdacht auf Korruption im Miltenberger Landratsamt – also um Bestechung und um Bestechlichkeit.
Zwei Mitarbeitende des Landratsamts Miltenberg sollen bestochen worden sein
Die Behörden gingen entsprechenden Hinweisen bereits seit Sommer 2025 nach. Zwei Verdächtige waren zu Beginn der Ermittlungen Mitarbeitende im Landratsamt. Sie sollen "Sach- und Geldzuwendungen angenommen und dafür Auftrags- und Vergabeverfahren bevorzugt behandelt haben", heißt es wörtlich. Um welche Projekte es genau gegangen sein soll, wollen Polizei und Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen aktuell noch nicht sagen.
Verdacht auf Korruption: 15 Verdächtige insgesamt, eine Festnahme
13 weitere Personen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 60 mit türkischer und deutscher Staatsangehörigkeit stehen im Verdacht, die Mitarbeitenden im Landratsamt bestochen zu haben. Insgesamt sind es also 15 Verdächtige. Bei der heutigen Polizei-Aktion trafen die Einsatzkräfte alle Beteiligten an. Einen Hauptbeschuldigten nahm die Polizei vorläufig fest. Der Mann ist aber wieder auf freiem Fuß.
Die Mitarbeitenden des Landratsamts sind aktuell wegen der laufenden Ermittlungen "außer Dienst", so eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage von BR24. Zur Identität der Personen und ob es sich um Männer und/oder Frauen handelt, will die Polizei ebenfalls noch keine Angaben machen.
Razzien: Polizei stellt Computer, Geld und Autos sicher
Bei den Durchsuchungen in den Gebäuden stellten die Ermittlungsbehörden Datenträger wie Computer und Handys sicher und beschlagnahmten sie. Sie werden nun ausgewertet, was laut Polizei einige Zeit dauern wird.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg hat das Amtsgericht auch sogenannte Vermögensarreste gegen die Tatverdächtigen erlassen. Das Vermögen ist also "eingefroren" – und die Betroffenen haben dadurch keinen Zugriff mehr auf "Geld- und Sachwerte". Die Kriminalpolizei konnte so einen hohen sechsstelligen Geldbetrag sichern, außerdem teure Fahrzeuge und weitere Wertgegenstände.
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