Ein gewisser Kontrollverlust gehört zum Oktoberfest eigentlich dazu. Die diesjährige Wiesn – die 191. – wollte man aber wohl, anders als im vergangenen Jahr, nicht gleich mit einem Kontrollverlust beginnen lassen. Das bekamen all jene zu spüren, die teils die ganze Nacht vor den Absperrungen zum Festgelände auf der Theresienwiese ausgeharrt hatten, um einen Platz in einem der Festzelte zu ergattern. Der traditionelle "Run" – der Ansturm, wenn um 9 Uhr die Eingänge freigegeben werden – fand heuer deutlich disziplinierter statt. Die meisten sitzen jetzt schon im Zelt – und warten weiter.
"Run" nicht pünktlich um 9 Uhr
In den langen Schlangen vor dem Haupteingang und dem Zugang an der Bavaria hatten überwiegend junge Leute aus München und dem Umland die Nacht verbracht, Karten gespielt, neue Bekanntschaften geschlossen – und machten sich bereit, um Punkt 9 Uhr loszurennen. Doch daraus wurde erstmal nichts. Die Security gab den Eingang an der Bavaria erst um 9:07 Uhr frei; am Haupteingang durfte die Menge erst um 9:11 Uhr losrennen. Dann setzten sie aber zum Vollsprint an, mit gerafften Dirndl-Röcken und wehenden Trachtenjacken. Einige Menschen stürzten, fielen übereinander, rappelten sich auf – und rannten weiter.
Chaos wie im Vorjahr blieb aus
Im vergangenen Jahr waren die Wartenden weniger zu bändigen gewesen. Sie zählten einen Countdown herunter und überrannten um 9 Uhr die Security. Das wollte man heuer offensichtlich verhindern, wohl auch mit Ansprachen an die zuvorderst Wartenden, die entsprechend diszipliniert die Warteschlange vom Wartepunkt bis zum Eingang anführten, bevor das kontrollierte Chaos losbrechen konnte.
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Warten auf den Oberbürgermeister und das Bier
Doch mit dem Warten auf den Einlass ist es noch nicht getan. Jetzt beginnt das Warten aufs Bier. Erst wenn Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) um 12 Uhr das erste Bierfass angezapft hat, darf in allen Zelten Bier ausgeschenkt werden. Das BR Fernsehen überträgte das Anzapfen live in der Sendung "O'zapft is!" – zum Nachschauen in der ARD Mediathek.
Wie vertreibt man sich die Zeit, wenn man schon eine durchwartete Nacht hinter sich hat? Pro-Tipp eines jungen Menschen im vollen und lauten Schottenhamel-Zelt: "Jetzt erstmal schlafen."
Feiern bis 4. Oktober
Bis zum 4. Oktober wird dann auf der Theresienwiese gefeiert. An die sieben Millionen Besucher werden erwartet – gut ein Fünftel davon aus dem Ausland. Die erste Maß nach dem Anzapfen bekommt traditionell der Ministerpräsident, Markus Söder (CSU). Der Liter kostet mittlerweile bis zu 15,90 Euro. Gratis gibt es dagegen das Trinkwasser an zehn Zapfstellen im Freien. Frei ist auch der Eintritt auf das Festgelände.
Hightech und Nostalgie
Dort stehen 14 große Festhallen, zahlreiche kleinere Zelte, etwa 180 Standl und Buden sowie fast 250 Schaustellerbetriebe – darunter auch neue High-Tech-Fahrgeschäfte. Drei weitere große Zelte und Fahrgeschäfte von "anno dazumal" findet man auf der "Oidn Wiesn". In dem eigens festgelegten nostalgischen Bereich gibt es auch nostalgische Preise: 1,50 Euro kostet ein Fahrticket.
Livestream zum Nachschauen: Der "Run" auf die Wiesn
Oktoberfest 2025 startet – Großer Run aufs Festgelände
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