Ein Rettungsfahrzeug im Einsatz (Symbolbild)
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Rettungsdienste sind im Alltag unerlässlich. (Symbolbild)
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Rettungsdienst: Bayern will von anderen Ländern lernen

Rettungsdienst: Bayern will von anderen Ländern lernen

Drei Tage haben sich in Regensburg Vertreter aus zahlreichen Ländern getroffen, um über den Rettungsdienst der Zukunft zu beraten und Ideen auszutauschen. Die Konzepte unterscheiden sich teilweise, die Probleme sind oft dieselben.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Niederbayern und Oberpfalz am .

Im großen Konferenzsaal des Regensburger Marinaforums hängen Fahnen von der Decke. Über zwanzig Länder sind hier beim Kongress des "International Roundtable on Community Paramedicine" (IRCP) vertreten – einem internationalen Zusammenschluss von Rettungsdiensten und Gemeindenotdienst-Einrichtungen. Es soll ein Austausch zwischen verschiedenen Ländern sein, um die Gesundheitsversorgung abseits von Kliniken zu verbessern. Immer mit dem Ziel, das Gesundheitssystem zu entlasten.

Andere Länder – ähnliche Lösungen

Einer der Teilnehmer ist Michael Nolan. Er kommt aus der kanadischen Provinz Ontario und leitet dort einen Rettungsdienst. Schon seit Jahren kommt er zum Kongress des IRCP, der nun erstmals in Europa stattfindet. Er will vom Wissen seiner Kollegen aus aller Welt profitieren. "Wir lernen enorm viel. Wenn wir über unsere Arbeit nachdenken, zwingt uns das, bessere Wege für einfache Aufgaben und bessere Wege für komplexe Probleme zu sehen. Aber wir kommen oft zu den gleichen Lösungen."

Auch wenn sich die Länder unterscheiden, im Prinzip seien es oft ganz ähnliche Herausforderungen. So sei in Kanada zwar die Entfernung zwischen den Städten oft größer als in Deutschland, in den Städten sei die Arbeit für Rettungsdienste aber sehr ähnlich. Hier wie da macht die immer älter werdende Gesellschaft den Rettern und Sanitätern zu schaffen. In beiden Ländern gebe es ähnliche Krankheitsbilder und ähnliche Herausforderungen, denen alte Menschen ausgesetzt sind, sagt Nolan.

Kanada: Rettungsdienst wird präventiv tätig

Der Kanadier hat sich im Rahmen des Kongresses bereits über einen speziellen Studiengang für Rettungsdienstmitarbeiter an der TH Deggendorf informiert. Überhaupt sei das Thema Aus- und Weiterbildung ein Bereich, bei dem Nolan aus Deutschland etwas für seine eigene Arbeit mitnehmen will. Doch auch er hat aus Ontario Ideen mitgebracht.

So würden seine Mitarbeiter mittlerweile viel öfter präventiv arbeiten. Menschen, die bei einem Notfall Hilfe gebraucht haben, werden im Nachgang nochmal gezielt aufgesucht. Seine Mitarbeiter würden dann zum Beispiel sehen, wenn sich die Weinflaschen im Mülleimer stapeln oder im Kühlschrank nichts zu essen sei. So könnten medizinische Probleme früher erkannt und die Patienten besser an andere Hilfe-anbietende Stellen vermittelt werden. Richtige Notfälle ließen sich so oft vermeiden, was das Gesundheitssystem entlaste. "Das sind oft sehr kleine Dinge, von denen wir wissen, dass sie eine unglaublich große Wirkung haben."

Auch eine Idee für Bayern?

Diese kanadische Herangehensweise, Rettungsdienste präventiv einzusetzen, habe durchaus auch in Deutschland Potenzial, sagt der Abteilungsleiter des Rettungsdienstes des Bayerischen Roten Kreuzes, Sebastian Lange. Womöglich werde der Rettungsdienst der Zukunft nicht mehr daran gemessen, wie schnell er bei einem Notfall am Einsatzort sein kann, sondern wie viele Notfälle er vielleicht verhindern helfen kann. Schließlich seien auch Feuerwehren und Polizei oft in der Präventionsarbeit gefragt. Auch Lange hat bereits auf dem Kongress interessante Ideen gehört. Bei der Umsetzung gehe es nicht darum, diese eins zu eins zu übernehmen, dazu seien die Gesundheitssysteme zu unterschiedlich – etwa bei der Finanzierung, sagt er. "Aber bei den wesentlichen Mechanismen können wir viel voneinander lernen. Ich glaube, das ist auch die schönste Auszeichnung, wenn die eine oder andere gute Idee kopiert wird."

Neues Rettungsfahrzeug wird erprobt

Eine bei einem früheren IRCP-Kongress entstandene Idee ist mittlerweile auch schon ganz regulär in Regensburg und anderen bayerischen Städten im Einsatz: das sogenannte Rettungseinsatzfahrzeug, kurz REF.

Dieses kleine Rettungsdienstfahrzeug (mehr dazu bei merkur.de; externer Link, möglicherweise Bezahlinhalt) kommt zum Patienten, wenn zwar akut geholfen werden muss, aber kein Krankentransport nötig ist. Das entlastet den Rettungsdienst insgesamt, weil größere Fahrzeuge samt Besatzung für drängendere Notfälle frei bleiben. Während des Kongresses können sich beispielsweise Michael Nolans kanadische Rettungsdienstmitarbeiter auch davon selbst ein Bild machen und ganz praktisch bei Einsätzen ihrer Regensburger BRK-Kollegen mit dabei sein.

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