Eine Muschel in der Hand eines Muschelretters
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Muschelretter am Happurger Stausee
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Muschelretter am Happurger Stausee

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Schlammige Suche: Muschelrettung am Happurger See

Schlammige Suche: Muschelrettung am Happurger See

Der Stausee im Nürnberger Land wird derzeit Stück um Stück abgesenkt. Damit zurückbleibende Muscheln nicht vertrocknen, waten Ehrenamtliche täglich durch den kalten Matsch. Rund 80.000 Muscheln haben sie bereits gerettet.

Über dieses Thema berichtet: Mittags in Franken am .

Hans Padberg vom Fischereiverband Mittelfranken ist einer der insgesamt fast 300 Ehrenamtlichen, die derzeit abwechselnd an den Happurger Stausee kommen, um Muscheln zu retten, vor allem Maler- und Teichmuscheln. Geschützte Arten.

In Wathosen eingepackt mit einem Greifer in der Hand suchen die Männer das Ufer des zurückgewichenen Sees ab. Die ersten Eimer sind schnell gefüllt. Die Muscheln sollen später an tieferen Stellen wieder ins Wasser gelassen werden.

"Bei der Kälte überleben manche Muscheln keine zwei Stunden an Land!" Hans Padberg, Fischereiverband Mittelfranken e.V.

Absenkung wegen Kraftwerks-Reaktivierung

Die Muschelrettung ist nötig, weil der Happurger Stausee derzeit täglich um etwa zehn Zentimeter abgelassen wird. Eine Maßnahme im Rahmen der Reaktivierung des stillgelegten Pumpspeicherkraftwerks. Das soll bald wieder Energie liefern. Dafür müssten Grundablässe saniert werden, so Andreas Stockinger vom Kraftwerksbetreiber Uniper. Der See müsse daher abgesenkt werden. Mit den Muschelrettern arbeite man Hand in Hand. Der Einsatz der Ehrenamtlichen sei höchst lobenswert, so Stockinger.

Wissenschaftler suchen nach invasiven Arten

Die Absenkung des Sees lockt auch die Wissenschaft an den Strand. Andreas Dobler koordiniert als Ingenieurökologe an der TU München den Muschelschutz in Bayern. Die große Menge an Muscheln im See spreche vor allem für die gute Wasserqualität. Überraschend aber sei der Fund einer invasiven Art gewesen. Die chinesische Teichmuschel aus asiatischem Raum sei kein willkommener Gast in Happurg, so Dobler. Diese invasive Art stehe in starker Konkurrenz zu heimischen Muschelarten. Erfreulicherweise habe man nur sehr wenige invasive Exemplare gefunden, doch: "Diese Entwicklung müsse man im Auge behalten".

Neuer Wohlfühlort für die Muscheln

Die Muschelretter haben inzwischen einige Körbe eingesammelt, überwiegend Malermuscheln, diese Art macht zu 95 Prozent den Bestand im See aus. Hans Padberg steuert sein Boot quer über den See zu drei festgelegten Zonen. Dort, in zwei bis drei Metern Tiefe, fühlen sich die Muscheln anscheinend besonders wohl - an diesen Stellen ist ihre Populationsdichte am größten, und hier werden sie auch wieder ins Wasser gelassen.

Morgen wollen die Muschelretter wieder an den Happurger Stausee kommen. Bis zu 10.000 Exemplare haben sie zum Teil täglich gefunden. Bis die Absenkung des Sees abgeschlossen ist, geht diese ehrenamtliche Sammelaktion weiter.

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Freiwillige durchkämmen den Boden des Happurger Stausees um Muscheln zu retten.

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